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Sonntag, 25. Januar 2015

Neues aus dem Schlafzimmer ...


wir hatten ja bereits ausführlich über die Messung von Temperatur und Luftfeuchtigkeit berichtet, aber da ich zur Zeit ein Sensorsystem für industrielle Messungen zuhause teste (wo sonst ;-), gibt's neue Erkenntnisse. Na ja, ein paar Kleinigkeiten zumindest.

Zunächst mal war der Vergleich der Werte zwischen unseren Datenloggern und den professionellen Sensoren interessant. Die Temperaturmessung scheint auch bei den billigen Datenloggern genau zu sein, hier beträgt die Abweichung zu den Präzisionsteilen (die mit  0,2° spezifiziert sind) grade mal 0.1 Grad. Anders sieht es bei der Luftfeuchtigkeit aus, hier beträgt die Abweichung etwa 7% rel. Feuchte. Das wäre noch beinahe in der angegebenen Toleranz (knapp 2% bei den Sensoren, +/- 5% bei den Datenloggern), aber da müssten schon beide in die gleiche Richtung falsch liegen. Und meine Erfahrungen mit den HYT-Sensoren sind sehr gut, die erreichen die spezifizierten Werte leicht.

Summa summarum: Die Datenlogger zeigen eine um etwa 7% zu hohe Luftfeuchtigkeit an. Was natürlich die Werte, die sie im Keller anzeigen (eigentlich dauernd um und über 70%) etwas weniger erschreckend wirken lassen. Die 83%, die der HYT-Sensor auf der Bühne heute morgen bei 3,3° anzeigte, aber umso interessanter erscheinen lassen ....

Sieben Prozent Feuchte sind keine Kleinigkeit, das ist schon der Bereich, wo man sich fragt, ob es überhaupt Sinn hat, diese Dinger überhaupt zu verwenden. Unter sich waren sie ja konsistent, das deutet zumindest darauf hin, dass man die kalibrieren könnte. Fragt sich bloß womit, Otto Normalverbraucher hat ja nun eben kein genaues Meßgerät für die Luftfeuchtigkeit rumliegen.

Aber zurück zu den Daten, in der oberen Abbildung die Luftfeuchtigkeit: Man sieht sehr schön den Effekt des Lüftens gegen 19:45 und 8:30 am nächsten Morgen, eine Viertelstunde Lüften senkt die Feuchtigkeit um etwa 5%. Das deckt sich mit unseren Erfahrungen.

Aber man kann viel mehr sehen: Gegen 21:00 Uhr sieht man (mit etwas gutem Willen, das wird durch die langsam ansteigende Temperatur nach dem Lüften überdeckt), wie meine Frau ins Bett geht. Kurz nach 22:00 Uhr folge ich nach. Dann tut sich erstmal nix mehr. Kurz nach zwei wechselt meine Tochter vom Kinderzimmer ins elterliche Bett ... hektische Aktivität folgt. Gegen vier verläßt der Hund dann das Schlafzimmer, kurz nach sechs kommen die Katzen. Gegen sieben wacht so langsam einer nach dem anderen auf, gegen acht dann hektische Aktivität Richtung Bad um halb neun dann wieder Lüften.

Im Wohnzimmer (untere Abbildung) steigt die Temperatur dann langsam, die Luftfeuchtigkeit schnell an. Gegen zehn putzt meine Frau im OG, kurz vor elf schaut Sie aus dem geöffneten Fenster zu, wie meine Tochter und ich im Hof spielen.

Ein weiteres schönes Beispiel dafür, was man mit Temperatur- und Feuchte-Sensoren alles sehen kann, man versteht, warum google für Nest ein paar Milliarden bezahlt hat.

Meine Frau beklagt sich, dass sie sich jetzt ein anderes Plätzchen suchen muß, wenn der Briefträger mal wieder länger bleibt .... Fluch der Technik ;-)

In der unteren Abbildung kann man schön den Kaminofen erkennen, gestern gegen 17:00 Uhr nur moderat angeheizt, bringt er die Temperatur schnell in angenehme Regionen. Nach dem obligatorischen Lüften gegen 20:00 Uhr zum letzten Mal nachgelegt, fällt die Temperatur nach halb zehn langsam wieder ab, aber man sieht, dass es doch etwa vier bis fünf Stunden dauert, bis wir wieder auf dem Ausgangsniveau sind.

Ein paar von diesen Sensoren werde ich wohl hier lassen, zumindest einen im Keller, einen auf der Bühne und einen im Schlafzimmer ;-)

Till

Sonntag, 19. Oktober 2014

Der Herbst ist da!

Hier so:



Jeden Morgen – kühl, aber seeeeeeeeeeeeeeeeeehr feucht. Der Herbst ist da, aber die klaren Nächte noch nicht.

Was ziemlich schade ist, weil man so a) schlecht Sterne gucken und b) schlecht Keller lüften kann. Ein Thema, das hier durchaus mit einer immer wieder auftauchenden, gewissen Brisanz belegt ist. Der aufmerksame Leser weiß ob dieser Problematik bzw. unserer Auslegung, insbesondere bzgl. größtmöglicher Diffusionsoffenheit in den Räumlichkeiten.

Nachdem letzten Sommer im Keller die Werte doch „gerne“ mal die 80 % rel. Luftfeuchtigkeit überschritten haben, haben wir uns dieses Jahr für die Anschaffung eines Luftentfeuchters entschieden und diesen in der Waschküche platziert. Dort, wo ca. 1 – 2 Tage nach kräftigen Regenschauern durchaus mal dunkle Flecken am Boden auftauchen… Die Diskussion war eine längere, da wir ein wenig die Befürchtung hatten, dass wir durch den Luftentfeuchter eventuell permanent Feuchtigkeit durch den Boden nachziehen.

Nun, am Ende des Sommers, ein kleines Fazit: Tatsächlich konnten wir die Feuchtespitzen kappen, sprich unsere Datenlogger haben so als Maximalwerte um die 80 % angezeigt, größtenteils haben sich die Werte bei 70 % + ein bisschen was eingependelt. Das ist durchaus positiv zu sehen, sprich: Ja, die Anschaffung hat sich gelohnt!

Jedoch… Zum Modell selbst: ein Delonghi DES 16W. Entwässert bis zu 16 l/d. Und, DAS war der eigentliche Grund, weshalb wir uns für diese Gerät entschieden haben, ausgestattet mit der Möglichkeit, permanent direkt über Schlauch zu entwässern, statt in den Tank. Leider haben wir es bisher (beide) NICHT geschafft, dieses Merkmal zu aktivieren… Weiß der Geier weshalb (nicht) L Das ist nun nicht gar so erbaulich. So entwässert der Delonghi munter und zuverlässig in den Tank, den wir halt jeden Tag mal leeren. Und hoffentlich können wir ihn bald in die Winterruhe schicken! Bald…


Sonntag, 12. Mai 2013

Hobel sind Präzisionsinstrumente ...


und vor allem wenn sie aus Holz sind sehr empfindlich. Ein gut eingestellter Hobel nimmt grade mal ein Hundertstel dicke Späne ab. Das bedeutet aber auch, dass die Geometrie des Hobels in eben dieser Größenordnung stimmen muss. Leider verändert Holz seine Größe mit der Luftfeuchtigkeit, Holz arbeitet eben.


Um diesen und anderen Unbillen zu trotzen, schützt man empfindliche Werkzeuge üblicherweise durch eine Werkzeugkiste (oder einen Schrank, der ist aber erheblich schlechter zu transportieren). Am besten eine möglichst dichte, die Feuchtigkeit gar nicht erst eindringen läßt. Voila !


In einer ausgeglichen temperierten Werkstatt reicht das aus, in einem feuchten Keller nicht :-( Dabei ist nicht einmal der tatsächliche Wert entscheidend, sondern die Schwankungen. Aber wie vermeidet man die ?

Die erste Idee war eine Heizung: Im Inneren der Werkzeugkiste angebracht, erhöht sie erstens die Temperatur (und senkt damit die relative Feuchtigkeit) und sorgt zweitens durch Konvektion durch die unvermeidlichen Lecks in der Hülle der Werkzeugkiste für einen Abtransport der eingedrungenen Feuchtigkeit. Doch wie ? Zu viel Heizleistung ist ja auch eher kontraproduktiv, wegen Energieverschwendung und dann viel zu warmen und zu trockenen Werkzeugen, die sich dann beim ersten Kontakt mir der Umgebung verziehen. Also nur ein paar Watt.

Nach längerer (na ja, so lang war das gar nicht) Überlegung die Lösung: Ein LED-Streifen von 2m Länge liefert die grob überschlagen nötige Heizleistung:

Vermutlich bin ich einer der wenigen Menschen mit einer beleuchteten Werkzeugkiste ;-)
Sieht - ehrlich gesagt - auch etwas dekadent aus, wenn man den Deckel aufmacht, vielleicht stelle ich irgendwann mal auf eine inverse Kühlschrankbeleuchtung um: Leuchtet nur, wenn der Deckel zu ist.

Idee gut, Ergebnis leider nicht überzeugend: Bringt etwa 0,2 Grad und knapp 3 Prozent weniger Luftfeuchtigkeit .... Nächster Versuch.

 Vielleicht erstmal messen .... also eine kontinuierliche Messung von Temperatur und Luftfeuchtigkeit installiert. Für die "normalen" Anwendungen arbeiten wir ja mit  Datenloggern, aber für diesen Zweck ist das zu mühsam: Alle paar Tage in den Keller gehen, den Windows-Rechner hochfahren um die Auswertesoftware zu starten, Daten runterladen, in Excel transferieren usw. Das dauert insgesamt etwa eine halbe Stunde, zu viel für die regelmäßige Verwendung. 

Normalerweise hätte ich das zähneknirschend akzeptiert. Aber da ich zur Zeit sowieso gemeinsam mit einem Startup an einer Lösung zur industriellen Datenerfassung bastle, stapeln sich die Sensoren, Controller, Funkmodule usw. sowie auf meinem Schreibtisch also musste eine professionelle Lösung her

Ein Carambola Board und ein Feuchtesensor mit digitalem Ausgang liefern nach etwa einem Tag fluchen über die I2C tools unter Linux (die nämlich exakt nicht den I2C Bus unterstützen sondern nur so etwas ähnliches und deshalb zu einem Tag verschärftem debugging und bare metal Programmierung führen - dazu demnächst mehr) ein System, das die Temperatur und Luftfeuchtigkeit in meiner Werkzeugkiste misst und (mehr oder weniger - auch dazu demnächst mehr) live ins Internet bringt.

Hoch interessant, was man mit geeigneten Sensoren alles messen kann ....

Man sieht sehr schön, wie ich etwa am 27.4. am späten Nachmittag kurz zum Basteln in den Keller gegangen bin, die Feuchtigkeit steigt um gigantische 0,4% innerhalb weniger Minuten ...
Wenn drei Erwachsene (?) mit aller Hingabe an Bumerangs basteln, sieht das noch mal ganz anders aus:

3,6% in nicht mal einer halben Stunde ! Big Data ist was Feines ....
Wer sich selber den aktuellen Stand anschauen will, findet den (wenn ich nicht grade an der Hardware bastle) hier.

Conclusio

Erstens: Die Luftfeuchtigkeit konnte durch den Einsatz eines modernen Controllers mit WLAN-Interface nicht nur beobachtet, sondern um etwa 10% gesenkt, die Schwankungen erheblich reduziert werden. Insbesondere dadurch, dass der Controller und vor allem das WLAN-Interface so viel Strom verbrauchen, dass die Heizleistung zu eben diesem Effekt führt. Arduino und ZigBee, sie leben hoch !

Zweitens: 
Es ist inzwischen mit minimalem Aufwand (etwa 50 Euro und ein Tag Arbeit) möglich, sich einen "Internet-Kühlschrank" oder eben eine Internet-Werkzeugkiste zu bauen, ohne Experte zu sein (Ich bin Wirtschaftsinformatiker, kein E-Technik-Ingenieur).

Drittens:
Die Datenlogger, die wir bisher zur Messung von Temperatur und Feuchtigkeit verwendet hatten, zeigen die Temperatur recht genau (paar Zehntel Grad), aber die Feuchtigkeit zwar untereinander konsistent, aber absolut um etwa 6% zu niedrig an (ich traue den einzeln kalibrierten Luxus-Sensoren mit garantierter Maximalabweichung von 2% mehr als den China-Billigteilen. Fairerweise muss man aber auch sagen, dass hier der Sensor etwa soviel gekostet hat, wie der komplette Datenlogger). 

PS: Die allererste Idee zur Lösung des beschriebenen Problems war die Regulierung der Luftfeuchtigkeit durch wasseraufnehmende Salze, gibt's in jedem Baumarkt für wenig Geld, muss man aber regelmäßig kontrollieren und auswechseln. Nicht eben elegant. Wenn nichts anderes hilft, werde ich darauf zurück kommen, aber so leicht gebe ich nicht auf !

Sonntag, 11. November 2012

Infos aus unserem Schlafzimmer

Okay, ich kann es schwer verleugnen: Ich bin Datenfetischistin! Deshalb lagerten die Datenlogger letzte Woche im Schlafzimmer, der Kammer und weiterhin im Wohnzimmer. Und die habe ich jetzt mit Interesse ausgewertet. Aber ich verspreche, nächste Woche gibt’s mal wieder einen techniklastigeren Blog-Beitrag ;-)

Zuerst aber noch eine kleine Ergänzung zu den Auffälligkeiten sprich Schwankungen in der Kurve der Luftfeuchtigkeit im Heizungskeller, die ich vor einer Woche beschrieben habe. Diese Woche hatten wir einen Heizungsmonteur im Haus, da in unserem System zu viel Luft und zu wenig Wasser war (was u. a. daher kam, dass ein Heizkörper im Esszimmer nicht ganz perfekt angeschlossen war und geleckt hat – und immerhin, es mussten 20 l L nachgefüllt werden). Dem haben wir natürlich gleich mal von unseren Messungen berichtet. Und er war durchaus beeindruckt, dass wir diesen Kurvenverlauf haben (was für die Empfindlichkeit der Logger spricht), und hatte auch die Erklärung parat: Wir haben ja einen Gas-Brennwertkessel, d. h. die Abgase werden wenn sie aus dem Brenner kommen abgekühlt – und dabei gibt’s Kondensat. Und das muss ja weg. Was es auch tut, weil das einfach in den Abfluss raus geht. Und das wiederum erhöht die Luftfeuchtigkeit. Und das wiederum ist das, was wir messtechnisch erfasst haben.
So, aber jetzt geht’s – in unser Schlafzimmer:

 
Wir sehen, dass wir bei der Luftfeuchtigkeit (blaue Kurve) so in der Regel über die Nacht einen Anstieg auf Werte in der Größenordnung 65 % haben. Interessant ist wiederum der Verlauf. Die fetten Peaks nach unten, das ist der morgendliche Lüft-Event ;-) Hierdurch wird die Luftfeuchtigkeit um durchschnittlich 10 % reduziert – die sich dann allmählich wieder aufbauen. Die kleineren Peaks entstehen durch das Lüften am Abend und manchmal gibt’s noch welche zur Mittagszeit. Soweit also alles unkritisch (Schimmelpilze benötigen zum Wachstum > 70 % Luftfeuchtigkeit). Spannend sind nun ein paar Details, die Aufschluss über das Verhalten geben. Im grün eingekreisten Bereich ist keine Veränderung von Feuchte und Temperatur (die ja logischerweise beim Lüften ebenfalls reagiert) erkennbar – da bin ich morgens um 4 Uhr aufgestanden und auf Dienstreise gewesen und der Mann kann sich nicht rausreden, klar belegt: Er hat die Fenster nicht geöffnet! Warum dann aber hier im Lauf des Tages die Feuchte abfällt???? *grübel* An den Tagen zuvor (08.11.) und danach (10.11.) habe ich den (blasenden) Lüfter bis zur Mittagszeit in Betrieb gehabt (siehe orangefarbene Markierungen) – und tatsächlich scheint der Anstieg der Luftfeuchtigkeit weniger stark auszufallen. Wenn das Ding nicht so einen verdammten Krach machen würde, könnte man mal eine Testreihe bezüglich der Wirkung über mehrere Tage durchführen, aber das Ding macht halten eben einen verdammten Krach… Wenn man auf heute Morgen schaut, dann fällt die Feuchtereduzierung auch deutlich geringer als an den anderen Tagen aus: Stichwort kräftiger Dauerregen.

Worüber wir uns ein bisschen Sorgen machen, ist die Kammer, da diese unbeheizt ist:

Hier haben wir zu Messzwecken ein paar Mal die Schiebtür ins Schrankzimmer nicht geschlossen (was dauerhaft allerdings keine Lösung ist, da hier für’s Kind hochattraktive Dinge wie Hunderte von CDs lagern *g*) – was zu einer sichtbaren Temperaturerhöhung mit Unterschreitung der kritischen Luftfeuchte führt. Also immerhin, so kann man Einfluss nehmen und die Lage in den Griff bekommen.
Und noch mal zur Verifikation der Trend im Wohnzimmer:

 
Der Kaminofen hält doch ziemlich lang die Wärme nachts – wenn er denn richtig funzt, was mir am Donnerstag Abend (siehe Markierung) aufgrund eines übervollen Aschekastens nicht so ganz geglückt ist ;-)

Fazit: So ein bisschen Datenaufnahme und -auswertung hilft doch für das Verständnis und damit für das eigene Verhalten und notwendige bzw. machbare Maßnahmen. Aber, versprochen, das war vorerst das letzte Mal! J

Sonntag, 4. November 2012

Einhunderteinundfünfzig


Quadratmeter Wohnfläche gemäß der WoFlV. Das ist das Ergebnis der heutigen Berechnungen, denen entsprechende Recherche- und auch noch ein paar Messtätigkeiten voraus gegangen sind.
Noch ein paar mehr Zahlen, nachdem der Sommer nun definitiv vorbei ist und wir natürlich gespannt auf die Entwicklung der Feuchtigkeit im Keller bei Außentemperaturen < Innentemperaturen waren. Nachfolgend eine Auswertung der Datenlogger vom 28.10.2012 bis 04.11.2012, wie gehabt erfolgt die Messwerteerfassung jede Minute. Rot = Temperatur, Blau = Luftfeuchtigkeit.

Zuerst das Wohnzimmer:

 
Perfekt! Maximalwert der Feuchte überschreitet nie 60 %! Dank sei dem mineralischen Putz bzw. unserem diffusionsoffenen Konzept – und dem konsequenten Stoßlüften… Der Kaminofen, der aktuell jeden Abend in Betrieb genommen wird, hat da mit Sicherheit auch einen großen Anteil. Man kann deutlich den Temperaturanstieg am Abend erkennen – sowie den eher langsamen Abfall. Kurz: Passt, weiter so!
Gehen wir mal ein Stockwerk tiefer:

Waschküche:

 
Die eine, klare Nacht ist deutlich erkennbar ;-) Im Wesentlichen verläuft die Temperaturkurve relativ konstant, aber interessant sind die Temperaturpeaks mit einem plötzlichen Anstieg um ca. 2°C – Wäschetrockner??? Die Feuchtigkeit tänzelt so um die 80 % - und landet da auch nach dem Lüften immer wieder L Die große Frage ist natürlich, ob sich dieser Zustand über den Winter bei wirklich trockenem, kalten Wetter verbessern lässt. Definitiv lässt sich im Moment sagen, die Waschküche ist unser feuchtester Raum.
Nachdem wir nach wie vor *hüstel* die Zwangsbelüftung via Ventilator im Heizungskeller nicht an den Strom angeschlossen haben und folglich auch nicht zwangsbelüften, haben wir mal einen Datenlogger dort platziert. Und siehe da:

 
Alles halb so wild, weil wärmer. Die Temperatur ist ziemlich konstant, die Feuchte unter 80 % (und das sollte sich dann tatsächlich mit Lüfter verbessern lassen) – wobei der Verlauf interessante Details bzw. eher kurzwellige Schwankungen aufweist, daher ein Ausschnitt über 24 h:

 
Minimalste Temperaturänderung, aber Feuchteschwankungen von ca. 3 % rel. über 15 min. *grübel* Vielleicht mal dem Heizungstechniker zeigen? Denn eigentlich kann das nur mit der Heizung zusammenhängen und eigentlich dürfte das nicht sein? Vor allem da sich die Temperatur dabei nicht ändert? Ideen?

Wenn wir im Keller lüften, dann lassen wir die vier Kellertüren zu den vier Kellerräumen offen, um ein bisschen Durchzug zu erzeugen.

 
Grün die Waschküche, rot der Heizungskeller. Der Temperaturverlauf im Heizungskeller ist natürlich wesentlich ruhiger, weil, wie beschrieben, noch keine Belüftung erfolgt. Aber kann trotzdem eine gewisse Übereinstimmung erkennen, d. h. etwas Austausch findet durchaus statt.  

Montag, 20. August 2012

Exclusive Details

(über den Sommer)

Da meine Schwester ja meint, dass unser Haus nicht wegen der Wände kühl ist, sondern weil es bei uns einfach kühler ist, während sie in Heidelberg selbstverschuldet leidet, nachfolgend noch ein paar Details bzw. die konkrete Auswertung der Datenlogger (war eh geplant ;-) aber habe ich gestern nicht mehr geschafft, wegen konvertieren, importieren, etc.).
Für die Auswertung habe ich den Zeitraum 12. August 2012 (Start 00:00 Uhr) bis 19. August 2012 (Ende 18:00 Uhr) betrachtet. Die identischen Datenlogger zeichnen jede Minute einen Wert auf. Wir hatten zeitgleich einen Datenlogger außen (im Holzschuppen zum Schutz gegen die Witterung), einen im Keller (in der Waschküche, wegen kritischer Lagerung) und den dritten im Schlafzimmer stationiert – also zumindest die Räume haben dieselbe Ausrichtung (Front), der Holzschuppen steht orthogonal dazu, was einen etwas anderen Einstrahlwinkel bedeutet.

Zuerst die Temperaturverläufe aller drei Datenlogger:

Man sieht sehr schön (oder man würde sehr schön sehen, wenn's denn groß genug wäre... daher: rot = Holzschuppen, blau = Waschküche, orange = Schlafzimmer), wie die – gleich ausgerichteten – Räume, sprich Schlafzimmer und Waschküche, nahezu zeitgleich Veränderungen aufweisen in der Temperatur. Insgesamt ist der bereits gestern beschriebene allmähliche Anstieg der Innentemperatur im Schlafzimmer zu erkennen, während die Waschküche gemittelt sehr stabil mit minimalem Anstieg bleibt. Die Schwankungen im Außenbereich reichen dagegen von 7°C Nachttemperatur bis 33°C (ich denke, das fällt auch für Heidelberger in die Kategorie Sommer ;-))

So richtig spannend ist eigentlich das nächste Diagramm. Wir haben ja, wie mehrfach geschrieben, alles im Haus auf Diffusionsoffenheit ausgelegt und auch von Anfang an intensiv über das Thema Feuchtigkeit – Lüften nachgedacht und diskutiert, zuletzt neulich noch mit H. Weng.


Fügt man zum Außentemperaturverlauf und dem in der Waschküche noch die relative Luftfeuchtigkeit in der Waschküche hinzu (grüne Kurve), zeigen sich interessante Effekte. Gelüftet wird bei uns im Keller, wenn Taußen < Tinnen liegt. Was meistens bedeutet, dass ich nach dem Aufstehen und Blick auf’s Thermometer um kurz vor 5 Uhr (jaja, wir haben einen Hund…) die Kellerfenster öffne, später (beim Frühstück) ergänzt durch offene Kellertür sowie offene Haustür. Wenn der Blick auf die Vorhersage jedoch eine richtig klare, kühle Nacht erwarten lässt, öffnen wir schon auch mal die Fenster beim Insbettgehen. Lange Rede, kurzer Sinn: Mal „so ein bisschen lüften“ senkt zwar die Feuchtigkeit kurzzeitig ab, der Peak wird aber sehr schnell wieder aufgearbeitet, am Langzeittrend tut sich ziemlich wenig L Die ganze Nacht lüften zeigt eindeutig den stärkeren Einfluss. Interessant ist auch die immer mal wieder erkennbare kleine Temperaturerhöhung mit folglich abnehmender relativer Feuchte – weil das zu unterschiedlichen Zeiten geschieht und vermutlich auch unterschiedliche Ursachen hat.

Äääääh, kurz: Es ist dokumentiert, WIR HABEN SOMMER!!!!!

…

Und über alles andere müssen wir nochmals intensiv nachdenken und vielleicht, vielleicht, irgendwann mal berechnen wir aus den Daten auch tatsächlich die Wärmekapazität der Wände.

Sonntag, 19. August 2012

Über den Sommer (und die Vorzüge alter Häuser)


Aktuell hier so:

Am späten Abend noch fast 30°C… Ein Anlass, mal wieder einen Blick auf unsere diversen Datenlogger zu werfen, und zwar dieses Mal auf den im Schlafzimmer stationierten. Wie Till damals schon geschrieben hat, interessiert uns u. a. die Wärmekapazität des Hauses. Werfen wir also mal einen Blick zurück auf diese Woche, die vor allem jetzt zum Ende hin doch sehr schweißtreibend wurde:

Tagestemperaturen von gut 30°C (sicherlich mit deutlichen Spitzenwerten darüber), Nachttemperaturen von ca. 15°C (allerdings alles Wetterstation). Und was hat sich bei uns getan?

Die rote Kurve spiegelt den Temperaturverlauf wider, die gelbe die dazugehörige Feuchtigkeit (vollkommen unproblematisch, nicht der Rede wert - im Moment...). Man sieht prima, wie lange wir schön konstant, mit nur kleinen Schwankungen, bei 20,5°C liegen. Erst an den beiden letzten Tagen, als die Temperaturen so irre hochgeschossen sind, gab es einen – erfreulicherweise allmählichen – Anstieg der Temperatur um 2°C. Der Peak liegt stets am Vormittag gegen halb zehn, da scheint die Sonne noch mit voller Macht in unser Schlafzimmer. Und die Beschattung ist mit Vorhängen, aber ohne Rollläden, auch nur suboptimal. Man sieht, wie lange die Wände letztendlich doch für die Erwärmung benötigen. Aber dafür speichern sie dann auch und die Beeinflussbarkeit ist gering. Trotzdem bin ich vom Nutzen meiner in langen Jahren ausgeklügelten Lüftstrategie überzeugt (aber ich bin ja auch keine Physikerin ;-)) Gut gelüftet, macht auch den Bunker kalt und trocken!
Also: Alte Häuser haben neben vielen anderen positiven Aspekten noch zusätzlich den Vorteil der dicken Wände und kühlen Räume.

Aber heute Nacht, da müssen wir wohl trotzdem erstmalig schwitzen…
Schlaft gut!