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Sonntag, 14. Juni 2015

Stelzen

Kann auch bedeuten, sich mit steifen, großen Schritten irgendwohin zu bewegen. Oder eben auf Stelzen laufen. Spielgerät meiner Jugend. Und aus der Jugend meiner Eltern. Und eigentlich gab es die schon im Mittelalter. Und immer noch aktuell! Im Kindergarten gibt es Stelzen. Was die Tochter schwer enttäuscht hat, denn sie kann nicht auf Stelzen laufen. Ach?!? Üben?!? Die Mama wieder mit ihren vollkommen abstrusen Konzepten… Trotzdem hat die Mama, nachdem Till gestern Vorlesung halten durfte, beschlossen ein Paar Stelzen zu bauen. Weil – ist ja nicht schwer.

Wenn man dann nachdenkt (was man eigentlich besser vorher tun sollte) wird einem doch klar, dass es zwei, drei Punkte gibt, die Beachtung verdienen. Ich wollte das Fußteil sehr tief anbringen und möglichst klein halten – aber die Befestigung muss natürlich ziemlich mittig und gerade sein, kein Verzug etc. Beim Recherchieren ist mir eine Variante aufgefallen, die ich nicht kannte, aber durchaus Sinn macht: Stelzen ohne Handgriff, wobei die Stelzen von vorne umfasst werden. Hat den Vorteil (dachte ich mir, aber das war VOR dem Verleimen), dass man nach der Lernphase vielleicht den Fußtritt einfach 10 cm höher nochmals anbringen und die Stelzen damit wiederverwenden kann.

Überhaupt war mein Ansatz ja, das geht alles ganz einfach und kann sogar ich. ABER dann ging es damit los, dass ich mich für o. g. Variante entschieden habe, was eine Gesamtlänge von rund 140 cm ergibt. Vierkant- und Rundhölzer gibt es im Bauhaus in den Varianten 100 und 240 cm. Und bei letzteren hat meine schwäbische Seele entsetzt zurück gezuckt. Wunderbarerweise hatten wir noch ein 6 cm dickes, 200 cm und 50 breites langes Fichtenbrett. Was wir mit unserer Kreissäge nicht mehr auftrennen können… Der Leser merkt, die Aktion wurde größer und größer und größer. Der Brennholzhaufen im Laufe des Nachmittags auch ;-)

Nun, sie sind tatsächlich fertig geworden. Und die ersten Runden sind auch schon gegangen:



Erstens: eindeutig zu lang! Kürzen bzw. vermutlich doch ein Handgriff darauf.

Zweitens: gelernt ist gelernt! J

Sonntag, 9. November 2014

Novemberbastelei

Als ich neulich im Stau um München herum stand (der Bahnstreik lässt grüßen…) bekam ich einen mittelschweren Panikanfall. Nicht wegen des Staus – nichtbewegen ist nun per Definition nicht besonders spannend – sondern weil ich gelangweilt mal den Kalender im Kopf abgeschritten habe. Und dabei leider zu der Erkenntnis gelangt bin: *piep* wenn ich mal überlege was für Reisen und Termine in nächster Zeit anstehen, wird die Zeit verdammt knapp *piep*, *PIIIIIEEP*. Ach so, die Zeit bis Dezember. Also bis zum 1. Dezember, um ganz genau zu sein.

Das ist nun allgemein der Tag, an dem sich das erste Türlein des Adventskalenders öffnet.

Und, so der Plan, das Kind soll dieses Jahr einen derartigen erhalten. Selbstgebastelt. Zum Inhalt hatte ich mir glücklicherweise schon ein paar Gedanken gemacht :-) Nachdem die Tochter in manchen Dingen ganz nach Mutter (Jägerin) UND Vater (Sammler) gerät, ist sie eine große Schatzsucherin und kommt eigentlich nie mit leeren Taschen heim *seufz*. Beliebte Objekte ihrer Begierde sind Äste und Blätter, aber vor allem Steine. Also 1 kg Halbedelsteine erstanden:


und auf dem restlichen Heimweg mal über mögliche Varianten nachgegrübelt, bis mich eine Idee überfallen hat ;-) Bisschen Kram eingekauft, zu meiner treuen Freundin, der Opinel-Klappsäge gegriffen (hach, was haben wir dieses Jahr schon für Abenteuer zusammen erlebt! :-) ) und meinem Mann erklärt, ich wolle dieses Mal eher empirisch basteln. Er meinte, diese Umschreibung für Pfusch hätte er noch nie gehört…

Und hier ist er also, der erste Adventskalender für’s Kind: 


J

Die Leiter ist aus Ästen, meinem diesjährigen Lieblingsmaterial ;-), die Leitersprossen sind simpel verschraubt, bei der Lichterkette handelt es sich um kleine LED-Schneeflocken, die über 3 x 1,5 V – Batterien versorgt werden, die Steine habe ich in kleine Leinen-Quadrate einpackt.

Jetzt darf der Dezember zwar immer noch nicht kommen, aber immerhin ist ein Punkt auf der Liste abgearbeitet.

Sonntag, 24. August 2014

Prioritäten

Was macht man, wenn

a) man einen kleinen Schraubstock geschenkt bekommt (aus der Auflösung einer Schleiferei)
b) das Kind unbedingt ständig raspeln, feilen, schleifen, bohren will

???

a) Dreckig; aber co-o-o-o-ol!!!
b) Yep! Alles richtig gemacht!!!



Zu a): Man greift zum Lieblingsmultifunktionsallessauberkriegzauberputzmittel, zerlegt und reinigt den wirklich guten Schraubstock komplett und findet eine pragmatische Lösung, um b) schnellst-/bestmöglich realisieren zu können:





Nachsatz: Egal, was man eigentlich geplant hatte… (und der Plan stand *seufz*)

Denn: Beschäftigt ist beschäftigt :-) 

Sonntag, 2. Februar 2014

Hopp – Bring’s – So isser braaaaav!




Wie bei der Vorstellung der Herren Buche, Apfel, Kirsche, Zwetschge, Akazie und Mahagoni angekündigt habe ich mich mit Planung und Bau eines Hundeplatzes beschäftigt. Eigentlich nicht irgendeines, sondern eines konkreten: Unseres Lieblingsübungsplatzes der OG Aichach J

Und so gibt es nun eine 1 m – Hürde, eine 50 cm – Hürde, eine Schrägwand, eine Treppe, ein Podest, eine Wippe, einen Tunnel, ein Laufdiel und nicht zu vergessen 4 Fährtenstöcke, 2 Bringhölzer und die Ablageschilder für H(ündinnen) und R(üden) J


Material: Kirschholz (bis auf den Steg der Bringhölzer, ich gestehe es).

Fügetechnik: Kleben! Je nach Bauteil mit Sekundenkleber oder Holzleim.

Werkzeug: Große Kreissäge, Tischkreissäge, Japansäge, Hobel, Bandschleifer, Schleifpapier, Bohrmaschine, Fingernägel, Zähne, …

Finishing: Festool-Öl, mit Schleifpad eingearbeitet.

Zeit: Reden wir nicht drüber, ist ja schließlich Winter ;-)

Was fehlt: Die Fahne *hüstel* - wir arbeiten daran …

Sonntag, 26. Januar 2014

Nach dem Virus ist vor dem Virus

Ja, Lesen bereitet Freude. So meine Überzeugung. Die allerdings angesichts regelmäßiger Schilder mit „Liebe Eltern, neu in unserer Gruppe begrüßen wir 11 grippale Infekte, 5 x Flitzkacke und 2 x Maul-und-Klauen-Seuche!“ etwas ins Wanken gerät. 

Wenn nun das Kind nölig den zweiten Tag zu Hause verbringt, man unbedingt ein paar dringende Mails beantworten und einen wichtigen Bericht fertigstellen sollte, geraten ein paar bis dahin fest zementierte pädagogische Überzeugungen ebenfalls ins Wanken. Soll heißen: Nichts wirksamer als ein mächtiger Zauberspruch, der – Simsalabim – kurz darauf eine Überraschung in der Zimmermitte materialisiert. Das Fütterungsset für die Puppe hat uns dieses Mal gerettet. Nun heißt es: Aufrüsten Vorbereiten.

Ich hatte schon seit längerem die Idee, einen Hundeplatz zu bauen (um genau zu sein nicht irgendeinen). Und hatte dafür schon vor Weihnachten für teures Geld eine Kollektion an verschiedenen Schleich-Hunden erstanden. Die sind auch wirklich, wie alle Schleich-Tiere, super. Aber dann, als ich mich etwas konkreter mit dem Projekt beschäftigt habe, gefielen sie mir nicht mehr. Also nicht als Figuren, sie sind wirklich sehr lebensecht nachgebildet, sondern als Art des Spielzeugs. Denn, gerade weil sie so lebensecht wirklich, engen sie ein, denn der spielende Hund sieht aus wie ein spielender Hund, der sitzende Hund sieht aus wie ein sitzender Hund – und zwar immer. Jetzt mag ich aber (bis zum heutigen Tag *g*) Dinge, die die Phantasie und Kreativität ansprechen und damit Möglichkeiten (er-)schaffen. Nach einer kurzen Phase, in der ich tatsächlich einfach nur kleine Wollbäuschen verwenden wollte – man darf sich den Denkprozess hierbei ruhig als dynamisches, um einen Durchschnittswert schwingendes System mit Peaks um diesen herum vorstellen ;-) – kam ich auf die Idee, ein einfaches Hündchen auszusägen, eher stilisiert, ohne zu viele Details (entspricht auch eher meiner Kompetenz *hüstel*). Und zwar lauter gleiche Hunde. Zur Unterscheidung, so der weiterführende Gedanke, mit verschieden farbigen Halsbändern. Aber DANN habe ich mal den Mann befragt, was er mir denn alles aus seinem Fundus zur Verfügung stellen könnte J

Bei den Deutschen Doggen gibt es fünf Farbschläge. Ich habe es auf sechs gebracht:


Vorstellen möchten sich hiermit:
Vorne v. l. n. r.: Herr Buche, Herr Apfel, Herr Kirsch sowie
Hinten von l. n. r.: Herr Zwetschge, Herr Akazie, Herr Mahagoni.

Bisher habe ich größtenteils mit Fichte und (Flugzeug-)Sperrholz gewerkelt. Nun teilweise zum ersten Mal mit den o. s. Materialien. Und da ich alles mit der Laubsäge gesagt habe, konnte ich sehr gut die Unterschiede der einzelnen Hölzer erleben – Apfel zum Beispiel lehrt Geduld und Demut und hätte ich damit angefangen, wären es wohl die Schleich-Hunde geblieben ;-)

Sozialisiert sind sie bereits


und die Fellpflege ist einfach: Öl J


Nun auf in den Keller, zum Teil 2 . . .