Sonntag, 25. August 2013

Hofarbeiten

Wer sich unter „Hofarbeiter“ eine Zofe, einen Kämmerer, einen Hofnarr oder doch gleich den Vertrauten des Königs vorstellt, ist hiermit herzlich eingeladen – in die Realität.

Wir haben begonnen. Es hat begonnen.

Die Vorbereitung:



Gestartet wurde im Vorgarten. Spannend waren eigentlich „nur“ die Baumstümpfe. Vor allem die, von denen wir überhaupt nichts wussten, weil sie unter der Erdoberfläche verborgen waren:


Das nachfolgende Bild ist der Beweis, dass ich die Erfindung der Kettensäge für eine ausgesprochen sinnhafte halte – DAS war nämlich Handarbeit (also meine):



Aber dafür sah der Vorgarten am Abend schon recht weit fortgeschritten aus:


Und wir konnten am nächsten Morgen gleich mal mit der Entsorgung beginnen:


Nachdem unser Minibagger ziemliche Probleme mit dem Aufbrechen der Oberfläche hatte, griffen wir zur nächsten Stufe:


Jede(r) dachte, es liegt an mir und nicht am Bohrhammer, aber nach kurzer Zeit haben wir wiederum die nächste Eskalationsstufe in Angriff nehmen müssen – hier die Tests:


Hach – es geht einfach nichts über das richtige Werkzeug!  


Sonntag, 18. August 2013

Der Rest ist für den Bagger

Neue Pläne für die Villa Z.! Wir pflastern unseren Hof! :-) Kurzfristig aufgrund ein paar unglaublicher guter Umstände entschieden, nicht ohne einen permanenten wie auch penetranten Begleiter namens PANIK auf der linken Schulter, dennoch – so ist der Plan! Jetzt sind wir mit mehr oder weniger kleinen Vorarbeiten wie Steine auswählen und auf Termin (!) bestellen, Containerdienst suchen etc. beschäftigt.

Unter etc. fallen die gestrigen Tätigkeiten. Wie neulich bereits beschrieben, stand der sogenannte „Schweinestall“, die erste Terrassierung, eh auf der ToDo-Liste. Also haben wir Ernst gemacht und den sauberen Teil des Kieses vom Hof nach oben geschleppt sowie auf einer Unkrautsperre platziert.

Aktueller Stand, vor der Ladung Hackschnitzel die das Ganze dann mal abrunden soll, so:


Dafür ist der Hof ziemlich leer. Vom Kies, von Pflanzen an der Mauer wie auch von ein paar kleinen Bäumchen. Und der kräftige Bodendeckerbewuchs im Vorgarten wurde auch mittels Sichelsense „gerodet“ – um mal einen Überblick über die Beschaffenheit, Verlauf und Niveau zu erhalten, denn der Vorgarten – erwähnte ich das schon?? – soll ja auch dieses Jahr noch angelegt werden.


Okay – der Rest ist für den Bagger! :-)

In Sachen Balkon ging es auch weiter, der Estrich ist aufgebracht. Damit ist eigentlich alles für die eigentliche Abdichtung vorbereitet.

Oder kurz: Für beide Gewerke hoffen wir auf schönes Wetter für die nächsten . . . sagen wir mal . . . zwei oder drei Wochen!

Sonntag, 11. August 2013

Angekommen

Wann ist man tatsächlich angekommen? Eingerichtet? Sprich: Was macht ein Haus zu einem Zuhause? Lampen statt Glühbirnen? Ausreichend Schuhregale? Oder . . .

Es gibt hier zwei ungewohnt leere Ecken im Esszimmer. Exakt die, in denen bisher (also seit dem Einzug vor einer gefühlten Ewigkeit) die Kisten mit unseren Bildern standen.

Wir haben nämlich seit gestern Bilder an den Wänden. Und die Kisten mit dem was sich noch darin befindet anschließend auf die Bühne verräumt.

Es war nicht immer einfach, so die Abstimmung und die Entscheidungen *hüstel* Aber: Was soll man sagen? Es sieht richtig, richtig gut aus :-) 


Auch wenn zugegebenermaßen nicht alle hinreichend beeindruckt sind:


Das lässt hoffen. Darauf, dass wir es auch irgendwann schaffen, die weißen Abdeckkappen auf die Schrauben der Rolllädenkästen zu setzen ;-)

Ich lustwandle jetzt mit dem Sektglas durch die Räume und schaue und freue mich! :-) 

Sonntag, 4. August 2013

Rap|pel

„unvermittelt auftretende (vorübergehende) innere Verfassung eines Menschen, aus der heraus er auf verrückte, absonderliche Gedanken kommt und Dinge tut, die anderen unmotiviert, abwegig erscheinen“ (www.duden.de)

So ging es mir und ich habe unsere erste Terrassierung, den sogenannten „Schweinestall“, von Unkraut und allem anderen, was da so gewachsen ist, befreit. Mal wieder sollte ich eigentlich ergänzen… Aber dieses Mal soll die Arbeit nicht umsonst gewesen sein, sprich: dem ersten Schritt


sollen die nächsten folgen.

Geplant ist, eine Unkrautsperre zu verlegen, auf diese Kies zu füllen und dann als Abschluss eine dicke Lage Hackschnitzel – für unsere Tiere. Und vorne möchte mein Mann gerne eine kleine Sitzecke gestalten, Holzterrasse für zwei Stühle und ein kleines Tischchen. So weit, so gut.

Das mit dem Kies, das steht auch schon lange fest, denn das soll der aus dem Hof sein. Durch die Renovierung haben wir immer noch etliches an Dreck und Müll drin, daher stammt die Idee, den Kies komplett zu erneuern. Oder halt eben doch gleich „was Richtiges“ machen – was eher unwahrscheinlich ist :-( Vor allem ist die Frage nach dem „Richtigen“ nicht ganz so einfach. Wir hatten im Kopf schon alles Mögliche, aber auch Unmögliche, umgewälzt. Von einer frischen, dünnen 0/irgendwas-Schotterlage zum Einebnen und Verdichten (seit gestern gestorben, diese Idee, nachdem der Hund direkt vom Schotter auf das graue Sofa gelaufen ist *hüstel*) über Schotterrasen oder einer Asphaltschicht (basierend auf der Grundidee, eine baggerlose Lösung zu finden) oder Spielplatzbelag über klassische Pflastersteine bis hin zu Polymerplatten, wie sie z. B. im Paddockbereich eingesetzt werden (leicht zu verlegen, wasserdurchlässig mit Drainage) *seufz*

Ideen sind an dieser Stelle sehr willkommen!

Auf alle Fälle habe ich gestern mal angefangen, den Kies weiträumig zusammenzu“kehren“. Eindeutig eine Arbeit aus der Kategorie „für eine(n) der Vater & Mutter erschlagen hat“.


Und, siehe oben, wenn wir tatsächlich den ganzen Kies nach oben transportiert und alles gesäubert haben, brauchen wir schnell eine Lösung – alternativ eine Tier-Kind-Fuß-Waschstation im Eingangsbereich.

Till hat in der Zwischenzeit nach Gold oder Öl gesucht – glaube ich…


Und zum Schluss noch ein Foto, weil ich jetzt weiß, warum die Prachtspiere Prachtspiere heißt :-)


Meine Bodendecker, die mir eine Aktion mit der Gartenschere im Frühjahr sehr übel genommen haben, wachsen wieder! :-)

Sonntag, 28. Juli 2013

Gastfreundschaft

Meine Eltern haben zwei Starenkästen aufgestellt. Bewohnte, wohlgemerkt. Finde ich schön und will ich auch bauen. Unter anderem ;-) Also habe ich mir ein Buch „Nisthilfen für Vögel“ (K. Richarz | M. Hormann) zugelegt und studiert (siehe Textstellen unten). Und habe kurze Zeit später meinem Mann euphorisch erklärt, dass ich jetzt ein Insektenhotel bauen werde. Erstaunlicherweise konnte er meine Begeisterung weder teilen, ja nicht mal nachvollziehen, da wir ja einen permanenten Kampf gegen Ameisen im Haus führen. Im Gegenteil, er dachte ernsthaft, ich wolle ihn verarschen weil wir ja einen permanenten Kampf gegen Ameisen im Haus führen :-( Wir konnten uns nach mehrfachen, längeren Diskussionen auf eine Festlegung des Grenzverlaufs zwischen unserem Haus und dem der Wildbienen einigen.

Das erste kleine Projekt war eine Nisthilfe für Bewohner markhaltiger Stängel:


Aber dann habe ich in unserem Holzlieferanten einen Verbündeten gefunden *freu* (ich glaube, das hat auch meinen Mann überzeugt, aus anderem Munde zu hören, dass Nisthilfen für Wildbienen sehr wichtig und nützlich sind), der mich mit Material zum Bau eines Nistholzes versorgt hat.

„... In das Holz werden Löcher von 5-10 cm Tiefe und 2-10 mm Durchmesser gebohrt, wobei Bohrweiten von 5-10 mm überwiegen sollten. ….“


Nachdem ich beim Bau des Sandkastens schon das Hobelmesser ruiniert habe (Nagel übersehen :-( ), war die aktuelle Ausbeute ein Satz stumpfer Schlangenbohrer. Er muss mich wirklich lieben! (Aber wohl nicht so sehr, dass er den Fledermäusen unsere Bühne zur Verfügung stellt; dabei ist sowohl die kleine wie auch die große Hufeisennase vom Aussterben bedroht!) Tipp am Rande (vielleicht sollte ich eine Rubrik „Lessons learnt“ eröffnen???): Zum Bremsen eines um einen 6 mm – Schlangenbohrer rotierenden Holzblocks eignen sich nackte Schienbeine nur begrenzt *hüstel*


„… Sonnige, südost- bis südwest-orientierte Hauswände, Pergolen, Mauern, Gartenzaunpfähle oder Balkonbrüstungen eignen sich zum Aufhängen der Nisthölzer, deren Gänge waagrecht orientiert und frei zugänglich sein müssen. Das Nistholz darf nicht frei hin und her baumeln. …“


Das Hotel hat eröffnet, Gäste herzlich willkommen! :-)

Der Mann hat derweil, angesichts 35°C Außentemperatur (im Schatten), etwas getan, was seit 493 Tagen überfällig und damit knapp unter der magischen 500-Tage-Grenze ist:


Im einzigen Zimmer mit Teppich sind jetzt tatsächlich die 5 Abschlussleisten angebracht. Wieder ein Haken. 

Sonntag, 21. Juli 2013

Alle Kinder lieben . . .

. . . Wasser und Sand. Sogar die mit einer extrem etwas wasserscheuen Mutter. Das mit dem Wasser, das lässt sich bei diesen hochsommerlichen Temperaturen relativ einfach realisieren, angefangen beim mehrmaligen Gießen („Blumen haben Durst.“ „Nein, nein, haben sie nicht, wir haben sie doch erst vor einer halben Stunde gegossen.“ „Doch! BLUMEN HABEN DUUUUUUUUUUURST!“) bis hin zum polymeren Kinder(?)traum:




Das mit dem Sand, das ist, wenn man nicht gerade in Strandnähe oder im Steinbruch lebt, ein anderes Thema. Nachdem ja die Anlegung des Vorgartens der Balkonrenovierung zum Opfer gefallen ist, wollen wir da auch nicht extra etwas aufbauen. Außerdem, so der Gedanke, soll der Sandkasten auf der Terrasse stehen, damit das Kind spielen kann wenn die Eltern was im Haus, also in der Küche erledigen, damit man nur mal schnell um die Ecke schauen muss. Dort aber ist der Platz blöderweise nicht wirklich üppig. Daher hatten wir letztes Jahr eine Sandmuschel angeschafft, in passender Größe, mit Oberteil. Alle glücklich – zumindest bis zum ersten heftigen Gewitterschauer. Der Deckel hat nämlich leider nicht vernünftig abgedichtet, was folglich zum Volllaufen der Unterschale geführt hat. Tja, und wie das halt so ist in Kunststoff“wannen“ läuft das Wasser mangels Möglichkeiten nicht ab :-( Was habe ich Wasser rausgeschaufelt, Sand auf der Terrasse verteilt, abends wieder eingefüllt etc. – halt bis zum nächsten Schauer. Nach einer längeren Regenperiode mussten wir unser Scheitern einsehen und haben am Ende vom Sommer eine veritable Algenzucht entsorgt. Eigentlich hatte ich mit dem Thema abgeschlossen, aaaaaaaaaaaaber:

ALLE KINDER LIEBEN WASSER UND SAND!

Und so ergab es sich, dass ein Freund noch einen Stapel ca. 1 m lange Vierkanthölzer herumliegen und sie uns angeboten hatte. Gerne doch! Schnell war eine Skizze angefertigt (siehe „Lessons learnt“ der Kugelbahn) und die kleine Hobelmaschine eingesteckt.


Und das mit dem Hobeln, das war durchaus eine längere Aktion, da die Hölzer ungleichmäßiger als angenommen waren (den ERSTEN vollen Sack sieht man im Hintergrund). Ich hatte noch nie zuvor so richtig gehobelt, und der „aus-alt-mach-neu“-Effekt hat was. Definitiv. :-)

Schnell war auch eine Bohrschablone zusammengebaut und die Hölzer gebohrt und auf Länge gesägt (ja, hm, was soll ich sagen?? Mein Mann sagte: „Macht nichts, Schatz, ist ja kein Wohnzimmerschrank! - - - Und ehrlich, ich würde Dich auch keinen bauen lassen.“)

Alles rausgetragen und im Warmen weitergearbeitet:


Kanten brechen, schleifen, streichen, trocknen lassen. Dann Montage des Modells „überdimensionierter Blumenkübel“ ;-) Für den „Boden“ habe ich, traumatisiert von den geschilderten Erlebnissen des letzten Jahres, im Gartenzentrum ein Gartenvlies ausgewählt, sprich Sand bleibt drin, Wasser kann raus, und das einfach unten hingetackert.


Blieb noch die Frage der Abdeckung… Die Antwort lautet 2,5 mm dicke Kunststoffplatte (preislich gerade noch vertretbar). Für die Befestigung haben wir nochmals eine mit Holzdübeln versehene Leiste hinten aufgesetzt, so existiert eine Befestigung, ein Gefälle und Feuchtigkeit kann entweichen.


Und jetzt gibt’s Kuchen. SANDkuchen natürlich! :-)


Sonntag, 14. Juli 2013

Es geht aufwärts !


Endlich verläßt uns unser Geländer. Natürlich nur zeitweise, zur Reparartur Restauration.

Nach Wochen der Vorbereitung war es am Freitag endlich soweit, der große Kran (Holzbau Schneider, DANKE !) kam und hob das losgesägte Geländer mühelos fort. Gesägt übrigens, und nicht geflext, um nicht die gesamte Hauswand mit glühenden Stahlpartikeln zu übersähen .... Spaß macht das aber keinen.

Der gesamte (soweit involviert) Bekanntenkreis hatte sich schon lustig gemacht, dass wir einen Kram kommen lassen, anstatt das mit ein paar kräftigen Kumpels am Seil zu erledigen. Als das Geländer dann auf dem LKW stand, konnte man (also nicht nur ich ;-) es kaum bewegen, ich denke, es wiegt eher gut 300 als 200 Kilo. Nix mit "mal eben lupfen" und so.

Nachdem ich - vermutlich war das das Problem - wochenlang Zeit hatte, darüber nachzudenken, was alles schiefgehen könnte (Abstürze, Materialermüdung, das Ding kippt und reißt uns alle vom Balkon usw.) war ich dann beinahe überrascht, wie unspektakulär alles vor sich ging.

Dann blieb nur noch die Feinarbeit,



Entsorgung der letzten überstehenden Reste mit Hammer und Meißel. Na ja, ganz ohne Flex ging es dann doch nicht. Aber nur gaaanz vorsichtig und immer so, dass die Funken weg vom Haus flogen. Ich hoffe jedenfalls, dass ich nicht demnächst die ganze Seite des Hauses streichen werde.

Aber seit heute wird nicht mehr abgerissenbaut, sondern wieder zugemacht. Eine Schicht Gisogrund, um den Sand Mörtel zu stabilisieren und dann die erste  Lage Mörtel in die etwa 15cm tiefen Löcher in der Wand.


*brrrr*

Till

Sonntag, 7. Juli 2013

Und sie rollt und rollt und rollt…

Die Murmel. Was sonst?

„Beim Umgang mit einer Kugelbahn werden spielerisch Wahrnehmung, kognitive Fähigkeiten und Motorik von Kindern gefördert. Durch das Konstruieren und Spielen kommt es u.a. zu Verbesserungen der Raumwahrnehmung, des logischen Denkens, der Auge-Hand-Koordination und der visuellen Wahrnehmung. Daneben wirkt das Spiel mit einer Kugelbahn auch beruhigend und vermittelt Erfolgserlebnisse und somit Selbstsicherheit.“ (von Dipl.-Psych. Martin Stark)

Dieser pädagogische Nutzen mag durchaus gegeben sein und ist natürlich unendlich wertvoll *hüstel*, aber letztendlich macht eine Murmelbahn einfach Spaß und fasziniert und beschert der erkälteten Mutter wertvolle Freiminuten.

Bei unserer handelt es sich um ein eher spontanes selbstgefertigtes Konstrukt, weit – falsch: sehr weit entfernt von dem, was uns inspiriert hat:


Unendlich cool, oder? Aber jeder fängt mal mit dem ersten Loch an. Oder manchmal auch mit zweien, aber das ist eine andere Geschichte, die auch nicht ein anderes Mal erzählt werden wird aber der Lerneffekt lautet: Probier’s mal mit einer Skizze vor dem Anfangen (dann wären die Proportionen auch noch ein wenig anders) . . .

Till kam ja neulich mit wunderbarem Kirschholz nach Hause, und das wurde jetzt für erste Basteleien verwendet. Blöderweise mit pseudo-designfetischistischen Anwandlungen. Will heißen: Neinnein, unsere Murmelbahn hat keinen Rahmen, unsere Murmelbahn schwebt mittig gehalten, alles im Winkel, alles pur:




Und – es klappt!! :-)


Aber man muss hier klar den Nutzen bzw. die Praktikabilität von den anderen Gedanken trennen, denn das Einpassen der Bahnen in den Pfosten


wie auch die Bearbeitung der Führung zu den Löchern mit diversen abgerundeten Stechbeiteln, damit die Kugeln nicht einfach über jenes hinausschießen, war echt zeitaufwendig und ein bisschen frickelig. Oder kurz: Für das modulare System zum Selbstbau, das uns in Schritt 2 vorschwebt, sind diese Merkmale mit Sicherheit keine Option.

Ja, ich glaube, man macht so eine schöne modulare Murmelbahn mal kurz an einem Nachmittag. Warum sagt er jetzt: „Gut Schatz, mach!“ ????? 

Sonntag, 30. Juni 2013

Archäologen und Chirurgen machen das auch so ...


nämlich schichtweise und vorsichtig.

Von Anfang an: Es geht um den Balkon. Das Gerüst steht, Verwahrung und Regenrinne sind demontiert. Jetzt geht's an die Bodenplatte. Die muss wieder eine stabile Oberfläche erhalten, um der Abdichtung eine solide Grundlage zu verschaffen. Das aber möglichst minimal-invasiv. Da an einer Stelle am Rand die oberste Estrich-Schicht sowieso lose war (und damit weg musste) war das die Gelegenheit, den Aufbau näher zu untersuchen. Erwartet hatte ich eine (eher dünne) Estrich-Schicht und dann eine massive Betonplatte.

Irren ist menschlich sprach der Igel ...

Wie man oben (mit etwas Mühe) sieht, ist die oberste Mörtel-Schicht nur etwa einen Zentimeter dick. Dann folgt etwas, das wie Kies mit etwas Mörtel aussieht ("1:1 Mischung, ein Sack Zement auf einen Laster Kies") und dann ... na ja. Sieht aus wie etwa faustgroße Steine in Sand.

Die aktuelle Vermutung: Ein Rahmen aus Doppel-T-Trägern wurde unten mit einer dünnen Betonschicht ausgegossen. Darauf dann eine Lage Füllmaterial (Schotter) mit ein bisschen Zement vermischt, oben drauf dann Kies wieder mit etwas Zement und dann ein dünner Glattstrich. Zement scheint vor hundert Jahren ziemlich teuer gewesen zu sein, wenn ich mal Zeit habe, werde ich das recherchieren.

Die Konsequenz: FINGER WEG ! Ein kräftiger Schlag zu viel und das Ganze löst sich in Wohlgefallen auf. Also ganz vorsichtig den Estrich sauber machen und von Hand anrauhen, damit der neue Glattstrich hält. Vorher nur die losen und/oder brüchigen Stellen GAAAAAANZ VORSICHTIG entfernen und wieder auffüllen.

Das werde ich Dienstag machen. Daumen drücken !

Till

Sonntag, 23. Juni 2013

Betatests gibt's nicht nur bei Software ...


Aber ich will vorne anfangen. Als Abwechslung von der zwar im Ergebnis meistens erfreuenden, auf dem Weg dorthin aber nicht immer spaßigen Bastelei an Haus und Hof habe ich mir quasi als Belohnung für ein anstrengendes Semester einen (kostenpflichtigen) Bastel-Workshop bei Dictum in München gegönnt (das erste Mal, dass ich tatsächlich jemanden für's Lehren bezahlt habe, für mich ja nun eine ungewohnte Rollenverteilung ;-)

Um das gleich vorweg zu nehmen, die Werkstatt, der Laden und die Mitarbeiter bei Dictum sind ausgesprochen angenehm und freundlich und deshalb jederzeit einen - auch ggf. zu bezahlenden - Besuch wert !

Ziel der Veranstaltung mit Chris Schwarz war der Bau einer kleinen Gestellsäge. Wie man sieht, ist das auch gut gelungen ;-) Und mit dem Ding zu sägen, macht mächtig Spaß ! Wenn man es denn kann .... Ich hatte das mit der klassischen (viel größeren) Version schon mehrfach probiert, im wesentlichen ohne Erfolg. Also nicht nur bauen, sondern auch sägen lernen. So war der Workshop auch angelegt. Ein Tag bauen, ein Tag sägen. Das hat nicht ganz hingehauen, aber gegen Mittag des zweiten Tages war meine Säge fertig.

Der Bau ausschließlich mit Handwerkzeugen war eine interessante Erfahrung. Die Genauigkeit, die man mit Handsäge, Stechbeitel und vor allem mit Raspel und Ziehklinge erreicht ist beeindruckend (wenn auch bei über 30 Grad im Schatten ziemlich schweißtreibend ;-) Für mich am interessantesten war der Unterschied zwischen einer maschinengefertigten Baumarkt-Raspel (eignet sich höchstens zu sehr grober Arbeit) und einer handgehauenen Raspel (ein reines Vergnügen und in der Geschwindigkeit fast genau so schnell. Leider zehnmal so teuer). Die erste Position auf meinem Weihnachts-Wunschzettel steht schon fest, genauer gesagt die ersten drei, mit einer Raspel kommt man nicht weit ;-)

Die einzige Maschine, die zum Einsatz kam, war die Drechselbank für die Herstellung der Griffe. Ich hatte vorher noch nie gedrechselt, das macht ja richtig Spaß !


Wie bringe ich meiner Frau jetzt bloß bei, daß sie unbedingt eine Drechselbank braucht ????
Vielleicht ein bisschen Spielzeug für unsere Kleine drechseln .... mal schauen ;-)

Die ersten Versuche, mit der Säge dann auch zu sägen (ich durfte das unter den neugierigen Augen der anderen Teilnehmer machen, da ich als erster fertig war), waren eher zaghaft und von wenig Erfolg gekrönt "Use all the teeth, you payed for them" .... aber nach ein paar Tips und fünf Minuten Übung ging das ganz hervorragend ! Der entscheidende Trick ist, das Werkstück flach auf die Hobelbank zu spannen und die Säge senkrecht am unteren (großen) Griff mit beiden Händen zu halten. Wirklich senkrecht und nicht zu zaghaft. Dann sägt man hier auch enge Kurven in zwei Zentimeter dickem (Fichten-) Holz schneller und viel genauer als mit der Stichsäge. Ziel erreicht !

Zurück zum Betatest, wir waren als erste Teilnehmer dieses Kurses quasi die Versuchskarnickel: Die Seitenteile sollten wir 300mm lang machen, meine waren dann auch 300+/-0,3mm. Und damit etwa 7 Millimeter zu kurz für die Schablone ... kein Problem, scheiß auf Schablone, freihändig gezeichnet. Das Mittelteil war - wie sich bei der Endmontage herausstellte (wie gesagt, unter den neugierigen Augen ...)  fünf Millimeter zu kurz ("make it exactly 338 Mills", meins war so etwa 338,3), "you made it too short, maybe the tenon is too long", ich darauf hin kleinlaut "Maybe I measured something wrong", "Nice that you admit it" ... als dann bei den anderen die Sägen genau so schief waren, beschlossen wir, daß das auf die Schwierigkeiten der Umrechnung vom zölligen zum metrischen System zurückzuführen war und bauten die Mittelteile neu. Mir als Programmierer kommt sowas bekannt vor ;-)

Alles in Allem: Hat mächtig Spaß gemacht, ich habe viel gelernt, nicht nur über Basteln, sondern auch über das Lehren: Ich finde, man kann viel von "nicht-beamteten Lehrern" lernen, die auf die Zufriedenheit der Teilnehmer angewiesen sind, vielleicht kann ich ja den nächsten Kurs als Dienstreise machen ;-)

Till



Sonntag, 16. Juni 2013

Über Jäger und Sammler. Oder: Auf eine gute Nachbarschaft!

Mein Mann ist ein notorischer Bastler und bedingt durch diese Eigenschaft ein Jäger UND Sammler, „der alles tut und kauft, um seine Familie glücklich zu machen“ (Zitat Ende). Was ja, wenn man mit einer so toleranten Frau gesegnet ist *hüstel* keinerlei Reibungspunkte beinhaltet. So im Wesentlichen zumindest. Bis auf, ja bis auf . . .

. . . diese Sache mit den Päckchen.

So gut wie alles, was an Basisbauteilen und Rohmaterial benötigt wird, insbesondere beim Schwerpunkt Elektronik, kommt auf postalischem Wege hier an. So weit, so gut. Nur sind wir aufgrund Berufstätigkeit und weiterer Aktivitäten nur in den seltensten Fällen auch wirklich zu Hause, wenn DHL, Hermes & Co. hier klingeln. Je nach Unternehmen ist die Hemmschwelle, in der Nachbarschaft anzuläuten, mehr oder weniger groß. Keine Ahnung, was die Nachbarn so von uns halten – aber wer will das schon ehrlich wissen ;-) Also musste ein Lösung oder zumindest eine Situationsverbesserung her.

Und die sieht folgendermaßen aus: http://www.manufactum.de/grossraumbriefkasten-silbergrau-paketfach-p1412820/ (und war ein Weihnachtsgeschenk der Eltern)

Gestern war es dann soweit.

Wichtig – die Wareneingangskontrolle:


 Vorbereitung Fundament & Fundament:






Und dann, am Ende des Tages:


Wir haben – unabhängig vom Preis – mit Schnellzement gearbeitet. Den Rest aus dem Sack habe ich verwendet, um nach dem verhassten Unkraut jäten die Fuge zwischen Mauer und Gehweg zu schließen. Und nachdem es nicht für die ganze Breite gereicht hat, verfüge ich jetzt sogar hochprofessionell über eine Kontrollgruppe ;-)

Ne Spaßbastelei gab’s nebenher auch, inspiriert vom „Musikgarten“:


Geölt sehen sogar die Fichtenleisten gut aus ;-) Für den Deckel habe ich Flugzeugsperrholz verwendet – dünn, elastisch, stabil. Eigentlich hatte ich den „Goldenen Schnitt“ favorisiert (aus Prinzip, ich mag den goldenen Schnitt), aber eine kleine Recherche hat ergeben, dass dieser nicht zu einem wohlklingenden Intervall führt, daher die Quinte mit einem Teilungsverhältnis von 3:2.

Und so hört sich das an:


(Musik: „Tanz der wilden Pferde“ / CD zum Musikgarten Liederbuch für Eltern „Tierwelt“)

Sonntag, 9. Juni 2013

Sie hat's geschafft .....


meine Frau: Den robustesten (ich kenne sie ja schließlich schon eine Weile) Kinderwagen, den wir finden konnten (der Vorgänger von dem hier) schon beim ersten Kind durch Materialermüdung zum Kollaps zu bringen .... Man sieht eine der Drehachsen des federnden Gestells. Vielleicht sind täglich zwei bis drei Stunden Gewaltmarsch über Stock und Stein, meistens im Wald, doch nicht ganz der typische Use-Case, für den diese Produkte entworfen wurden ... 

Aber wie auch immer, er fährt nicht. Vermutlich würde der Hersteller das sogar auf Kulanz reparieren. Aber was macht man in den sechs Wochen, bis der reparierte Wagen wieder da ist (so ging es unserer Tagesmutter letztens) ?

Also: Selber machen. Leider ist es schon Sonntag Abend, die Geschäfte haben zu, ich muß noch ein paar Sachen für morgen vorbereiten und wir brauchen den Wagen morgen früh wieder, um zum Turnen zu kommen. Also eine Reparatur im MacGyver-Stil:


Morgen Abend mache ich das dann richtig (na ja, besser), Schraube im passenden Durchmesser, selbstsichernde Hutmutter, Teflon-Unterlegscheibe. Aber solange wird es hoffentlich auch so halten ;-)


Till

Sonntag, 2. Juni 2013

Untypisch

Heute beschäftigen wir uns mal mit etwas eher Untypischem: Dem Neubau. Ich meine, unser Blog heißt ja „Haus renovieren“ und nicht „Haus bauen“ – das sagt ja eigentlich schon alles. Dennoch…

Wir präsentieren Neubau Nr. 1:



:-) Herzlich Willkommen!

Wir präsentieren Neubau Nr. 2:

Wetterlage gepaart mit aktuellem Konzentrationsschwerpunkt des werten Töchterleins und, ich geb’s zu, einer gewissen mütterlichen Entscheidungsfindungsunfähigkeit in Sachen Projektpriorisierung, haben zu folgender häuslicher Ergänzung geführt:



Die Anleitung habe ich auf einer netten Bastelseite, die ich sicherlich noch öfters besuchen werde, gefunden: https://sites.google.com/site/spielebasteln/holz-bauernhof-fuer-schleich-selber-bauen.

Es gibt allerdings ein paar Erfahrungen, die ich gerne einfließen lassen möchte:

1. Das Material. Der Charme dieser demontierbaren Steck-Bauweise ist zugleich natürlich eine gewisse Schwäche. Man sollte sich durchaus über die Holzauswahl Gedanken machen und nicht, wie ich es getan habe, zum nächstbesten Sperrholz-Reststück greifen (auch wenn es 6 mm Stärke hat). Denn ein Seitenteil ist mir nach dem Finishing aus der Hand geglitten und natürlich (würde hier gerne Murphys Homepage verlinken, aber der S… hat keine) auf dem „Pfosten“ gelandet, der dieser Belastung nicht standgehalten hat. Naja, macht nichts, noch mal sägen. Und dabei hatte ich die grandiose Idee, das Design etwas zu verändern und Bogenfenster einzuarbeiten. Was uns zur nächsten Erfahrung bringt. 

2. Das Hirn immer mitlaufen lassen.


Is klar, ne?

Nachdem ich ursprünglich eigentlich auch die Tiere aus Holz anfertigen wollte, haben wir und doch für die „Schleich-Tiere“ entschieden. Die sind zwar nicht wirklich billig (und daher wird sich der Bestand erst über Jahre aufbauen), aber doch recht realitätsnah und gut in der Größe.

Hundehütte (im Tarnlook *hüstel*)


 und Unterstand sind Eigenentwürfe. Auf zum Spielen! 

Sonntag, 26. Mai 2013

Balkone haben bei Neubauten ein Gefälle von mindestens 2% aufzuweisen.

so die DIN 18195. Und das nicht ohne Grund. Wenn das Wasser in die Wand läuft, weil die Abdichtung eben  nicht mehr dicht ist, hat das unangenehme Folgen, wir berichteten. Jetzt geht's also an's Sanieren. Vorab mal ein paar Platten abgenommen, das etwas erschütternde Ergebnis


sieht bei Sonnenschein gar nicht so schlimm aus, aber der Mörtel in dem die Platten liegen läßt sich mit dem Finger wegbröseln, zum Abnehmen der Platten war nur deshalb ein Spachtel erforderlich, weil die Finger nicht in die Fugen passen .....

Wenn man genau hinsieht, erkennt man, dass es in der Mitte immer noch feucht ist, während rechts (zum Haus hin) ein trockener Bereich zu erkennen ist. Der Balkon hat nicht nur kein Gefälle zum Rand hin, sondern eine Mulde, in der das Wasser regelrecht stehen bleibt. Wenn das dann gefriert, ist das nicht grade  gesund für's Material. Wie kann man so pfuschen ????

Aber jetzt wird alles besser, Ende Mai kommt das Gerüst dran und dann geht's los.

Allerdings anders als geplant. Das Angebot des Dachdeckers war, sagen wir mal interessant. Es hatte sowieso schon Wochen und eine Reihe von immer drängenderen Anrufen gedauert, bis sich überhaupt jemand dazu bequemt hatte, vorbeizukommen und sich den Balkon anzuschauen. Knapp 2000 Euro für die Abdichtung von knapp 3 Quadratmeter Balkon (also nicht für die Entfernung des Altbelags, Gerüst, Glattstrich, Estrich oder so, sondern tatsächlich nur die Abdichtung) sind schon ein Wort. Dachdecker sollte man sein. Den Stundenlohn kriege ich kaum - und ich bin immerhin Professor (wenn ich mal was freiberuflich mache, was eher selten vorkommt).

Also anders. Statt Bitumen vom Dachdecker wird's Folie vom Flaschner (den brauchen wir eh für die Verwahrung) und ein Holzbelag von Holzbau Schneider, da kriegt man gute Arbeit dann wenn man sie braucht zu einem vernünftigen Preis. Den Rest (abgesehen von der Restauration des Geländers, der größte Brocken bei diesem Paket) mache ich selber.

Ich verstehe ja durchaus, dass jeder Handwerker etwas verdienen muss, und dass bei einem Kleinauftrag trotzdem Rüstzeiten, Overhead usw. anfallen. Aber wenn dann eine Balkonsanierung (ohne Luxusgeländer wie bei uns) schließlich 10.000 Euro kostet, weil 7 Handwerker beteiligt sind, jeder mit zwei Mann anrückt und einen Tag dafür braucht (weil der halbe schon mit Einladen, Anfahrt, Auspacken, Vesper usw. verbraucht wird) dann stimmt einfach irgendwas nicht. Das ist schon fast eine Einladung zur Schwarzarbeit. Die bei so einer heiklen Sache (von grundsätzlichen Erwägungen mal ganz abgesehen) überhaupt nicht in Frage kommt.

Fortsetzung folgt .....

Sonntag, 19. Mai 2013

414


Tage nach dem Einzug und alle (!) Türen sind nun mit einer Türklinke ausgestattet. Also die 7 Zimmertüren im EG, die 5 Türen im OG wie auch die EG-Eingangstür:



und sogar die Kellertür:


Die Beschläge der Schiebetüren sind auch überarbeitet.

Was ein riesengroßer "ERLEDIGT!!!"-Haken dran und – SCHÖNE PFINGSTEN!! :-)