Sonntag, 31. Mai 2015

Dinge im Wandel der Zeit

Meine Schwester ist letztes Wochenende 50 Jahre alt geworden! :-) 

Folglich waren wir dort und nicht hier. Folglich war es deshalb letztes Wochenende still im Blog.

Wir haben aber „Hausaufgaben“ mitgenommen: ein Hochzeitsgeschenk, das den Originalzustand weit verlassen hat – nein, NICHT die Braut ;-)

Damals – es war ein heißer Julitag – wurde eine prächtige Blumenschale überreicht, vom Brautpaar insgeheim belächelt, aber dann doch drei Mal umgezogen und die letzten 16 Jahre konstant an dekorativer Stelle im Wohnzimmer des Eigenheimes platziert.

Und jetzt ging der Lack ab. Und die Frage kam auf, ob wir jemanden kennen, der Sandstrahlen kann. Ja, kennen wir. Und zwar der Till selber, die Steffi könnte das zwar auch, aber das ist ihr zu schmutzig !

Gestern gestrahlt (und zum Glück fast keine Löcher in die rostigen Stellen hinein geschossen) und dann mit Rostumwandler, den wir noch vom letzten Jahr hatten, bearbeitet.

Das ist schon cooles Zeug. „Rostumwandler sind flüssige Stoffgemische, die zur Umkehrung oder Beendigung des Oxidationsprozesses von Eisen eingesetzt werden. Durch den chemischen Prozess wird der Rost in stabile Eisen(III)-verbindungen umgewandelt. Der umgewandelte Stoff bildet insbesondere keine porösen Strukturen mehr, die Feuchtigkeit halten und damit weitere Korrosion fördern.“ (http://de.wikipedia.org/wiki/Rostumwandler)

Auch optisch ist der Umwandlungsprozess reizvoll:


Die nächsten Tage wird neu lackiert (schwarzer Hammerschlaglack) und dann, wenn das Geburtstagsgeschenk am nächsten Wochenende eingelöst wird, kann die Schale die nächsten 25 Jahre in Angriff nehmen… 

Sonntag, 17. Mai 2015

Wer Kunststoff kennt nimmt Stahl

Spielerfrau, Waffenhändlerin, Unterwäschemodel – in meinem nächsten Leben werde ich einen anständigen Beruf lernen!

Seltsamerweise habe ich noch nie jemanden getroffen, der auf „Ich habe Kunststofftechnik studiert!“ mit „Wow! Cool!“ geantwortet hat. Wohlwollende Worte klingen meist „Ehrlich – das kann man studieren?!?!?!?“, weniger wohlwollende gehen häufig in Richtung des Titels. Damit wächst der normale Maschinenbauer auf. Das ist sein Mantra, von dem er nie mehr abrücken wird. In seltenen Fällen kommt Aluminium in Frage, in anderen, wenn’s denn nicht rosten darf, Edelstahl. Das war’s dann auch schon.

Wenn ich jetzt hier ein Plädoyer für Polymere halte, könnte ich mich dem – natürlich korrekten – Vorwurf der Befangenheit aussetzen. Also sage ich nur so viel: Kunststoffe sind tolle Werkstoffe, ABER man muss sie halt richtig einsetzen. Und ihren manchmal schlechten Ruf haben sie, weil genau dieser letzte Punkt häufig nicht berücksichtigt wird. Am Anfang muss immer die genaue Definition der Anforderungen stehen: Temperatur, Bauteiltoleranz, Umgebung, sonstige Anforderungen (z. B. chemische Beständigkeiten) usw.

Was das in einem Bastelblog zu suchen hat? Eigentlich wenig, wenn ich nicht gestern die Bastelzeit damit verbracht hätte, Grundlagen aus dem Grundstudium anzuwenden – denn solange ich noch dieses Leben und nicht das nächste lebe, werde ich damit wider Erwarten doch ab und an mal konfrontiert… :-) 

Aufgabenstellung: Ändere den Grad der Sorgenfalten auf des Mannes Stirn.

Im Rahmen eines Projektes gibt es ein paar unerwartete Messdaten, deren Ursachenfindung nicht einfach ist. Unter anderem wurde ein nicht spezifiziertes Polymer in einer recht anspruchsvollen Umgebung eingesetzt, woraufhin mein Ehrgeiz natürlich geweckt war.

Kunststoffe identifizieren geht am einfachsten in einem dafür spezialisierten Labor mit feinster Analytik. Blöderweise leider auch der zeit- und insbesondere geldintensivste Weg, zu einer Antwort zu gelangen. Es geht in Teilen, die weiter sind als man denkt, auch anders, und insbesondere DIE Laborpraktika habe ich nicht vergessen :-) 

Erster Eindruck: Es handelt sich um ein graues Polymer, das als Rundmaterial vorliegt. Oberfläche nicht paraffinartig, kann mit dem Fingernagel nicht eingeritzt werden, klingt beim Fallenlassen nicht metallisch sondern eher dumpf und geht in Wasser unter. Damit können Polyethylen sowie Polypropylen schon mal ausgeschlossen werden.

Die Probe lässt sich spanend bearbeiten, wobei der Span nicht bricht:


Und die Dichte des schön abgedrehten Zylinders wird mit 1,37 g/cm³ bestimmt. Was auf PET, PVC, PES oder irgendeinen anderen Kunststoff, der als Copolymer/Blend oder mit Füllstoffen vorliegt, hindeutet…

Weiter zur Brandprobe, der Teil, an den ich mich noch sehr gut aus meinem Studium erinnern kann. Bei der Beurteilung geht es um das Brennverhalten an sich: brennt, brennt nicht, brennt nur in der Flamme, brennt auch außerhalb, rußt, schmilzt, tropft dabei, zersetzt sich und so weiter. Ein ganz wichtiges Indiz ist dann der Geruch, da dieser sehr häufig sehr typisch ist.


In unserem Fall lässt sich die Probe entzünden, brennt auch außerhalb der Flamme selbständig mit gelblicher Flamme weiter, schmilzt tropfend UND stinkt nach verbranntem Horn (einfach mal Hufspäne anzünden – vergisst man nie im Leben ;-) ). Letzteres ist ein ziemlich deutlicher Hinweis auf Polyamid. Hmmm…

Polyamid lässt sich mit Ameisensäure kleben. Wäre ein Versuch wert, um die Vermutung verifzieren zu können. Blöderweise keine Ameisensäure im Haus (?!?!?!?). Aber es gibt eine Apotheke, die am Samstag Nachmittag geöffnet hat. Während der Mann sich überlegt, ob man mir wohl ne 30%-ige Lösung anvertraut, komme ich zu seinem Entsetzen mit reiner, wasserfreier Ameisensäure nach Hause (verhandeln kann ich *g*). Das Zeug ist in höchstem (!) Maße ätzend, da sollte man so konzentriert wie die Lösung sein und selbstverständlich mit Sicherheitsbrille und Handschuhen arbeiten (und möglichst keine Kunstfasern tragen…). Schöner Gag am Rand: Ich hole meine Sicherheitsbrille aus dem Etui und stelle fest, dass der Metallbügel gebrochen ist… Daher die dunkle Alternative:


Folgendes Ergebnis:



Der Kunststoff wird angelöst / schmilzt!

Der Verdacht erhärtet sich und ich tippe stark auf ein gefülltes / verstärktes PA. Da gibt es gängige Typen, die mit Glasfasern gefüllt sind. Und – Bingo – PA 6 GF30 hat zufällig auch die passende Dichte mit 1,36 - 1,37 g/cm³. Da muss man immer ein bisschen vorsichtig sein, weil viele Eigenschaften natürlich herstellerspezifisch sind.

Eine 200-fache Vergrößerung der abgedrehten Fläche zeigt, yep, könnte sein:  


Polyamid ist ein toller Werkstoff, der auch häufig im Maschinenbau Anwendung findet. Besonders weil er eine gute Festigkeit und thermische Beständigkeit aufweist, schlagzäh ist, über ein gutes Gleitreibungsverhalten verfügt und sich gut verarbeiten lässt. Bisschen blöd ist allerdings die Wasseraufnahme. Die kann je nach Typ und Modifikation fast bis zu 10 % bei Wasserlagerung betragen und bei Normklima schon so bis zu 3 %. Heißt für die Verwendung / Konstruktion: DAS muss berücksichtigt werden. Bei unverstärktem PA (z. B. Ultramid A und B) beträgt die Volumenänderung max. 0,9 % und die mittlere Längenzunahme 0,2 – 0,3 % pro Gewichts% aufgenommenem Wasser. Glasfaserverstärkte Varianten sind deutlich maßstabiler, hier hängt es allerdings ganz stark von der Verteilung der Faser im Kunststoff ab, wie sich die Maße ändern.

Wie auch immer: Wasseraufnahme ist ebenfalls ein Indikator für PA und natürlich für den spezifischen Einsatzzweck sehr wichtig.

Um die Messung zu beschleunigen (Geduld ist nicht meine Stärke) knapp 5 g Späne genommen, gewogen, 90 min im Backofen bei 70°C getrocknet und wieder gewogen, auf eine Differenz von ziemlich genau 2 % gekommen und dann die Späne für 2 h in Hahnawassa gelagert. Das ist dann der Punkt, wo man sich denkt: So weit, so gut – aber wie kriege ich jetzt das verdammte Wasser heraus??? Mit Druckluft abpusten dürfte zu hohem Materialverlust führen. Also Späne ins Sieb der Teekanne gestopft, zwei Mal mit Spiritus übergossen und dann trocknen / abdampfen lassen.


Ich gebe zu, hier leidet die Präzision, aber ein Wert von 6,5 % Wasseraufnahme bei Wasserlagerung stimmt recht gut mit der Kern-Datenbank überein.

Fazit: Vieles deutet darauf hin, dass es sich bei dem betrachteten Material um ein PA 6 mit 30 % Glasfasern handelt. Es kann natürlich auch irgendein anders verstärkter PA oder gar ein verstärktes Copolymer oder was vollkommen exotisches sein, aber man darf sich auch gerne an Wahrscheinlichkeiten orientieren ;-) 

Sonntag, 10. Mai 2015

Eine Erdbeere, ein Blättchen Basilikum und ein Gläschen Champagner

Klingt nach Sommerfreuden.

Dauert also noch ein bisschen…

ABER die Basis ist geschaffen :-)

Wir haben ja hauptsächlich Hof und Urwald schönen Steilhang, bisschen Rasen, bisschen Nennen-wir-es-Beet-in-Warteposition und das war’s. Kein Gärtnergarten. Was, wenn man kein Gärtner ist und keine Zeit für’s Gärtnern hat, definitiv ein Vorteil ist. Aber so ein bisschen was ist anderseits schon nett. Und unter „so ein bisschen was“ fallen Tomaten (noch sonnenwarm und blutrot zum Naschen – mmmmhhhh) – lässt sich durch zwei Töpfe lösen – sowie Kräuter.

In einer Garten-„Selbermachen“ bin ich neulich auf etwas gestoßen, was mir von der Idee her gefallen hat: Grow-Bags und ein passendes Arrangement. Heißt: Direkt in einen Sack pflanzen. Auch wenn ich noch nie davon gehört habe, ist das mittlerweile wohl eine gar nicht so unübliche Methode. Mit ein paar Vorteilen: Anzuchterde ist sehr gut für’s Wachstum von Kräutern und Saatgut (zwingt zur Wurzelbildung), direkt in den Sack pflanzen ist unproblematisch in der Handhabung, sparsam im Wasser, hält Unkraut fern und kann am Ende der Saison supereinfach im Kompost entsorgt werden (wenn man denn einen schönen Komposthaufen hat…). Hörte sich irgendwie attraktiv an. Dazu wurde ein Kräuterregal vorgestellt: http://www.selbst.de/garten-balkon-artikel/gartenmoebel-gartenausstattung/pflanztisch/kraeuterbeet-regal-bauen-149831.html

Nun gibt es „echte“ Floragard Grow Bags vielleicht in München oder Hamburg oder Berlin, wo Menschen diese für die Dachterrasse ihrer Penthouse-Wohnung benötigen. Hier in Schwaben ist die Idee als solche natürlich vollkommen widersinnig – hier ist die Liebe zum Sparen genetisch verankert! Also halt drei Säcke verfügbare Kräuter-Anzucht-Erde gekauft und bei der Terrassen-Dielen Aktion vom Bauhaus zugeschlagen (Sparen, gell!). Die generelle Idee des Kräuterregals wurde übernommen, die Maße nicht. Führt demzufolge zu folgendem Ergebnis:


Zu den Bewohnern:

Oben „Englische Minze“ (es geht im Sommer doch nichts über einen Pfefferminztee mit frischer Minze), Walderdbeere „Fontaine“ („… es ist beim Dünger darauf zu achten dass der Kaliumanteil größer ist als der Stickstoffanteil…), Koriander.

Mitte: Estragon, Thymian, hängender Rosmarin.

Unten: Schnittlauch, Kerbel, Basilikum.

Richtig – Salbei fehlt. Der hat doch tatsächlich den Winter im Topf überlebt und treibt wie noch mal was :-)

Ob sich das Konzept nun als tauglich herausstellen wird?! Wird sich zeigen! 

Sonntag, 3. Mai 2015

Sie sind wieder da!

Verhext. Zumindest fühlt es sich fast so an. Nach einem elenden Winter hatten wir eigentlich die Hoffnung, schon eher den festen Glauben, dass diese verdammt miese Erkältungszeit nun dem Frühling weicht. Was soll ich sagen? Die ganze letzte Woche lag Till flach, an einem Tag sogar mit 39,8 °C Fieber. Bestätigt wurde die Messung durch die Halluzination, dass er mich für eine Blumenelfe gehalten hat. Zumindest war das meine Interpretation ;-) Verseucht hat er sich vermutlich in der Woche davor direkt beim Kind oder bei den Besuchen in der Kinderarztpraxis und der Kinderstation. Also seit zwei Wochen Krankenlager in der Villa Z. Ich bevorzuge zur Virenbekämpfung ein paar Einsätze in Papiermaschinen (am besten mit geschlossenen Kreisläufen), und bisher *toitoitoi* Aber Frickeln war nicht drin…

Im Klartext: Kleine Tiere können bei mir aktuell auf eins mit Sicherheit zählen – Gnadenlosigkeit. Insbesondere, wenn es sich um eine alte Feindschaft handelt. Die rostet bekanntlich nicht. Pünktlich zum 1. Mai hat mich morgens beim ersten Gang in die Küche, noch im Morgengrauen, eine Armee Ameisen begrüßt, die schon ihre sechsspurige Autobahn von einem 1 x 1 mm großen Loch am Fensterbrett zum Biomüll planiert hatten. Was dazu geführt hat, dass ich noch vor dem Spaziergang mit dem Hund den Biomüll entsorgt und die Küchenarbeitsplatte aufgeräumt habe. Mit dieser sehr erzieherischen Maßnahme, der sogenannten Null-Toleranz-Strategie, sind wir schon im letzten Jahr recht gut gefahren. Nachdem wir wiederum im Jahr davor schon die Nummer eines Kammerjägers herausgesucht hatten. Spätestens am Abend den Biomüll hinausbringen, die Küchenplatte abwischen, Brot in die Kammer räumen, paar Köder an harmlosen Stellen platzieren etc. Also einfach das tun, was eigentlich in den meisten Haushalten so üblich ist. Da habe ich dann morgens immer erst mal die Ameisenstraßen aufgesaugt, die schon deutlich weniger als im Jahr davor waren, und die eigentliche Überlegung war die Wahl, ob ich mich erst um die Ameisen oder die Mäusedärme kümmern soll. Dieses Jahr gilt: aktiver statt passiver Widerstand!! Denn sofort, noch vor dem Aufräumen, habe ich zwei Köder direkt auf die Arbeitsplatte gestellt: Den Ameisenköder von Celaflor, mit dem wir letztes Jahr schon positive Erfahrungen gemacht haben, sowie zusätzlich das Loxiran Ameisen-Buffet von Neudorff. Die Ameisen in der Küche haben beide Köder gut angenommen und waren sehr aktiv, und tatsächlich sind sie nach diesem einmaligen Auftritt nicht mehr erschienen.

Vorhin habe ich zwei kleine Ameisen in der Nähe der Haustür gesehen und SOFORT einen Köder aufgestellt, und nach kurzer Zeit sah das wirklich aus wie bei einem kostenlosen All-you-can-eat-Buffet im Studentenheim:


Sprich, das Zeug hat wohl durchaus eine Lockwirkung (und ehrlich, zwei kleine Ameisen sind halt zwei kleine Ameisen, aber wenn plötzlich eine Nation unter der Haustür durchrennt, schluckt man schon und hofft, dass sich auch wirklich alle satt fressen…) Bin ich gespannt, wie die Lage morgen sein wird, aber neben der Null-Toleranz-Strategie in der Küche wird in diesem Jahr bei jeder Ameise sofort dort ein Köder aufgestellt. Basta.
Bisschen frustrierend ist die Erkenntnis, dass das wohl jeden Sommer so sein wird :-( Altes Haus mit Holzdecken und Trilliarden Verstecken und Löchern, mit einem Garten, der prädestiniert für Ameisensiedlungen jeglicher Art und Größe ist.

Sonntag, 26. April 2015

Die Sache mit dem Kreuz

Also dem symmetrischen. Nicht dass hier irgendwelche falsche Bilder in den Köpfen freigesetzt werden ;-) So ein symmetrisches Kreuz wie auf Rot-Kreuz-Krankenwagen, Verbandskästen und … Medikamentenschränkchen. Oder: Wohin mit dem Dope? Kochsalz für die Nasenspülung, Kochsalzlösung für den PariBoy zum Inhalieren, Kochsalzlösung + Kamille als Nasenspray, Bepanthen-Nasensalbe, Aspirin + C, ACC, Hustensaft für Kinder und ein bisschen was vom üblichen Magen-Darm-Kram für den überempfindlichen sensiblen Magen-Darm-Trakt des Gemahls. Lagert neben Nutella, Schotten-Müsli und Honig. Also eigentlich nicht schlecht. Aber man hat ja immer das Gefühl, „man“ müsste „das“ irgendwie sicher und so weiter verstauen.

Es gab mal den Plan, nachdem Till eine schöne Ladung einheimischer Hölzer erstanden hatte, daraus ein derartiges Werkstück zu basteln. Aber dann kam ein erfolgreicher Abschuss dazwischen und wir hatten ein nettes Schränkchen, das „nur“ etwas aufgearbeitet werden musste… Mit kleinen Schäden:


und insgesamt nicht mehr so frisch,aber solide. Ich habe dann den Rahmen vorsichtig abgeschliffen und anschließend mit Schellack behandelt und die Seitenflächen vorsichtig mit Stahlwolle gestreichelt, ansonsten wieder zum Renuwell gegriffen und damit gereinigt und dann noch gewachst und poliert:  


Taugt :-)

Sonntag, 19. April 2015

Die wachsen sooo schnell ....


kaum schaut man zweimal hin, ist der alte (der stammte noch von der großen Schwester meiner geliebten Gattin, hat also gut 40 Jahre auf dem Buckel) Mal-Tisch zu klein. Da kam ein Artikel in der Selbermachen gerade recht: Ein höhenverstellbarer Tisch zum Malen (den gibt's in leicht abgewandelter Form an verschiedenen Stellen, kostenlos etwa hier).

Dazu gibt's verschiedene Meinungen:

Erstens natürlich der begeisterte Selbermacher: Ein Stück Kiefer-Leimholz im Sonderangebot für 24,99 und ein bisschen Holz von Zuschnitt ergibt für etwa 50 Euro einen richtig stabilen, durchaus ansehnlichen Tisch, der auch nicht wackelt, wenn sich der Papa mit seinen 100 Kilo mal drauf setzt. Das Ganze ökologisch korrekt, unbehandeltes Holz, biologischer Leim usw. etc. tralala. War auch nicht mal wirklich viel Arbeit, gut ein halber Tag etwa.

Aber: An dieser Stelle will ich mich mal über die Bauvorschläge dieser ganzen Bastel-Postillen auslassen. Da liest man dann immer: "Mit der Stichsäge sägt man ...." und dann sieht das alles wunderschön aus. Nur, dass das so halt nicht stimmt. Zumindest für einen mit nur durchschnittlichen Fähigkeiten gesegneten Bastler wie mich. Macht man das so, wie angegeben, dann wird alles krumm und schief, die Lackierung sieht auch bei weitem nicht so aus, wie im Hochglanzmagazin. Ich musste jedenfalls ziemlich weit in die Trickkiste greifen, um den Tisch ordentlich und stabil hinzukriegen.

Ich frage mich immer, ob die ihre Demo-Stücke anders bauen (also hier etwa die Füße mit der Bandsäge aussägen, dann sieht das nämlich auch ohne lange Schleif-Orgien schön aus), oder ob das einfach mit Photoshop schön gemacht wird. Vielleicht reicht auch ein genügend grosser Abstand beim Fotografieren und man sieht die ausgerissenen Stellen und die krummen Kanten nicht mehr ;-)

Andererseits ist das letztlich egal: Meine Tochter stört sich nicht daran, dass die Füße links und rechts nicht exakt gleich aussehen und die Macken sieht man eigentlich auch nur, wenn man sich hinkniet oder auf den Boden legt. Es hat jedenfalls keine fünf Minuten gedauert, bis sie die eigentliche Bestimmung dieses Möbels entdeckt hatte: 60x100 perfekte Ablagefläche ;-)

Till

Sonntag, 12. April 2015

Die nächste Lösung

wird dann die endgültige sein.

In der Planungs- sowie Renovierungsphase hatten wir uns ja bemüht, an möglichst viel zu denken und insbesondere gleich ein paar vollkommen unnütze Details (à lessons learnt) für unsere Menagerie zu berücksichtigen, wie die tiefsitzende übergroße Katzenklappe in der Terrassentür, von der ein zweites baugleiches Exemplar auf der Bühne eingelagert wurde. Und so weiter.

So war ständige Weg nach draußen bereitet. Aber was nutzt es, wenn man dann verzweifelt HINTER statt VOR Tür fest sitzt?!?!?

Denn – ein Lichtschacht ist ein Monster. Er kann brüllen, beißen, kratzen, gemein sein. Zumindest ist das meine Übersetzung. Also: Schnell zum Bauhaus gefahren und nach einer fertigen Lösung geschaut, und diese in Form einer Klick-Holzfliese nach Hause gebracht, montiert und fertig.

Nach drei Wintern so:


Hässlich – egal, kaputt – nicht egal. Angesichts eines unsportlichen Katers (tut mir leid Egon, aber es ist nun mal so!) und eines steinalten, ganz tauben, halb blinden Hundes hatte ich allmählich Sorge, dass hier ein Tier hängen bleiben und sich verletzen könnte.

Also in der „Restekiste“ gewühlt und eine übrige Terrassendiele gefunden (die, um ehrlich zu sein, den ganzen Winter draußen stand *hüstel*). Schrauben waren von der Aktion auch noch übrig. Dachlatten haben wir eh immer im Haus.

So bin ich den Genuss gekommen, erstmalig Tills sauteure Gestellsäge mit japanischem Sägeblatt ausprobieren zu dürfen:


Bildtitel: Die linke Hand schwebt – aus dem Handbuch „Yoga für Fortgeschrittene“

Man kann (muss aber nicht!) zuvor im Übrigen lange diskutieren, was die beste Anordnung der Bretter ist…


Bildtitel: Hä?


Bildtitel: Endlich eine Sonnenliege!


Bildtitel: Hast du schon gehört, dass der dicke gestreifte Kater aus Hausnummer 21 Flöhe hat?

Um auf den Titel zurückzukommen: Die nächste Lösung wird dann eine endgültige sein. Sprich: Dem Monster die Zähne ziehen. Das Gitter durch eine Holzbodenlösung ersetzen. In … 6 oder 8 oder 10 Jahren. Oder so ;-) 

Sonntag, 5. April 2015

„Komm mal gucken!“

Gaaaaaaaaaaaanz schlechter Satz ;-) Das Kind will dann für irgendeine Kritzelei gelobt werden, die Katzen stolz ihr Blindschleichenmassaker präsentieren und der Mann… sitzt mit glänzenden Augen vor dem Apple und liest ein paar Fakten aus einer ebay-Anzeige vor. Jäger und Sammler der er ist. Also wir reden hier nicht vom 9. (!!) Oszi oder so. Nein, nein, eher von so Dingen wie – Schränkchen. Gemäß visueller Fotobeurteilung halbwegs solide, vom Stil her viertelwegs passend und dazu noch in der Nähe. Und was sagt die böse Frau? Nein. Oder, um genau zu sein, nicht einfach nein. Sondern: „Nein. Wo willst du das denn hinstellen??“ Was macht der Mann? Schießt das Ding für 10,50 Euro.

Hingefahren, abgeholt. Die gedrehten Säulen – naja… Aber ansonsten: In der Tat ist es aus Massivholz, solide gemacht, in einer nicht unpraktischen Größe. Daher haben wir beschlossen, es im Eingangsbereich zu platzieren. Allerdings hatte es ein paar graue Wasserflecken auf der Platte sowie ein paar kleine Kratzerchen. Also habe ich gestern, solange Till im Keller beschäftigt war, zum Möbel-Regenerator von Renuwell gegriffen und die Lösung satt aufgetragen, einwirken lassen, abgezogen und dann poliert. Kam auch recht gut raus, das Zeug frischt Holz wirklich auf und füllt kleine Kratzer:


Noch schnell ein weiteres Zwischenbodenbrett gefertigt und montiert und schwupppps, schon ist der Eingangsbereich aufgeräumt.

Was auch gut so war – der Roller den der Osterhase heute gebracht hat braucht ja Platz *seufz* 

Sonntag, 29. März 2015

Das bisschen Ordnung

Spaten rein – Gartensack raus – Schneeschaufel raus – Eishacke raus – Eishacke rein – Spitzhacke raus – Schneeschaufel rein – Rechen raus – und so weiter… Wir haben ja einen kleinen Geräteunterstand. Der ist praktisch, aber halt wie vieles hier ein bisschen äh unordentlich:

Vielleicht liegt es am Alter – 42 ist ja schließlich die Antwort auf alle Fragen im Universum – aber ich mag das irgendwie nicht mehr. Ich mag meine Kreativität für andere Dinge reservieren ;-) Heißt: Der Mann war gestern mit seinen Lieblingssensoren beschäftigt, eine gute Gelegenheit, solch Angelegenheiten in Ordnung zu bringen. Ins Bauhaus gefahren und passendes Equipment erworben. Alles rausgeräumt, den Akkuschrauber angesetzt und den Gerätehalter montiert. Für Folien, Gartensäcke etc. noch ein paar Haken an der anderen Seite angebracht. Eingeräumt und dem Mann zufrieden und stolz präsentiert:


UND WAS SAGT ER???

„Und das bisschen Ordnung hat 40 Euro gekostet???“

Ja.

Hat es… 

Sonntag, 22. März 2015

Frühlingsanfang

  1. Ich habe absolut Verständnis für jeden, der gerne im Trockenen schlafen möchte. Zudem bin ich praktizierender Tierfreund. Bis auf die Schlangen
  2. Leider lebe ich im Konflikt der Unzulänglichkeiten: Hier schwäbische Hausfrauenseele und da Vollzeitjob mit Kind, Mann, Hund, zwei Katzen, Bike, Haus und Garten.

Soll heißen: Spinnennetze. Dieses Haus ist alt und verwinkelt. So etwas lieben Spinnen. Und prinzipiell mag ich Spinnen auch gerne: nützlich, interessant, etc. Dennoch kommt ab und zu – eher selten, ich gestehe – Punkt 2 an die Oberfläche und ich denke mir, verdammt, ich hätte es auch gerne EINmal schön und ordentlich. AUCH da oben.

Deswegen habe ich mir den einstellbaren Winkelbesen von Gardena zu unserer Teleskopstange gekauft. Damit lassen sich Arbeiten bis 5 m Höhe realisieren. Und was soll ich sagen: Ich vergebe 5 von 5 Punkten:




Gutes Handling bis zur Endposition, die stufenlose Verstellbarkeit ist ein echter Vorteil, die Qualität absolut in Ordnung.

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Nachdem es mit dem Hacken noch nichts wurde, habe ich den (also DEN) Haufen im Hof noch „etwas“ ergänzt:


Und in erster Linie *hahahaha* die Aussicht unseres auf der zweiten Terrassierung liegenden Sitzplatzes *hahahahahahahaha* frei geschnitten (nicht, dass wir dort in diesem Jahr öfter als im letzten sitzen werden – aber wenn man alle x Monate mal hochsteigt, um Besuchern die phänomenale Aussicht zu präsentieren, ist es ECHT blöd, wenn man in Blätter guckt ;-) ).

Das Gute ist, man kann Diverses trotz Deko-Allergie direkt verwenden:


Ein Hexenbesen :-) 

Ich geh‘ dann mal fliegen :-)

Sonntag, 15. März 2015

Ready!

Zum Häckseln (oder, um korrekt zu sein, zum Hacken – denn dafür brauchen wir einen Hacker, keinen Häcksler, und glücklicherweise hat ein Freund einen).


Noch Fragen zum Wochenende??

Das Problem:

a) Das sieht auf dem Foto nach viel weniger aus als es tatsächlich ist.
b) Es ist viel mehr, als es auf dem Foto wirkt.

Was zum Kernproblem führt, welches lautet: Gartenarbeit macht mich depressiv. Und zwar ziemlich. Weil es sich hierbei um vielleicht 5 % der zu erledigenden Arbeiten im Hang handelt. Was uns wiederum zu dem Punkt führt: 20 Jahre nicht gepflegt – kommt es auf ein Jahr mehr oder weniger an?!?!?!?! NEIN!

So viel zur Theorie…

Daher: Wir bieten schönes Wetter, einfaches Gelände, solides selbstgekochtes Essen, beste Laune und vieles mehr! Und nein, warum sollte ich erwähnen, dass ich ohne rot zu werden lügen kann????

Sonntag, 8. März 2015

Es war einmal...

… ein Land, in dem alle Menschen glücklich, friedlich, fleißig und ehrlich waren!

Aber dann tönte ein störendes Geräusch durch das Land – das Geräusch eines lauten, fetten Schlagbohrers.

Wenn kräftige Männer große, tiefe Löcher bohren:


herrscht Missstimmung in Märchenland.

Hier ist er, der Schmuckring:


Besonders dekorativ die Algen *hüstel*

Wie berichtet bin ich frisch verliebt. Nun handelt es sich bei der jungen und durchaus glücklichen Liaison allerdings um keine freiwillige. Der Vorgänger, mein „altes“ Cube, wurde mir vor knapp vier Wochen geklaut. Abgeschlossen, in unserem Bikeport, von der Straße nur schwer einsehbar, mit geschlossenem Hoftor *hmpf* Ich habe schwer gehadert – vor allem, weil ich eigentlich an das Gute im Menschen glaube… Da ich nun aber sehr, sehr gerne MTB fahre habe ich in allen Ecken und Winkel Euros zusammengekramt und mir den adäquaten Ersatz gegönnt. ABER bitte ohne vergleichbare Scheidung!

Also: Grooooooße Öse mit Gewindestange, eingefräst, einbetoniert als Fixpunkt. Ich widersetze mich ja jeglicher Form von Paranoia – aber in dem Fall kann ich es mir einfach nicht leisten ;-) Also brauche ich was zum Anketten für den Fahrraddieb das Rad.

Natürlich konnte ich bei dem herrlichen Fast-Frühlingswetter einer Eingewöhnungstour nicht widerstehen :-) Der Schnee ist zu 90 % weg, d. h. wir waren auch im Garten fleißig und hoffen, die kahlen Flecken im Rasen und das abgestorbene Perlgras sind nur temporäre Vor-Wachstumsperiode-Probleme… *waswennnichtfragezeichenseufz*

Sonntag, 1. März 2015

Neue Liebe

Gestern Nachmittag hier so: 3°C, Sonne, trockene Straßen.

Da KONNTE ich nicht widerstehen. Denn ein Mann muss tun, was ein Mann tun MUSS!*

Heißt zum einen: Sich wundern, wieviel Holz tatsächlich hinter „den 3 Ästen“ der alten Esche steckt, die über die Straße hingen und unser kleines Sorgenkind waren aber am Freitag dank Hebebühne und Motorsäge in einer schnellen Aktion abgetrennt wurden.

Heißt zum anderen: Testen – entscheiden – eine Stunde später abholen – freuen – fahren – freuen!! Und wie!! :-)



Mein Cube Reaction GTC 29. Was für ein Gerät! :-) 

Über das „Warum“ demnächst mehr… 


*John Wayne 1939 / „Ringo“; Gary Cooper / „12 Uhr mittags“; Heinz Rudolf Kunze / „Ein Mann muß tun was ein Mann tun muß ein Mann tun was ein Mann tun muß?“ 

Sonntag, 22. Februar 2015

Der richtige Schnitt...

… ist normalerweise ja der goldene :-) 

Manchmal aber auch der brutale… Winterzeit ist Obstbaumschnittzeit. Und Obstbaumschnitte muss man können. Und mein Schwager kann. Zumindest hat er a) schon mal einen Kurs hierzu besucht, betreibt b) Obst- und Beerenintensivwirtschaft auf kleinstem Raum allerding unter klimatisch günstigen Heidelberger Bedingungen und c) hat man deutlich weniger Hemmungen, wenn es sich nicht um die eigenen Bäume handelt:


Wie man erkennen kann: Da ist viel gefallen. Das war auch notwendig. Blöderweise gilt aber, was am Anfang versäumt wurde, lässt sich letztendlich nie wieder gut machen, denn Erziehung muss sein ;-) Und unsere Bäume sind in der Vorbesitzerperiode nur ausgesprochen selten geschnitten worden. Leider.

Und weil wir dann eh schon Baumsäge und die große Astschere in den Händen hielten, haben wir gleich am oberen Rand, zur Straße hin, die unzähligen Sträucher und dürren Bäumlein massiv eingekürzt. Zur Freude des darüber wohnenden Nachbars :-) Irgendwann, so der Plan, wollen wir oben an der Straße eine Hecke setzen. Irgendwann… 

Sonntag, 15. Februar 2015

Gerissen

Ein intimes Geständnis: Ich sehe nicht besonders gut. Bisschen kurzsichtig (Mann meint dazu: halbblind). Meist sehr unbequem und nachteilig, aber manchmal bietet das auch Vorteile, z. B. beim allerersten Blick um 04:44 Uhr in den Spiegel, beim Autofahren im Nebel (ich fahre perfekt nach Gehör – ehrlich) UND beim Putzen der Dusche. Insbesondere letzteres macht das Leben doch etwas angenehmer :-) Sprich: Vermutlich liegt meine Putzfrequenz unter dem Durchschnittswert der normalen schwäbischen Hausfrau. Aber vor kurzem dachte sogar ich: Hmmmm – da muss ich wohl mal zum guten Stoff greifen. Am nächsten Morgen schön mit Badreiniger eingesprüht, mit dem Microfaserlappen verrieben und abgespült. Um danach noch etwas unzufriedener zu sein. Ich dachte, durch das Putzen hätte sich Dreck aus der Fuge gelöst und auf die Fliesen verteilt. Am nächsten Tag also nochmals: Badreiniger gesprüht und eifrig gerieben. Erfolglos. Bis zur Tiefenschärfe an den Tatort gerückt. Und – NEEEIIIIIIIIIIIIIIIIIIIN!!!

Den besten Ehegatten mit folgenden Worten geweckt: „Unsere Fliesen in der Dusche haben Risse.“

Es gibt viele Variationen für „Ich liebe Dich!“. Ob „Du spinnst!“ dazu gehört, bleibt offen… In diesem Fall war ich natürlich froh ob seines fachkundigen Urteils. Welches er dann drei Tage später revidierte, indem er mir zustimmte. Wir sind gerissen. In der Dusche. Feinste Haarrisse. Optisch feststellbar, haptisch jedoch nicht.






Gleich unseren Fliesenleger informiert, der wenig amüsiert war (äh – wir auch nicht?!). 
Und folglich gleich kam.

Der Stein, der ihm vom Herzen fiel, als er an allen drei Duschwänden die Haarrisse feststellte und erkannte, dass die Untergründe verschieden sind, war deutlich zu hören:
Einmal Rigips gegen nix, einmal Wediplatte gegen Mauerwerk, einmal Putz / Mauerwerk. Einmal Vorbau Toilette / Außenwand, einmal Treppenhaus, einmal Innenraum. Folglich kein Verlegefehler.

Dieses Schadensbild sieht man a) selten und b) üblicherweise nur an sehr alten Fliesen. Es handelt sich um einen Riss in einer der innenliegenden Glasuren. Sollte kein Problem darstellen, was Feuchtigkeitsaufnahme / -transfer betrifft, aber dennoch muss das geklärt werden. Nach aktuellem Stand sieht es nach Produktionsfehler der Fliesencharge aus. Der Fliesenleger fragt bei seinem Lieferanten nach. 

Bei Putz wäre es einfach: Runter und neu machen. Aber mit dem Rigips*piep*?!?!?! 

Sonntag, 8. Februar 2015

Pleuritis

Ich.

Sinusitis – der Mann.

Laryngitis – der Opa.

Tussis – die Oma.

Pneumonie – der Neffe.

Nach 1,5 Wochen wieder gesund – das Kind. Nutzt aber nichts, nachdem gerade der Anruf kam, dass morgen zwei Kindergartengruppen geschlossen sind, weil die Erzieherinnen flach liegen.

Sogar der Hund ist krank – Gingivitis. Und die Hinterhand. Und das Alter…

Kurz: Seuchen über Seuchen L Daher keinerlei sonstige Aktivitäten.

Das Wetter – traumhaft winterlich! Die Katzen – deshalb schlecht gelaunt ;-)

Wir bitten um Geduld… uns geht sie allmählich aus. DANKE!!! 



Sonntag, 1. Februar 2015

Reiche Ernte


Heute kamen die letzten 2 Päckchen, damit sind die (Tektronix-) Neuzugänge aus der Weihnachtsszeit (und der größte Teil der Weihnachts- und Geburtstagsgeschenke ;-) vollständig.

Den Curve Tracer, ganz rechts im Bild, hatte ich ja schon vorgestellt, ansonsten findet sich da ein 7903 ("This is one complex (and fancy) scope"), die recht seltene Rackmount-Version des 7904, einem der ganz grossen Highlights der analogen Messtechnik mit 500 MHz Bandbreite. Daneben ein (defektes) 7633, ein analoges 100MHz Speicheroszi. Das macht leider keinen Muckser mehr :-( Schließlich ein 7313, ein analoges 25 MHz Speicheroszi, bei dem die Speichereigenschaften für die obere und die untere Hälfte des Schirms separat einstellbar sind. Man kann also etwa zwei Signale speichern und miteinander vergleichen, vorher/nachher-Vergleiche machen  usw. Oben drauf stehen ein paar Einschübe der 500'er Serie, die ich ja seit längerem sammle. Zwei eher seltene Exemplare dabei, ein PG505 (ein Impulsgenerator, langsam, aber bis 100 Volt Amplitude) und ein AF501 (ein durchstimmbares Bandpaßfilter für den Audio-Bereich, etwa als hochgenauer manueller Spektrumanalyzer zur Schwingungsanalyse verwendbar). Das DM501 ist Beifang, andererseits kann man eigentlich nie genug Multimeter haben.

Das ist schon an sich eine schöne kleine Sammlung, ein interessanter Aspekt dabei (und der Grund, warum gleich so viele Geräte im Moment den familiären Esstisch belegen, das war nicht so geplant) ist der Preis. Ich habe für alle Geräte zusammen etwa das bezahlt, was meiner, in den letzten Jahren erworbenen, Ansicht nach einen realistischen Preis für den Curve Trace alleine darstellt. Zugegeben, den habe ich besonders günstig bekommen und die beiden Desktop-Oszis müssen mehr oder weniger stark überholt werden, aber trotzdem.

Entweder hat zwischen Mitte Dezember und Jahresende kaum jemand Interesse an alter Messtechnik (warum bloß ???) oder ich habe einfach Glück gehabt.

Diese Frage werde ich bei nächster Gelegenheit näher untersuchen: Normalerweise achte ich sorgsam darauf, dass ich mir selber rechtzeitig ein schönes Weihnachts- und Geburtstagsgeschenk kaufe. Das hatte dieses Jahr arbeitsbedingt nicht geklappt. Deshalb musste ich dann die Geldgeschenke und mein eigenes Budget irgendwie unter die Leute bringen (Hobel habe ich inzwischen beinahe genug ;-)

Nächstes Jahr wird das jedenfalls mit Absicht so gemacht: Ich werde mir über das Jahr ein bisschen Geld zurücklegen, damit ich nächstes Jahr an Weihnachten die grossen Lücken in meinem Meßgerätepark schließen kann ... ich hab dieses Jahr beispielsweise ein SC504 rausgehen lassen, das mit 190 € zwar eigentlich auch günstig gewesen wäre, aber irgendwann muss ja mal Schluß sein ...

An dieser Stelle möchte ich meiner Frau mal "Danke" sagen, ich hab leider noch nicht genug Platz im Arbeitszimmer freiräumen können, deshalb steht an allen möglichen und unmöglichen Plätzen im Haus alte Messtechnik rum. Und sie beklagt sich eigentlich recht selten ;-)

PS: Es sind nur die Tektronix-Geräte im Bild, Rohde&Schwarz zum Beispiel fehlt ;-)

PPS: Inzwischen ist noch ein 7623A, ein schnelles analoges Speicheroszi mit 100 MHz Bandbreite und 2 7A26 Einschüben, die gut zum 7903 passen, dazugekommen.


Sonntag, 25. Januar 2015

Neues aus dem Schlafzimmer ...


wir hatten ja bereits ausführlich über die Messung von Temperatur und Luftfeuchtigkeit berichtet, aber da ich zur Zeit ein Sensorsystem für industrielle Messungen zuhause teste (wo sonst ;-), gibt's neue Erkenntnisse. Na ja, ein paar Kleinigkeiten zumindest.

Zunächst mal war der Vergleich der Werte zwischen unseren Datenloggern und den professionellen Sensoren interessant. Die Temperaturmessung scheint auch bei den billigen Datenloggern genau zu sein, hier beträgt die Abweichung zu den Präzisionsteilen (die mit  0,2° spezifiziert sind) grade mal 0.1 Grad. Anders sieht es bei der Luftfeuchtigkeit aus, hier beträgt die Abweichung etwa 7% rel. Feuchte. Das wäre noch beinahe in der angegebenen Toleranz (knapp 2% bei den Sensoren, +/- 5% bei den Datenloggern), aber da müssten schon beide in die gleiche Richtung falsch liegen. Und meine Erfahrungen mit den HYT-Sensoren sind sehr gut, die erreichen die spezifizierten Werte leicht.

Summa summarum: Die Datenlogger zeigen eine um etwa 7% zu hohe Luftfeuchtigkeit an. Was natürlich die Werte, die sie im Keller anzeigen (eigentlich dauernd um und über 70%) etwas weniger erschreckend wirken lassen. Die 83%, die der HYT-Sensor auf der Bühne heute morgen bei 3,3° anzeigte, aber umso interessanter erscheinen lassen ....

Sieben Prozent Feuchte sind keine Kleinigkeit, das ist schon der Bereich, wo man sich fragt, ob es überhaupt Sinn hat, diese Dinger überhaupt zu verwenden. Unter sich waren sie ja konsistent, das deutet zumindest darauf hin, dass man die kalibrieren könnte. Fragt sich bloß womit, Otto Normalverbraucher hat ja nun eben kein genaues Meßgerät für die Luftfeuchtigkeit rumliegen.

Aber zurück zu den Daten, in der oberen Abbildung die Luftfeuchtigkeit: Man sieht sehr schön den Effekt des Lüftens gegen 19:45 und 8:30 am nächsten Morgen, eine Viertelstunde Lüften senkt die Feuchtigkeit um etwa 5%. Das deckt sich mit unseren Erfahrungen.

Aber man kann viel mehr sehen: Gegen 21:00 Uhr sieht man (mit etwas gutem Willen, das wird durch die langsam ansteigende Temperatur nach dem Lüften überdeckt), wie meine Frau ins Bett geht. Kurz nach 22:00 Uhr folge ich nach. Dann tut sich erstmal nix mehr. Kurz nach zwei wechselt meine Tochter vom Kinderzimmer ins elterliche Bett ... hektische Aktivität folgt. Gegen vier verläßt der Hund dann das Schlafzimmer, kurz nach sechs kommen die Katzen. Gegen sieben wacht so langsam einer nach dem anderen auf, gegen acht dann hektische Aktivität Richtung Bad um halb neun dann wieder Lüften.

Im Wohnzimmer (untere Abbildung) steigt die Temperatur dann langsam, die Luftfeuchtigkeit schnell an. Gegen zehn putzt meine Frau im OG, kurz vor elf schaut Sie aus dem geöffneten Fenster zu, wie meine Tochter und ich im Hof spielen.

Ein weiteres schönes Beispiel dafür, was man mit Temperatur- und Feuchte-Sensoren alles sehen kann, man versteht, warum google für Nest ein paar Milliarden bezahlt hat.

Meine Frau beklagt sich, dass sie sich jetzt ein anderes Plätzchen suchen muß, wenn der Briefträger mal wieder länger bleibt .... Fluch der Technik ;-)

In der unteren Abbildung kann man schön den Kaminofen erkennen, gestern gegen 17:00 Uhr nur moderat angeheizt, bringt er die Temperatur schnell in angenehme Regionen. Nach dem obligatorischen Lüften gegen 20:00 Uhr zum letzten Mal nachgelegt, fällt die Temperatur nach halb zehn langsam wieder ab, aber man sieht, dass es doch etwa vier bis fünf Stunden dauert, bis wir wieder auf dem Ausgangsniveau sind.

Ein paar von diesen Sensoren werde ich wohl hier lassen, zumindest einen im Keller, einen auf der Bühne und einen im Schlafzimmer ;-)

Till

Sonntag, 18. Januar 2015

Teil zwei


des Weihnachtsgeschenks ist unten im Bild zu sehen. Teil eins war ja die eigentliche Garderobe. Aber natürlich braucht man zusätzlich noch einen Platz für "den Kram". Oft hat man dafür ja eine "Hutablage" über der Schiene für die Kleiderbügel, so wie ich den weiblichen Teil unseres Haushalts kenne, reicht das aber nirgendwo hin.

Die ursprüngliche Überlegung, eine kleine Kommode in der gleichen (gebogenen) Form wie die Schiene zu bauen, wurde nach kurzer Überlegung wieder verworfen (was stellt man eigentlich in den gebogenen, also nicht besonders tiefen, Teil rein, wie lang dauert das dann, bis es fertig ist usw.).

Die zweite Idee war eine Truhe. Die hat den entscheidenden Vorteil, dass man reinwerfen kann, was man will, das dann nicht mehr sieht und die Katzen oben drauf sitzen können. Was sie, wie man sieht, bisher allerdings noch nicht wollen. Warten wir mal ab ...

Die Konstruktion ist im wesentlichen die gleiche wie bei meiner Werkzeugkiste, im Prinzip sechs Paulownia-Bretter, der Korpus stumpf verleimt, mit Dominos verstärkt. Am unteren Rand umlaufend eine  Stoßleiste (aus Fichtenholz), die die unvermeidlichen Begegnungen mit dem Staubsauger und dem Wischmop erträglicher gestalten soll: Paulownia hat viele Vorteile (gut zu bearbeiten, sehr leicht, günstig) ist aber nicht eben stabil. Mit Clou W11 in dunkelbraun lasiert, ergibt sich ein sehr schöner Farbton, irgendwo zwischen Eiche und Kirsche, der die Maserung des Holzes sehr schön unterstreicht.

Eine Baustelle weniger.

Till

Sonntag, 11. Januar 2015

Kinder und Technik


Meine Frau glaubt mir ja nicht, wenn ich sage, dass ich das eine oder andere Gerät (im Bild ein Tektronix 575 Curve Tracer) nicht nur für mich selber, sondern auch für unsere Tochter erstehe.

Dabei ist das wirklich so ! Etwa ein Gruppenlaufzeitmeßgerät von Rohde und Schwarz - man stelle sich mal vor, da kann man einem Wellenpaket quasi zuschauen, wie es durch ein Kabel läuft, mit Lichtgeschwindigkeit natürlich, das für verschiedene Leitungen vergleichen, die Dispersion messen, ach, was für herrliche Dinge es da für ein Kind zu entdecken gilt !

Aber zurück zum Thema: Wie man sieht, spielt die Kleine begeistert mit dem Gerät (natürlich ohne zu verstehen, was da eigentlich passiert, aber die Faszination einer Anzeige, die sich verändert, wenn man an den Knöpfen dreht, das Brummen des Lüfters, das Glimmen der Röhren, die spürt sie schon).

Und ich denke, das ist das wichtige: So werden die Grundlagen für ein späteres Interesse an Technik geweckt. Das ist nämlich eigentlich viel spannender als eine dämliche Barbie oder eine idiotisch quäkende rosa Plastikkatze. Kinder wollen etwas entdecken, wollen sehen, wie die Umwelt reagiert, wenn man was tut, wo draufdrückt und so weiter. Den Gegenstand dieses Interesses kann man ein Stück weit beeinflussen und das werde ich auch tun.

Abgesehen davon ist das ein wundervolles Gerät, gut 30 Kilo feinstes High-Tech der sechziger Jahre. Normalerweise ziemlich kostspielig (ich schaue schon seit einigen Jahren immer mal nach einem günstigen Angebot), tauchte Anfang Dezember ein ordentlich aussehendes und offenbar funktionsfähiges Exemplar bei ebay auf. Bei diesen - seltenen - Gelegenheiten biete ich dann ein bisschen was, so etwa ein Viertel bis ein Drittel von dem, was meiner Ansicht nach der realistische Wert ist. Meistens ist jemand anderes weniger geizig, aber dieses Mal hatte ich Glück !

Kurz vor Weihnachten konnte ich das gute Stück bei einem sehr freundlichen Herrn im gesetzten Alter in Darmstadt abholen (so was kann man wegen Größe, Gewicht und Empfindlichkeit nicht sinnvoll verschicken ;-) Nach einem interessanten Gespräch in angenehmer Atmosphäre machte ich mich um einen Schatz und eine positive Erfahrung reicher wieder auf den Heimweg.

Im Ernst: Der Kauf einer ganzen Reihe solcher "Schätzchen" bei ebay hat meine Meinung über die Ehrlichkeit und Freundlichkeit "des Mitmensch's" erheblich verbessert.

Till

PS: Das einzige Problem bei diesen Dinge(r)n ist der langsam nicht mehr vorhandene Platz. Ich würde mir zu gerne noch ein paar alte Röhren-Oszis von Tektronix zulegen, vor allem ein 565 wäre ein echter Traum. Auch so eins war in den letzten Tagen im Angebot, zum Glück muß ich fast sagen hab ich es nicht bekommen. Ich wüßte tatsächlich nicht, wohin damit. Denn Anfang nächster Woche kommt ein 7903, ein eher seltenes, aber qualitativ extrem hochwertiges Tektronix Oszi aus den siebzigern, das ich zu einem wirklich extrem günstigen Preis ergattern konnte ....