Die Geschichte einer Renovierung vom Kauf bis zum Einzug. Geplant also ein dreiviertel Jahr. Mal schauen, ob's reicht ;-)
Montag, 1. April 2013
Spieglein Spieglein an der Wand ....
aber wehe, man will einen Spiegel so fotografieren, dass man sich nicht selber drin sieht .....
Nach ein paar Versuchen und etwas Nachdenken die einfache Lösung: Spiegel auf den Boden, schräg von oben fotografieren, dann spiegelt sich nur die weiße Decke. Den perspektivischen Fehler kann man ja nachher leicht korrigieren. Wenn man denn ein Bildbearbeitungsprogramm hat. Photoshop ist auf dem Laptop und der steht im Büro. Hier ist gar nix *grrrr* Und es ist schon Montag, also ein schräger Spiegel.
Aber worum geht es eigentlich ?
Wir hatten ja bereits vor längerer Zeit Bad und WC meiner Mutter renoviert und da fehle jetzt noch ein Spiegel. Die Möbel im WC sind selbst gebaut, von meinem Bruder in feinem Mahagoni. Der Spiegel sollte natürlich dazu passen. Also (mal wieder) Selbstbau ;-)
Das ist auch kein allzu großes Problem, vier Leisten auf Gehrung gesägt, gehobelt und gefalzt. Zusammengeleimt und gut. Der erfahrene Heimwerker legt vor dem Leimen alles mal "trocken" zusammen und stellt dann fest: Passt nicht. HÄ ?
Nach längerer Fehlersuche stellte sich heraus, dass mein ehrwürdiger Gehrungswinkel (ein Erbstück) leider nur ungefähr 44 Grad hat :-(
Früher sagten wir immer "Wer Plastik kennt nimmt Stahl" - ich bin von Hause aus Polymerphysiker .... ab sofort keine Messwerkzeuge mehr aus Holz !
Das hat den Spiegel etwas kleiner werden lassen und einen schnuckligen neuen Winkel in meinen Besitz gelangen lassen ;-) Das klingt jetzt so passiv: Ich hab den alten Winkel unter kräftigem Schimpfen sofort entsorgt und bei meinem nächsten Aufenthalt in der Großstadt meinem Lieblings-Werkzeugdealer einen Besuch abgestattet.
Was meine unzulänglichen Fotokünste leider nicht so recht rüber bringen können ist die Anfass-Qualität dieses wunderschönen Holzes. Ich glaube kaum, dass man sowas irgendwo kaufen kann, und wenn, dann zu einem absurden Preis. DIY rulez !
Till
Sonntag, 24. März 2013
Über die Vorteile von Schraubverschlüssen
Nein,
wir waren nicht wegen der Waffen, Schaffelle, Jagdhunde, Lederkleider oder
Torten der Landfrauen im Februar auf der diesjährigen „Jagd- und
Fischereimesse“ in Ulm. Es ging allerdings durchaus um die Jagd – auf Ballistol.
Für Tills Hobel.
Gestern
habe ich ein wenig meinem neuen Laster, dem Bumerang-Bau,
gefrönt. Für die allererste grobe Bearbeitung der Schrägkante nehme ich da
gerne mal einen kleinen Surform-Hobel zu Hilfe. Währenddessen hat Till seine
Kiste vervollständigt, Hobeleisen in die japanischen Modelle eingepasst und zum
Schluss alle Metallteile schön gepflegt, mit besagtem Öl.
Als
ich dann am Abend pflichtbewusst aufräumen wollte, hat mich beim Öffnen des
aktuellen Heiligtums ein unerwartetes Bild überrascht. Unter einem Ölbad stellt
man sich üblicherweise etwas anderes vor, aber ich kann das, was ich gesehen
habe, nicht anders beschreiben. Außer so: Stellen sie sich eine geschlossene
Holzkiste vor, in der gerade eben 200 ml Öl ausgelaufen sind.
WEIL
– und deshalb dieser Blogbeitrag, denn unser Anliegen war ja schon während der Dokumentation
unserer Renovierungsmaßnahmen, anderen Menschen zu helfen, unsere Fehler bei
ihren eigenen Projekten vermeiden zu können – der Gatte die Dose, wohlgemerkt
ohne Deckel, in das oberste Fach gestellt hat. Und – zugegebenermaßen richtig
blöder Zufall – ist die Dose ziemlich genau um die Sprühknopfhöhe hierfür zu
hoch. Soll heißen, beim Schließen hat der doch massive Deckel der Kiste den
Sprühmechanismus betätigt, was zu beschriebenem Ölbad Das nächste Ballistol gibt’s als Flasche mit Schraubverschluss. Definitiv.
Sonntag, 17. März 2013
Nein, kein Sarg ....
sondern eine Werkzeugkiste.
Genauer gesagt eine Wohnung für meine Hobel. Ich habe ja seit einiger Zeit die Freuden des Hand-Hobelns entdeckt und mich auch mit entsprechendem Werkzeug versorgt, zum Teil alte Schätzchen aus dem Keller, zum Teil von ebay und zum Teil ganz feines Spielzeug aus Japan und von Lie-Nielsen. Da kommt dann doch schnell einiges zusammen (und ein paar Kleinigkeiten fehlen auch noch ;-)
Also musste eine Behausung her, denn im normalen (überfüllten, manchmal leicht chaotischen) Werkzeugschrank würden die empfindlichen Hobel schnell Schaden nehmen. Außerdem ist unser Keller zumindest zu manchen Zeiten relativ feucht, in der Übergangszeit kann das schnell mal in der Spitze 80% erreichen.
Für Präzisionsinstrumente (vor allem für solche aus Holz) ist das Gift. Ein abgeschlossener Kasten setzt Schwankungen der Luftfeuchtigkeit zumindest etwas Widerstand entgegen. Mal schauen, wir sich die Werte entwickeln, ein Datenlogger liegt schon drin. Sollte das nicht reichen, werde ich vermutlich im nächsten Versuch eine Heizung in die Kiste einbauen .... Schau mer mal.
Und schlimmstenfalls wird die Kiste eben aus dem Keller nach oben gebracht, deshalb die Griffe.
Da ich erstens noch nicht sicher weiß, wie die Konstruktion wg. Luftfeuchtigkeit funktioniert und sich zweitens mein Werkzeugbestand vermutlich vergrößern wird, wollte ich nicht zu viel Arbeit in diese erste Version stecken. Da aber Provisorien meist länger leben als geplant, habe ich mir doch zumindest ein paar Gedanken bei der Materialauswahl gemacht.
Korpus, Deckel und die Einsatzkästen bestehen aus sehr leichtem Paulownia-Leimholz. Da das aber auch sehr empfindlich gegenüber Stößen ist, ist der Sockel mit Fichtenleisten verstärkt. Um das optisch wieder aufzugreifen (und den Staub draußen zu halten), gibt es am Übergang Deckel zu Korpus eine umlaufende Dichtleiste. Der aufgedoppelte Deckel sorgt hoffentlich für etwas Stabilität, vermutlich wird die Kiste öfter mal als Ablage mißbraucht.
Der Boden muß erheblich wiederstandsfähiger - insbesondere gegen Feuchtigkeit - sein. Deshalb habe ich an dieser Stelle wasserfeste Siebdruckplatte verwendet. Das war's dann aber auch in Richtung Schnickschnack, also keine handgefertigten Schwalbenschwänze sondern Domino-Dübel.
Die Kiste hat derzeit zwei, später drei Ebenen: Unten befinden sich die größeren Hobel, in der zweiten Ebene die kleineren sowie Meß- und Anreißwerkzeuge. Rechts an der Seite ist eine Halterung für Stemmeisen. Die dritte Ebene ist der Deckel, hier werden zukünftig Sägen untergebracht. Da ich mir hier noch nicht im Klaren darüber bin, ob ich für die Feinarbeiten japanische oder westliche Sägen verwenden werde, kommen hier zunächst noch keine festen Halterungen rein.
Mal schauen, wie lange der Platz reicht ;-)
Till
Sonntag, 10. März 2013
Lepus Pascha
Bekanntlich
habe ich es ja absolut nicht mit Deko(-Kram) im und am und vor dem Haus. Aber als
ich „Das clevere Laubsäge-Buch“ (TOPP-Verlag) durchgeblättert habe, konnte ich
dem nachfolgenden Freund nur unschwer widerstehen:
Allerdings
habe ich mich dafür entschieden, das nur grob gehobelte Fichtenbrett komplett unbehandelt
zu lassen und habe die Augen mit dem Bohrer gesetzt. Bearbeitung durch Stichsäge
& Raspel.
Wie
kommt man zu mehr? Man setzt einen Gefährten dazu:
Und
lässt die Beiden über Nacht in einem engen, kuscheligen Stall alleine. Und tatsächlich!
Es hat funktioniert:
:-)
Ostern
kann kommen!
Sonntag, 3. März 2013
Und was hat Guiness damit zu tun?
Bitte
schauen Sie sich das nachfolgende Bild an, dann kommen Sie von gaaaaanz alleine
auf die Lösung:
Bildtitel:
Bumerang auf dem Rückweg mit glücklicher Frau.
Die
Frau bin ich.
Und
wenn Sie sich dann nochmals vor Augen halten, wie viele angefangene und
unangefangene Projekte wir so um uns herum liegen haben, wird Ihnen die Rolle
des Guiness dabei absolut deutlich ;-)
Sie
brauchen also:
- Den Freund, mit dem Sie neulich im Irish Pub waren.
- Einen lieben Ehemann.
- Einen Baby- und einen Dogsitter.
- Einen Bleistift.
- Wellpappe für die Musterflügelerstellung.
- Ein Hirn für die Flügelform.
- Ein Messer zum Ausschneiden der Flügelform.
- Geeignetes Holz (und das ist nicht unbedingt das Sperrholz aus dem Bauhaus).
- Geodreieck, Zirkel, Lineal sowie eine ruhige Hand (wenn möglich auch ohne Guiness).
- Eine Stichsäge.
- Einen Bandschleifer.
- Pflaster.
- Diverse Raspeln und Feilen.
- Einen Schraubstock.
- Epoxidharz oder anderen passenden Spachtel.
- 120er sowie 180er oder 240er Schleifpapier.
- Öl (wenn Sie ölen wollen; sonst Lack).
- Ansonsten noch eine mit einer hervorragenden Note abgeschlossene Promotion in Strömungsmechanik und einen gültigen Pilotenschein für einen Airbus (Sie müssen „The Beast“ ja schließlich mit einer Feile ein NACA-Profil aufzwängen).
- Oder wahlweise viel Gefühl.
Dann
haben Sie irgendwann stolz so etwas fertig:
Schön
ist er schon mal, da sind wir uns alle einig. Das Praktische am Sperrholz ist
auch, dass man über die Schichten einen ziemlich guten optischen Eindruck
bezüglich der Profilform und Genauigkeit gewinnen kann.
Aber
fliegt er auch?
Yep!
Und
– kehrt er auch heim?
F… :-)
Nun
gibt es allerdings tatsächlich folgende Flugberichte zu dokumentieren:
Werfer
1: Bumerang fliegt mit viel Schwung & Drall schön parallel zum Boden, steigt
dann – meist kurz nach der Wende – sehr steil auf, kreuzt irgendwie die eigene Flugbahn
von zuvor und stürzt dann mehr oder weniger ab.
Werfer(in) 2: Bumerang fliegt ohne viel Schwung & Drall schön parallel zum Boden, beschreibt
eine Wendung – und verhungert ganz ganz böse auf dem Rückweg. Das aber sehr reproduzierbar ;-)
Soll
heißen: Mit so richtig guten Tipps und Tricks was Profile & Formen betrifft
kann ich im Augenblick noch nicht dienen, da zur Beurteilung zum einen erst noch
an den Wurftechniken gearbeitet werden muss ;-) und zum anderen werden wir
jetzt ausgehend vom Referenzmuster mit Variationen zur Beurteilung der Flugfähigkeiten
anfangen.
Aber
– es macht total viel Spaß!
Man muss anmerken: Wir haben doch auch ein paar ganz gute Flüge hinbekommen. Ein paar Mal konnte man das Ding wirklich schön im Kreis fliegen lassen. Dann, wenn der Vertikalwinkel nur etwa 10° betrug und der Horizontalwinkel bei ca. 25° lag. Dann hat es ein paar Mal durchaus recht gut geklappt. Meine Merkregel hierzu: „Schleuder das Ding in die Sonne!“ Blöd nur, dass sich die Erde dreht… *g*
Man muss anmerken: Wir haben doch auch ein paar ganz gute Flüge hinbekommen. Ein paar Mal konnte man das Ding wirklich schön im Kreis fliegen lassen. Dann, wenn der Vertikalwinkel nur etwa 10° betrug und der Horizontalwinkel bei ca. 25° lag. Dann hat es ein paar Mal durchaus recht gut geklappt. Meine Merkregel hierzu: „Schleuder das Ding in die Sonne!“ Blöd nur, dass sich die Erde dreht… *g*
Sonntag, 24. Februar 2013
Es ist bedenklich, wenn die Provisorien immer professioneller werden ....
was bisher immer noch fehlt(e) war die Beleuchtung oben im Treppenhaus. Eigentlich soll das ja eine komplexe, indirekte Eigenkonstruktion werden, realistisch gesehen wird die aber weder in diesem noch im nächsten Jahr fertig werden ....
Also ein eher langfristiges Provisorium: Wieder eine Leuchte inzwischen vertrauter Bauart, diesmal aber automatisch über die Umgebungshelligkeit gesteuert. Eine Aufgabe des Lichts im Treppenhaus ist die Nachtbeleuchtung, falls unsere Tochter nachts den Gang kreuzen will, um vom Kinderzimmer ins Bad oder ins elterliche Schlafzimmer zu gelangen.
Die Ansteuerung ist im wesentlichen die endgültige, wie bereits hier beschrieben ein Arduino-kompatibler Mikrocontroller mit einem Helligkeitssensor. Beim ersten Versuch war das ein Phototransistor, der war aber nicht empfindlich genug. Deshalb jetzt die zweite Version mit einer Photodiode (BPW34), die hier nach dem gleichen Prinzip wie eine Solarzelle betrieben wird, gemessen wird die Photospannung.
Für die E-Techniker unter uns: Das ist zwar nicht besonders genau, es geht hier aber auch nicht um die Messung der Helligkeit, sondern nur um die Unterscheidung zwischen Tag und Nacht. Dafür ist das die einfachste Lösung, die Diode liefert genug Strom für den Analogeingang des Controllers, es wir kein zusätzlicher Verstärker benötigt: Die Lehrbuchlösung - die Messung des Photostromsmit einem Transimpedanzverstärker - wäre hier Overkill. A propos Overkill: Ein Mikrocontroller zur Steuerung einer Leuchte sieht verdächtig genau danach aus .... ist es aber nicht, wenn man bedenkt, dass die Funktion der Lampe relativ komplex ist. Es gibt zwei verschiedene Betriebsarten, entweder volle Helligkeit an/aus durch manuelle Betätigung des Schalters oder Nachtlicht bei geringer Umgebungshelligkeit. Das soll dann auch nicht immer angehen, wenn jemand etwa beim Vorbeigehen kurz den Sensor abdeckt. Das als diskrete analoge Schaltung zu bauen ist zwar möglich, aber viel mehr Aufwand als die gleicheFunktion in Software zu realisieren.
Da die Leuchte nur genug Licht zur Orientierung liefern muss, dafür aber lange läuft, ist Energie sparen angesagt: Die LEDs leuchten nicht ständig, sondern werden etwa 150 mal pro Sekunde ein- und ausgeschaltet:
Die Ein-Phase dauert eine Millisekunde, die Aus-Phase etwa 5 mal so lang. Die LEDs benötigen bei Dauerbetrieb etwa 6 Watt, so ergibt sich ein Gesamtverbrauch von etwa einem Watt.
Außerdem hat das den entscheidenden Vorteil, dass die Photodiode nicht das Licht der eigenen Lampe misst: Die LED werden direkt nach der Messung eingeschaltet, vor der nächsten Messung bleibt also genug Zeit, in der die Photodiode ihre Ladung loswerden kann. Bei höheren Schaltfrequenzen müsste man hier vermutlich mehr Aufwand treiben.
Till
Also ein eher langfristiges Provisorium: Wieder eine Leuchte inzwischen vertrauter Bauart, diesmal aber automatisch über die Umgebungshelligkeit gesteuert. Eine Aufgabe des Lichts im Treppenhaus ist die Nachtbeleuchtung, falls unsere Tochter nachts den Gang kreuzen will, um vom Kinderzimmer ins Bad oder ins elterliche Schlafzimmer zu gelangen.
Die Ansteuerung ist im wesentlichen die endgültige, wie bereits hier beschrieben ein Arduino-kompatibler Mikrocontroller mit einem Helligkeitssensor. Beim ersten Versuch war das ein Phototransistor, der war aber nicht empfindlich genug. Deshalb jetzt die zweite Version mit einer Photodiode (BPW34), die hier nach dem gleichen Prinzip wie eine Solarzelle betrieben wird, gemessen wird die Photospannung.
Für die E-Techniker unter uns: Das ist zwar nicht besonders genau, es geht hier aber auch nicht um die Messung der Helligkeit, sondern nur um die Unterscheidung zwischen Tag und Nacht. Dafür ist das die einfachste Lösung, die Diode liefert genug Strom für den Analogeingang des Controllers, es wir kein zusätzlicher Verstärker benötigt: Die Lehrbuchlösung - die Messung des Photostromsmit einem Transimpedanzverstärker - wäre hier Overkill. A propos Overkill: Ein Mikrocontroller zur Steuerung einer Leuchte sieht verdächtig genau danach aus .... ist es aber nicht, wenn man bedenkt, dass die Funktion der Lampe relativ komplex ist. Es gibt zwei verschiedene Betriebsarten, entweder volle Helligkeit an/aus durch manuelle Betätigung des Schalters oder Nachtlicht bei geringer Umgebungshelligkeit. Das soll dann auch nicht immer angehen, wenn jemand etwa beim Vorbeigehen kurz den Sensor abdeckt. Das als diskrete analoge Schaltung zu bauen ist zwar möglich, aber viel mehr Aufwand als die gleicheFunktion in Software zu realisieren.
Da die Leuchte nur genug Licht zur Orientierung liefern muss, dafür aber lange läuft, ist Energie sparen angesagt: Die LEDs leuchten nicht ständig, sondern werden etwa 150 mal pro Sekunde ein- und ausgeschaltet:
Die Ein-Phase dauert eine Millisekunde, die Aus-Phase etwa 5 mal so lang. Die LEDs benötigen bei Dauerbetrieb etwa 6 Watt, so ergibt sich ein Gesamtverbrauch von etwa einem Watt.
Außerdem hat das den entscheidenden Vorteil, dass die Photodiode nicht das Licht der eigenen Lampe misst: Die LED werden direkt nach der Messung eingeschaltet, vor der nächsten Messung bleibt also genug Zeit, in der die Photodiode ihre Ladung loswerden kann. Bei höheren Schaltfrequenzen müsste man hier vermutlich mehr Aufwand treiben.
Till
Sonntag, 17. Februar 2013
Mal was neues ...
am Freitag war ich bei einem Workshop zum Thema Hobel mit Thomas Lie Nielsen bei Dictum in München.
Thomas, der Chef von Lie Nielsen Toolworks, ein Hersteller exzellenter Handhobel, ist ein sehr freundlicher Mensch und ein hervorragender Referent (was gar nicht so verwunderlich ist, wenn man weiß, dass er im Hauptfach Englisch studiert hat und nicht etwa Maschinenbau ;-). Schwerpunkt des Seminars war das Schärfen von Hobeleisen und das Einstellen von (Metall-) Hobeln.
Da ich in letzter Zeit immer mehr Spaß an der Arbeit mit Massivholz habe, hatte ich beschlossen, mir nachträglich zum Geburtstag einen (guten) Hobel zu schenken. Bei der Suche bin ich dann bei Dictum gelandet und über den Workshop gestolpert. Da ich dabei zumindest die verschiedenen Modelle ausprobieren konnte, habe ich die Gelegenheit sofort beim Schopf gepackt.
Und das hat sich mehr als gelohnt ! Ich habe nicht nur gelernt, wie man ein Hobeleisen richtig schärft und einen Hobel richtig einstellt (wie man das "mit der Hand am Arm" und einem mittelmäßigen Ergebnis macht, wußte ich schon vorher), sondern auch mal wieder am eigenen Leib erfahren, wie viel Spaß die Arbeit mit hervorragendem Werkzeug macht. Und nur dieses sollte man sich dann auch kaufen.
Das hab ich dann auch gemacht und mir das Schmuckstück auf dem Bild oben mitgenommen ;-)
Fazit: Sowohl die Hobel von Lie Nielsen als auch die Kurswerkstatt bei Dictum in München sind ausgesprochen empfehlenswert.
Auf zum Hobeln ....
Till
Sonntag, 10. Februar 2013
Eine G-a-r-d-e-r-o-b-e
lautet
die Antwort.
Naja, korrekterweise zwei, für beide R‘s:
Ansonsten gerade krankheitsbedingte Pause :-(
Sonntag, 3. Februar 2013
Eine hässliche Entdeckung
Da
war ein Moment Stille in der Leitung, als ich am Montag „Herr Weng, wir brauchen
Sie ganz dringend, wir haben Schimmel im Schlafzimmer!“ gesagt hatte. Denn
DAMIT hat nun mit Sicherheit NIEMAND von uns gerechnet – nachdem wir das ganze
Projekt von Anfang an stark auf die Vermeidung exakt dieser Thematik ausgelegt
hatten, alles diffusionsoffen, keine Schränke an den Außenwänden, entsprechende
Lüftungsstrategie, Überprüfung der Klimaverhältnisse mittels Datenlogger etc.
Das war irgendwie schon ein bisschen ein Schock, als wir uns vor einer exakt
einer Woche dieser Entdeckung:
stellen
mussten.
Es
handelt sich um die Außenwand Richtung Straße und wir hatten hier in immerhin 10
– 15 cm Abstand ein 80 cm hohes Schränkchen stehen. Das (im übrigens ebenfalls
an der Seitenwand bereits angegriffen war) haben wir sofort weg geräumt und
dann auf Herrn Weng gewartet, der Donnerstag zur Beurteilung kam. Bis dahin
hatten wir auch schon eine Theorie, da hier nämlich die Bodenplatte des Balkons
endet – eine klassische Kältebrücke. Die Messung der Wandtemperatur und der
Feuchtigkeit hat dann Aufschluss gebracht: Diese Wand ist im befallenen Bereich
fast 4°C kälter als die anderen und damit auch deutlich unter der Norm. Und
klatschnass. Wobei die Messung der Feuchtigkeit ein interessantes Muster (siehe Linien) ergeben hat:
Sprich:
Wir haben hier relativ klar abgetrennte Bereiche nach oben und unten. Nur durch
eine Kältebrücke lässt sich das nicht erklären. Nein, die bittere Wahrheit ist,
dass der Balkon wohl nicht richtig abgedichtet ist. Dass der wohl nicht ganz
koscher ist, war bekannt – aber niemand hätte mit diesen Auswirkungen
gerechnet, vor allem, da die Wand bei der Renovierung keinerlei Auffälligkeiten
gezeigt hatte. Aber: Bisschen veränderte Nutzung, bisschen andere Bedingungen,
ein paar mächtig kalte Tage wie die vor Weihnachten – und BUMM! L Vermutlich auch ein paar Steine, die
Feuchtigkeit ziehen.
Da
wir ja messtechnisch einigermaßen vernünftig ausgestattet sind, haben wir die
Wandtemperaturen auch nochmals mittels Infrarotthermometer verfolgt: Im Bereich
des Schimmelfleckens lag die Temperatur fast 4°C unterhalb der Werte in der
Mitte dieser Wand. Die Ecke liegt dazwischen.
Wir
hatten auch gleich am Sonntag nochmals einen Datenlogger ins Schlafzimmer
gelegt, aber der hat eigentlich nur unsere konstanten und doch eher niedrigen
Feuchtigkeitswerte (blau) bestätigt – wir liegen meist zwischen 55 und 50 %
rel.:
Also
waren auch mit einem Schlag alle schönen Bastelpläne hinfällig und der Plan für
den gestrigen Samstag stand fest:
Mechanische
Entfernung mit gleichzeitiger Absaugung – so sieht der Schimmel keine
Notwendigkeit, heftig zu reagieren (im Gegensatz zu anderen Methoden, z. B. dem
Aufsprühen von Schimmeltod, das den Schimmel veranlasst, mit letzter Kraft in
letzter Sekunde noch unendliche Mengen von Sporen abzustoßen) – natürlich trotzdem
mit Atemschutz, Abdeckung und hinterher ausführlichen Putzaktionen.
Immer
wieder erstaunlich, wie schnell man ein normales Zimmer wieder in eine
Baustelle verwandeln kann:
Die
Temperaturen lagen an der offenen Wand übrigens so ungefähr 1,5°C unter den
zuvor gemessen auf dem Putz. Eine Veränderung nach einem Tag hat sich nicht
feststellen lassen.
Tja,
das wird eine größere (und teure) Angelegenheit. Jetzt müssen wir mal wieder
mit Handwerkern reden, Termine planen etc. Und der Vorgarten, den wir
eigentlich im März anlegen wollten, fällt dieser hässlichen Entdeckung auch zum
Opfer…
So
ist das mit alten Häusern halt manchmal, das gehört eben auch dazu.
L
P.S.:
Dafür ist unser Heizkörper
am Freitag abgedichtet worden.
Sonntag, 27. Januar 2013
Der dritte Versuch
Der
scharfe Beobachter kann im oben beigefügten Foto Wasser entdecken. Wassertropfen.
Stehendes Wasser. Herablaufendes Wasser. Herablaufend am Rohr unseres einen
Esszimmerheizkörpers. Nicht schön. Denn:
Wir
haben hier bekanntermaßen schon zwei Mal nachbessern lassen, wie beschrieben
hat sich unsere Begeisterung, dass 20 l Wasser ins System nachgefüllt werden
mussten, in sehr sehr engen Grenzen gehalten. Und ich könnte mich so was von in
den Arsch beißen (und, ich kann bestätigen: MAN KOMMT HIN, MAN KOMMT ECHT HIN!),
dass ich naiv und vielleicht auch leichtfertig davon ausgegangen ist, dass nach
zwei Mal nachbessern alles in Ordnung ist – statt gleich und selbst zu überprüfen.
Daher großes Erstaunen, als unser hoher Badheizkörper sich schon wieder nicht mehr
über die ganze Fläche aufgeheizt hat, sprich wieder Luft hatte, was wieder auf
ein Leck hingedeutet hat. Also Zeitung um die Rohre gewickelt, und siehe oben,
siehe unten :-(
Sonntag, 20. Januar 2013
Der erste Einbauschrank
Ist
ein Regal:
Im
Kinderzimmer gibt es ja „diese Ecke“. Also diese Ecke, ungefähr 50 x 50 cm,
zwischen Wand und Kamin. An und für sich eignet sich „so eine Ecke“ prima, um
links und rechts an die Wände Bretter dranzuschrauben – tja, wenn es sich halt,
wie geschrieben, bei einer der zwei Wände nicht um den Kamin handeln würde.
Diese Tatsache verhindert alle einfachen Lösungen und zwingt zum richtigen
Bauen…
Der
erste Schritt war also wie immer die Planung. Da die Rohrleitungsführung hier
quasi überirdisch liegt, sollte wegen Optik und Platzoptimierung das Regal auf
einem Podest ruhen, das über den breiten Bodenleisten liegt (und außerdem muss
ja das Geheimfach, von dem ich der Meinung bin, dass das Kind unbedingt eins
braucht, irgendwo untergebracht werden…):
Was
man hier gut sehen kann, ist, dass wir zu Ausgleichszwecken vorne einen
verstellbaren Fuß angebracht haben – und wie krumm die Seitenwände sind. Um
nicht jedes Brett einzeln einzupassen haben wir folglich in einem ersten
Schritt die lichte Weite bestimmt, um eine rechtwinklige Konstruktion aufbauen
zu können.
Ach
so, davor waren wir natürlich erst mal einkaufen: Multiplex Birke 15 mm für die
Seitenwände und die Regalbretter, Multiplex Birke 4 mm für die Rückwand. Und
die Boxen.
Nachdem
wir also alle Regalbretter entsprechend zugeschnitten hatten, ging es ans
Fräsen. Aufgrund der Stabilität wollten wir die Bodenbretter einnuten. Und aus
optischen Gründen sollte die Nut nicht durchgehen – das sieht nämlich reichlich
bescheiden aus.
Nach
dem Nuten und dem Bohren haben wir das Regal montiert und überprüft, um es
anschließend wieder auseinander zu nehmen:
Tja…
Und wenn man denkt, man ist schon sooooooooooo weit, dann fängt die (Frauen-)Arbeit
äääh der Spaß erst richtig an: Oberflächenbehandlung!
Heißt:
Schleifen (mit dem Exzenterschleifer, Körnung 120), wässern, nochmals fein
schleifen (mit dem Exzenterschleifer mit Körnung 180 und dann nochmals manuell
mit 320). Und danach ölen, wofür wir uns aus verschiedenen Gründen (u. a. aufgrund
der Ausbesserbarkeit) entschieden haben. Hierfür haben wir das Equipment von
Festool verwendet, den Festool
Ölspender Heavy Duty:
Cooles
Zeug, muss man wirklich zugeben. Nicht billig (muss man auch zugeben), aber nur
ein Arbeitsschritt erforderlich. Schön satt auftragen und nach ca. 10 – 15 min
das überschüssige Öl mittels Schleifvlies auf dem Exzenterschleifer wieder
abnehmen und grob polieren, danach nochmals mit einem weichen Tuch drüberwischen:
Paar
Tage im Keller ausstinken lassen, alles ins Kinderzimmer tragen, montieren, fluchen (und sich bis ans Ende aller Tage merken, dass es vorteilhaft ist, die Zahl, die man auf das Brett schreibt, auch vorsichtshalber in die jeweilige Nut zu schreiben),
in die Lücke stellen, mit Winkeln oben sichern, sich freuen :-)
Der
kleine Spalt rechts ist zum einen geometriebedingt (siehe oben), zum anderen
aber auch um dem Holz am Kamin eine Möglichkeit zum Arbeiten zu lassen aufgrund
der wechselnden Temperaturbedingungen an dieser Seite. Da kommt mal noch eine
kleine Holzblende davor. Und die Sockelblende (sowie besagtes Geheimfach) fehlt
auch noch.
Trotzdem:
Der erste Einbauschrank ist fertig! :-)
Sonntag, 13. Januar 2013
Ein Riss in der Fliese
Jaja,
das sind wahrlich keine jugendfreien Gedanken, die einem morgens um halb sechs
durch den Kopf geistern, wenn man beim Griff zur Armatur einen Riss in der
Fliese entdeckt.
Dieses Erlebnis ist jetzt zwar schon ein paar Wochen her, wir hatten das auch gleich an unseren Bad-Partner weitergegeben, aber die tatsächliche Abwicklung bzw. der Austausch der Fliese ist erst diese Woche geschehen.
Die
spannende Frage war natürlich die nach der „Schuld“. Uns im Prinzip egal weil
sowieso innerhalb des Gewährleistungszeitraumes, aber zumindest für die zwei beteiligten
Gewerke nicht unerheblich.
Als
Letzte dran an dieser Stelle waren die Sanitärinstallateure mit der Montage.
Aber es hätte ja auch der Fall vorliegen können, dass die (immerhin mit 30 x 60
cm recht große) Fliese nicht vollflächig aufgeklebt wurde. Prekär die Tatsache,
dass sich dieser ganze Vorbau auf Rigipsplatten befindet…
Um
es kurz zu machen: Der Austausch hat gegen unsere Befürchtungen hervorragend
funktioniert. Der Fliesenleger hat die Fliese in der Fuge sauber mechanisch
aufgetrennt und dann in liebevoller Kleinstarbeit vorsichtig von der
Rigipsplatte gemeißelt, ohne diese zu beschädigen (und ohne große Sauerei,
Respekt und Dank). Und es war auch klar zu sehen, dass die Verklebung korrekt
war.
Bei
dieser Fliesenart handelt es sich ja um eine Steinzeugfliese. Steinzeug ist nach
Aussage sowie Erfahrung des Fliesenlegers extrem empfindlich was Bohrung und
Rissbildung angeht. Deshalb hat er jetzt die Austauschfliese vor der
Wandmontage mit der nassgekühlten Diamantbohrkrone entsprechend mechanisch bearbeitet,
um kleinste Risse und Spannungen vermeiden zu können. Wieder perfekt
eingepasst, am nächsten Morgen war Duschen (und Putzen *hüstel*) wieder
möglich.
Hoffen wir, dass es das
erste und letzte Mal war, dass wir uns mit dem Austausch einer Fliese
beschäftigen mussten (wobei wir ausreichend Ersatzfliesen im Keller liegen
haben – in der Hoffnung, sie niemals benötigen zu werden *aufholzklopf*).
Sonntag, 6. Januar 2013
Ein kleiner Blick unter den Weihnachtsbaum
Wir wünschen allen Freunden, Bekannten und Lesern für das nun schon gar nicht mehr so neue Jahr alles Gute, viel Gesundheit, Glück, Erfolg – und schöne Bastelprojekte! J
Wie jedes Jahr um diese Zeit ist die Zeit vorbei gerauscht, ohne dass wirklich viel erledigt werden konnte L Mehr so Klein- und Spaß-Bastelkram. Der zum Großteil direkt mit dem Weihnachtsbaum in Verbindung gebracht werden kann.
So ist nun z. B. unser Kamin-Equipment vollständig:
Die
Vögel können Urlaub in Dänemark machen:
Und
ich habe tatsächlich meinen Laubsägen-Wunsch
erfüllt bekommen
und
bin, wie man sieht, schon fleißig am Werkeln – auch wenn ich mir für den Start mit
Buchzeichen aus Modellbausperrholz ein viel zu ambitioniertes Projekt ausgewählt
habe:
Dafür
kann sich Rike von meinem Projekt 2 nicht trennen ;-)
Till
hat sich hauptsächlich in der Elektronikspielecke herumgetrieben in den letzten
zwei Wochen ;-)
Wir haben uns für dieses
Jahr nicht übermäßig viele Haus-Projekte vorgenommen, möchten diese dafür aber
auf alle Fälle realisieren. Dazu zählt die Fertigstellung unseres Waschtisches,
das Einbauregal im Kinderzimmer sowie ein eingepasster Schrank für den Flur oben.
Und wir wollen den Vorgarten anlegen, geplant sind wieder Bäume und ein bisschen
Rasen.
Sonntag, 23. Dezember 2012
Die Kleinigkeiten sind manchmal entscheidend ....
der PT100-Temperaturfühler ändert seinen Widerstand im interessanten Bereich (etwa - 30 bis + 50 Grad) von etwa 80 auf etwa 120 Ohm. Als Messstrom wird etwa 1 mA verwendet, das ergibt am Fühler Spannungen von etwa 80 bis 120 mV. DerAD-Wandler (der integrierte Wandler im XBee-Modul) hat eine Auflösung von 10 Bit und einen Messbereich von etwa 1.2 Volt, das ergibt eine Spannungsauflösung von etwa 1 mV. Selbst wenn man unterstellt, dass nichts rauscht und es keine Linearitätsfehler gibt, entspräche das einer Auflösung von etwa 2 Grad. Zu wenig. Das Signal muss also verstärkt werden.
Prinzipiell könnte man natürlich die Spannung einfach etwa 10 fach verstärken, dann wäre das zu messende Signal im Bereich zwischen etwa 800 und 1200 mV. Damit würde man allerdings zwei Drittel des Messbereichs des AD-Wandlers verschenken. Also lieber richtig.
Subtrahiert man von dem Signal einen festen Wert, kann man höher verstärken. Nehmen wir etwa 70 mV, so ergibt sich ein Bereich von 10 bis 50 mV, den man etwa 20 fach verstärken kann, das ergibt dann 200 bis 1000 mV, also fast den ganzen Messbereich des Wandlers. Entspricht einer Auflösung von etwa 0.1 Grad. Passt.
Die Schaltung war in zehn Minuten entwickelt (ist ja ein ganz normaler Differenzverstärker nach Lehrbuch), in einer guten halben Stunde aufgebaut. Funkioniert hat's leider nicht (siehe hier). Das Multimeter am Ausgang zeigte mit konstanter Bosheit 0 an. Was war passiert ?
Nach mehrstündigem Nachdenken (Messen hat nix gebracht) plötzlich die Erleuchtung: Die Schaltung sah nicht ganz so aus, wie auf dem Bild oben, der Korrektur-Widerstand im linken Zweig hatte 68 Ohm (die 70 mV Offset eben). Das ergibt eine Differenz von (70mV - 100mV)*20 = -600mV. Doch leider wird die Schaltung mit einer Spannung von 3 Volt aus einer Batterie betrieben, der mögliche Spannungsbereich ist also 0 ... 3V. Negativ geht da leider nicht. Beziehungsweise genauer gesagt negativer als 0 geht nicht. Die Schaltung hat also ganz korrekt gearbeitet.
Warum hat es so lange gedauert, auf diesen Fehler zu kommen ? Die Schaltung war ursprünglich etwas anders gezeichnet, nämlich mit dem Pt100 am positiven Eingang und dem Korrekturzweig am negativen Eingang. Da das Layout dadurch einfacher wurde, habe ich beim Löten die beiden kurzerhand vertauscht, "macht ja nix, interessant ist eh nur die Differenz". Dadurch konnte ich natürlich lange auf das Schaltbild starren, die Spannungen an den beiden Widerständen messen, sah alle plausibel aus. Dazu kommt, dass ich bisher noch nie mit einer einfachen Stromversorgung gearbeitet hatte, sondern immer - wie man das ja auch anständigerweise macht - mit +/- 15V. Dass es hier keine negativen Spannungen gibt, wurde mir erst relativ spät klar ....
Was lernen wir daraus ? Gewohnheiten sind gefährlich, die lassen einen schnell in Denkfallen hängen bleiben. Also öfter mal was ausprobieren, nicht immer das gewohnte Schema verwenden. Oder wenn schon, dann auch wirklich immer das gleiche machen.
Till
PS: Für die E-Techniker: Wenn man die Schaltung ein bisschen anders zeichnet, nämlich die beiden Widerstandszweige oben (bei VRef) und unten (an Masse) verbindet, sieht man, dass es sich um eine verstimmte Brücke handelt. Also in der Tat nix exotisches.
Sonntag, 16. Dezember 2012
Leider ist unser Aussenthermomether kaputt gegangen ....
und zwar mit Fug und Recht, das war nämlich von Tchibo und schon über 10 Jahre alt ....
Aber da stellt sich dann natürlich die Frage: Wieder was (billiges) kaufen oder (richtig) selber machen ?
Um ehrlich zu sein, stellte sich die Frage nicht wirklich, da ich erstens zur Zeit in einem "richtigen" Projekt mit Funktechnik rumspiele und mir zweitens bei ebay dieser supercoole Pt100-Fühler über den Weg gelaufen ist (alte DDR-Ware, so wie er aussieht zur Montierung an oder auf einem Panzer gedacht, hält vermutlich die nächsten hundert Jahre problemlos durch).
Dazu kommt, dass wir sowieso unsere Messtechnik umstellen wollen: Die Datenlogger funktionieren zwar prima, aber es ist fast jede Woche das gleiche Drama: "Ich sollte mal wieder die Logger auswerten". Das bedeutet, in den Keller (oder wo auch immer die Dinger liegen) zu gehen, den Rechner hochzufahren (geht nur unter Windows), die Daten zu importieren (Performancewunder), dieselben in eine CSV-Datei zu exportieren. Eigentlich nicht schlimm, bei drei Loggern aber insgesamt etwa dreiviertel Stunden. Auf Dauer nervt das. Also: Es muss eine komfortable Lösung her, die dem aktuellen Stand der Technik entspricht, heißt: Drahtlos, Web-Interface, Daten in die Cloud.
Wenn ich mich nicht auch beruflich mit solchen Sachen beschäftigen würde, wäre es natürlich kompletter Unsinn, für ein altes Einfamilienhaus eine Technik zu verwenden, die man ansonsten (wenn überhaupt) für hochmoderne Bürogebäude oder Fertigungsanlagen einsetzt. Aber es soll ja schließlich auch Spaß machen ;-)
Aber zurück zum Bastelthema dieses Wochenendes, das Gesamtsystem wird uns noch länger beschäftigen ;-)
Der Sensor ist ein Pt100, also ein temperaturabhängiger Widerstand, in dem Bereich der uns interessiert ändert sich der so etwa zwischen 80 und 120 Ohm. Das bedeutet leider, dass man nicht direkt mit einem einfachen AD-Wandler (10 Bit oder so) messen kann, sondern erstmal aufbereiten muss (Deshalb würde ich auch in "richtigen" Projekten einen solchen Fühler nur dann einsetzen, wenn es gar nicht anders geht, wenn also etwa über einen sehr weiten Bereich gemessen werden muss oder extreme Temperaturen zu messen sind. Es gibt so schöne Halbleitersensoren, die haben alles "on board" also einen Digitalausgang usw. Aber eben kein so schönes Gehäuse). Es gibt natürlich auch schöne Fertiglösungen zur Verbindung von Pt100-Fühlern und AD-Wandlern, etwa von Analog Devices. Die habe ich bisher auch immer verwendet, wenn ich sowas gebraucht habe. Die kosten aber etwa soviel, wie ich hier (Bastelehrgeiz ;-) für den kompletten Sensor inklusive Funkmodul ausgeben will. Aber wenn alles andere fehlschlägt .....
Prinzipiell ist das ja auch nicht kompliziert, aber der Teufel steckt im Detail. Erstens soll es klein sein. Deshalb alles in SMD. Siehe Bild .... die Platine ist nur noch am Stück, damit man sie besser anfassen kann, die wird dann schon noch zurechtgeschnitten. Zweitens soll es wenig Strom verbrauchen. Wenn die Daten schon per Funk übertragen werden, will ich nicht eine Leitung zur Versorgung mit Energie ziehen. Also Batteriebetrieb. Und ich will nicht alle zwei Monate die Batterie wechseln. A propos Funk: Ich will natürlich auch keine Daten verlieren, wenn jemand mal genau im falschen Zeitpunkt den Staubsauger einschaltet. Aber das sind - wie gesagt - genau die Probleme, mit denen ich sowieso grade kämpfe.
Die Schaltung (StiNo-Differenzverstärker mit zwanzigfacher Verstärkung, 10k Eingangswiderstand, LM258) kurz aufgebaut, eingeschaltet ... tut nicht :-(
Bloss, warum ?? Nach zwei Stunden Fehlersuche bin ich auch nicht wirklich schlauer, die Schaltung scheint OK zu sein. Entweder ist der Chip tot (aber das kommt ausgesprochen selten vor, mir ist das in dreißig Basteljahren - OK, mal mehr, mal weniger intensiv - vielleicht zweimal passiert). Oder was anderes. Aber was ....
Vielleicht schwingt was. Das ist aber mit einem kleinen Digital-Oszi nicht rauszufinden und mehr habe ich hier nicht. Morgen fahr ich sowieso nach Lonsee, da steht noch mein gutes altes Tektronix-Analog-Oszilloskop, das zeiht dann auch endlich um ;-)
To be continued ....
Aber erst nach Weihnachten, jetzt ist erstmal URLAUB !
Till
Aber da stellt sich dann natürlich die Frage: Wieder was (billiges) kaufen oder (richtig) selber machen ?
Um ehrlich zu sein, stellte sich die Frage nicht wirklich, da ich erstens zur Zeit in einem "richtigen" Projekt mit Funktechnik rumspiele und mir zweitens bei ebay dieser supercoole Pt100-Fühler über den Weg gelaufen ist (alte DDR-Ware, so wie er aussieht zur Montierung an oder auf einem Panzer gedacht, hält vermutlich die nächsten hundert Jahre problemlos durch).
Dazu kommt, dass wir sowieso unsere Messtechnik umstellen wollen: Die Datenlogger funktionieren zwar prima, aber es ist fast jede Woche das gleiche Drama: "Ich sollte mal wieder die Logger auswerten". Das bedeutet, in den Keller (oder wo auch immer die Dinger liegen) zu gehen, den Rechner hochzufahren (geht nur unter Windows), die Daten zu importieren (Performancewunder), dieselben in eine CSV-Datei zu exportieren. Eigentlich nicht schlimm, bei drei Loggern aber insgesamt etwa dreiviertel Stunden. Auf Dauer nervt das. Also: Es muss eine komfortable Lösung her, die dem aktuellen Stand der Technik entspricht, heißt: Drahtlos, Web-Interface, Daten in die Cloud.
Wenn ich mich nicht auch beruflich mit solchen Sachen beschäftigen würde, wäre es natürlich kompletter Unsinn, für ein altes Einfamilienhaus eine Technik zu verwenden, die man ansonsten (wenn überhaupt) für hochmoderne Bürogebäude oder Fertigungsanlagen einsetzt. Aber es soll ja schließlich auch Spaß machen ;-)
Aber zurück zum Bastelthema dieses Wochenendes, das Gesamtsystem wird uns noch länger beschäftigen ;-)
Der Sensor ist ein Pt100, also ein temperaturabhängiger Widerstand, in dem Bereich der uns interessiert ändert sich der so etwa zwischen 80 und 120 Ohm. Das bedeutet leider, dass man nicht direkt mit einem einfachen AD-Wandler (10 Bit oder so) messen kann, sondern erstmal aufbereiten muss (Deshalb würde ich auch in "richtigen" Projekten einen solchen Fühler nur dann einsetzen, wenn es gar nicht anders geht, wenn also etwa über einen sehr weiten Bereich gemessen werden muss oder extreme Temperaturen zu messen sind. Es gibt so schöne Halbleitersensoren, die haben alles "on board" also einen Digitalausgang usw. Aber eben kein so schönes Gehäuse). Es gibt natürlich auch schöne Fertiglösungen zur Verbindung von Pt100-Fühlern und AD-Wandlern, etwa von Analog Devices. Die habe ich bisher auch immer verwendet, wenn ich sowas gebraucht habe. Die kosten aber etwa soviel, wie ich hier (Bastelehrgeiz ;-) für den kompletten Sensor inklusive Funkmodul ausgeben will. Aber wenn alles andere fehlschlägt .....
Prinzipiell ist das ja auch nicht kompliziert, aber der Teufel steckt im Detail. Erstens soll es klein sein. Deshalb alles in SMD. Siehe Bild .... die Platine ist nur noch am Stück, damit man sie besser anfassen kann, die wird dann schon noch zurechtgeschnitten. Zweitens soll es wenig Strom verbrauchen. Wenn die Daten schon per Funk übertragen werden, will ich nicht eine Leitung zur Versorgung mit Energie ziehen. Also Batteriebetrieb. Und ich will nicht alle zwei Monate die Batterie wechseln. A propos Funk: Ich will natürlich auch keine Daten verlieren, wenn jemand mal genau im falschen Zeitpunkt den Staubsauger einschaltet. Aber das sind - wie gesagt - genau die Probleme, mit denen ich sowieso grade kämpfe.
Die Schaltung (StiNo-Differenzverstärker mit zwanzigfacher Verstärkung, 10k Eingangswiderstand, LM258) kurz aufgebaut, eingeschaltet ... tut nicht :-(
Bloss, warum ?? Nach zwei Stunden Fehlersuche bin ich auch nicht wirklich schlauer, die Schaltung scheint OK zu sein. Entweder ist der Chip tot (aber das kommt ausgesprochen selten vor, mir ist das in dreißig Basteljahren - OK, mal mehr, mal weniger intensiv - vielleicht zweimal passiert). Oder was anderes. Aber was ....
Vielleicht schwingt was. Das ist aber mit einem kleinen Digital-Oszi nicht rauszufinden und mehr habe ich hier nicht. Morgen fahr ich sowieso nach Lonsee, da steht noch mein gutes altes Tektronix-Analog-Oszilloskop, das zeiht dann auch endlich um ;-)
To be continued ....
Aber erst nach Weihnachten, jetzt ist erstmal URLAUB !
Till
Sonntag, 9. Dezember 2012
Die letzte Leuchte .....
wird leider auch dieses Wochenende nicht fertig.
Was noch (dringend) fehlt, ist eine Beleuchtung oben im Treppenhaus. Die ist allerdings etwas komplexer: Ist es dunkel, soll sie als Nachtlicht fungieren, also ein bisschen leuchten, ansonsten nur auf Anfrage, d.h. Schalterdruck. Das ist dann tatsächlich die ursprünglich geplante Funktionalität für die Treppenhausbeleuchtung, deshalb eben etwas komplizierter.
Im Bild zu sehen der erste Versuch für die Steuerung basierend auf einem Minty-Board. Das ist eine kleine, Arduino-kompatible Experimentierplatine mit einem großzügigen Prototypen-Bereich. Und passt eben in eine Pfefferminzdose, daher der Name. Die wird übrigens mitgeliefert ;-) Diese international verbreiteten Boards sind so ohne weiteres in Deutschland nicht erhältlich, deshalb hat mein Freund Christian eine kleine Serie aufgelegt.
Für Bastelprojekte sehr praktisch und effizient (allerdings ohne direkten USB-Anschluss, deshalb aber auch so billig). Dicke Empfehlung !
Zurück zum Thema: Die Leuchte liegt schon im Keller, den Treiber gibt's auch schon, einzig die Steuerung fehlt. Durch die Minty-Boards, die ich wegen eines anderen Projekts da liegen hatte animiert, dachte ich, das kann ja nicht schwierig sein. Ist es sicherlich auch nicht. Wenn man den richtigen Sensor verwendet ....
Ein BPY62 aus der Wühlkiste eignet sich nicht :-(
Im Bild eigentlich ganz gut zu sehen, die einfache Schaltung (der Vorteil eines Fototransistors): Widerstand, Fototransistor, das zwischen plus und minus, fertig. Leider ist der Dunkelstrom zu hoch, das führt dazu, dass die Schaltung leider nicht empfindlich genug ist, in der Ecke des Treppenhauses einen trüben Tag von "richtig Nacht" zu unterscheiden.
Also: Weiterbasteln ..... dieses Mal mit einer empfindlichen Fotodiode.
Was noch (dringend) fehlt, ist eine Beleuchtung oben im Treppenhaus. Die ist allerdings etwas komplexer: Ist es dunkel, soll sie als Nachtlicht fungieren, also ein bisschen leuchten, ansonsten nur auf Anfrage, d.h. Schalterdruck. Das ist dann tatsächlich die ursprünglich geplante Funktionalität für die Treppenhausbeleuchtung, deshalb eben etwas komplizierter.
Im Bild zu sehen der erste Versuch für die Steuerung basierend auf einem Minty-Board. Das ist eine kleine, Arduino-kompatible Experimentierplatine mit einem großzügigen Prototypen-Bereich. Und passt eben in eine Pfefferminzdose, daher der Name. Die wird übrigens mitgeliefert ;-) Diese international verbreiteten Boards sind so ohne weiteres in Deutschland nicht erhältlich, deshalb hat mein Freund Christian eine kleine Serie aufgelegt.
Für Bastelprojekte sehr praktisch und effizient (allerdings ohne direkten USB-Anschluss, deshalb aber auch so billig). Dicke Empfehlung !
Zurück zum Thema: Die Leuchte liegt schon im Keller, den Treiber gibt's auch schon, einzig die Steuerung fehlt. Durch die Minty-Boards, die ich wegen eines anderen Projekts da liegen hatte animiert, dachte ich, das kann ja nicht schwierig sein. Ist es sicherlich auch nicht. Wenn man den richtigen Sensor verwendet ....
Ein BPY62 aus der Wühlkiste eignet sich nicht :-(
Im Bild eigentlich ganz gut zu sehen, die einfache Schaltung (der Vorteil eines Fototransistors): Widerstand, Fototransistor, das zwischen plus und minus, fertig. Leider ist der Dunkelstrom zu hoch, das führt dazu, dass die Schaltung leider nicht empfindlich genug ist, in der Ecke des Treppenhauses einen trüben Tag von "richtig Nacht" zu unterscheiden.
Also: Weiterbasteln ..... dieses Mal mit einer empfindlichen Fotodiode.
Sonntag, 2. Dezember 2012
Warum wir basteln (aus Sicht der Frau)
Philosophische
Probleme entstehen häufig dadurch, dass wir auf scheinbar simple Fragen
intuitiv ganz unterschiedliche, teilweise sogar widersprüchliche Antworten
geben. Ich stelle mal die Frage: „Lohnt es sich zu basteln?“ Spontan sind wir
geneigt, „Ja, weil … (siehe unten)“
ebenso wie „Nein, weil … (siehe unten)“
zu antworten.
Jede/r Zweijährige (und jedes betroffene Elternteil *g*) weiß, dass „SELBA MACHEN“ das absolut Großartigste der Welt ist. Die Frage ist, wann und vor allem weshalb dieser mit einem gigantischen Glücksgefühl gepaarte Drang nachlässt…
Okay – ich gebe zu, irgendwann lässt einfach die Faszination nach, alleine aus einem Wasserglas trinken zu können ;-)
Warum wir basteln?! Da gibt es etliche Gründe, Till hat sich ja schon ausführlich über den Charme, Dinge so aussehen zu lassen, wie man sie tatsächlich haben will, ausgelassen. Ich finde auch, dass der Grad des investierten Aufwands häufig (z. B. beim Schleifen *g*) von anderer Dimension ist im Vergleich zur „gekauften Leistung“.
Aber andererseits erinnere mich sehr gut daran, wie ich mal heulend aus dem Kindergarten heimgekommen bin – weil ich beim Abschluss-Gebet die Hände nicht falten konnte mit den üblichen Fäustlingen ;-) Und meine Oma hat sich hingesetzt und mir über Nacht kleine Fingerhandschuhe gestrickt, jeder Finger in einer anderen Farbe. Diese habe ich jetzt neulich mit zu uns genommen, und in ein, zwei Jahren werden sie Rike passen und ich werde ihr diese Geschichte über die Uroma, die sie leider nicht mehr kennenlernen konnte, erzählen.
Warum wir basteln?! Ich habe mal eine
Gute-Nacht-Geschichte für’s Kind geschrieben. Das habe ich jemandem erzählt.
Der meinte: „Du weißt schon, dass es so was käuflich zu erwerben gibt?“
Neeeeeeeeee, ächt jetzt? Na hätte ich das vorher mal gewusst! Da hätte ich ja
jede Menge Zeit sparen können, aber wirklich!
Gerade jetzt, vor Weihnachten, mal eine gute Zeit zum Reflektieren. Heute Morgen, als ich beim Bäcker eingekauft habe, groß in der BAMS: „Geschenkideen für jeden“ (zumindest sinngemäß). Also ehrlich, wenn ich nicht mal eine Idee habe, was ich einem anderen Menschen schenken soll (und der mir ja vermutlich etwas bedeutet, sonst würde ich ja nichts schenken wollen) – vielleicht sollte ich es dann besser lassen??
Ich habe also am Wochenende (leider sehr laienhaft) zur Japansäge, Stechbeitel und Feile gegriffen (die Schleiferei und Ölerei erwähnen wir am Rande) und mich an den „Tierformen für Einsteiger“ versucht („DAS GROSSE BUCH DER HOLZARBEITEN“ von Chris Simpson), nachfolgend in verschiedenen Stufen der Fertigstellung zu betrachten (als Unter-/Hintergrund übrigens die selbstgenähte, unverkäufliche, Neid hervorrufende von meiner Schwester genähte Krabbeldecke, um beim Thema zu bleiben *g*):
Die
bekommt Rike an den Adventssonntagen – für einen Adventskalender ist sie noch
zu klein, finden wir.
Jede/r Zweijährige (und jedes betroffene Elternteil *g*) weiß, dass „SELBA MACHEN“ das absolut Großartigste der Welt ist. Die Frage ist, wann und vor allem weshalb dieser mit einem gigantischen Glücksgefühl gepaarte Drang nachlässt…
Okay – ich gebe zu, irgendwann lässt einfach die Faszination nach, alleine aus einem Wasserglas trinken zu können ;-)
Warum wir basteln?! Da gibt es etliche Gründe, Till hat sich ja schon ausführlich über den Charme, Dinge so aussehen zu lassen, wie man sie tatsächlich haben will, ausgelassen. Ich finde auch, dass der Grad des investierten Aufwands häufig (z. B. beim Schleifen *g*) von anderer Dimension ist im Vergleich zur „gekauften Leistung“.
Aber
auch noch etwas anderes…
Ich
stamme aus einer Familie, in der viel Selbermachen (auch aus ökonomischen
Gründen heraus) angesagt war. Was hätte ich darum gegeben, als Kind mal eine
stinknormale Jeans statt selbstgenähter Hosen tragen zu dürfen! ;-) Aber andererseits erinnere mich sehr gut daran, wie ich mal heulend aus dem Kindergarten heimgekommen bin – weil ich beim Abschluss-Gebet die Hände nicht falten konnte mit den üblichen Fäustlingen ;-) Und meine Oma hat sich hingesetzt und mir über Nacht kleine Fingerhandschuhe gestrickt, jeder Finger in einer anderen Farbe. Diese habe ich jetzt neulich mit zu uns genommen, und in ein, zwei Jahren werden sie Rike passen und ich werde ihr diese Geschichte über die Uroma, die sie leider nicht mehr kennenlernen konnte, erzählen.
Genauso
war es bei uns irgendwie üblich, dass man sich a) mit eher kleineren und b) vor
allem selbstgebastelten Geschenken beglückt hat. So kann meine Schwester noch
mindestens ein weiteres Jahrzehnt lang von den 25 Paar selbstgehäkelten
Topflappen zehren (die peinlichen gestrickten Bettschuhe verschweigen wir
besser…) ;-) Und schon Rike weiß genau, dass ihre Tante ihr dieses
phantastische Tier-Mobile und ihre Lieblingstasche gemacht hat. Ich würde
NIEMALS den Schal, den mir meiner Freundin Martina gestrickt hat, entsorgen!
Für
mich ist es irgendwie schon eine andere Art der Beziehung, die zu selbst
gebastelten Dingen besteht. Zumindest geht es mir auch so, wenn ich selber
etwas (für andere) bastle.
Excaliburs
Scheide, das "Gewand" des Schwertes von König Artus, war aus Leder,
verziert mit Goldstickerei, genäht von Artus' Halbschwester Morgaine le Fay,
und sie war mit einem magischen Zauber versehen, der Artus die Gabe verlieh,
wenig bis kein Blut zu verlieren wenn er verwundet war – dieser ist beim Basteln
(Synonym für Nähen *g*) eingewoben worden ;-)
Warum wir basteln?! Ich finde sogar, der von Till
beschriebene Charme geht noch weiter. Nämlich dahin, etwas erschaffen zu
können, das es vielleicht kein zweites Mal gibt, zumindest kein weiteres Mal in
exakt dieser Art. So ist zum Beispiel die von Claude Shannon inspirierte
„ultimate (most senseless) machine“ die mir mein bester Mann gemacht hat so
ziemlich das ultimativste Geschenk das ich je bekommen habe:
Klar,
es ist vollkommen anmaßend ein Urteil darüber zu bilden, ob gekaufte Geschenke
„schlechter“ sind als selbstgemachte, das ist auch Blödsinn. Schließlich ist
vieles auch eine Frage der Kapazität (oh ja!). Aber vielleicht bin ich doch so
geprägt, dass ich denke, etwas, das der andere FÜR MICH gemacht hat, mit seinen
eigenen Händen, ist mehr wert – weil er mir seine Zeit und auch seine Gedanken
zu dem Gegenstand dazu geschenkt hat, und das ist etwas, das wirklich
unbezahlbar ist! Und so denke ich auch, wenn ich für jemanden etwas bastle.
Zwei
Ks – Kommerz und Kreativität. Nein, die schließen sich nicht aus, so meine ich
das nicht! ;-) Aber ich glaube schon, dass Frickeln die Kreativität fördert. Auch
das Denken: WAS will ich machen und WIE muss ich es machen, WAS brauche ich, WIE
sieht die Konstruktion aus, WAS muss ich beachten? Aus Fehlern lernen gehört
auch dazu (mein Mann zum Beispiel fertigt prinzipiell bei Möbelstücken aus
teurem Holz zuvor einen billigen Prototypen aus MDF an – aus gutem Grund),
zusammen mit einer gewissen Akzeptanz, dass das Ergebnis vielleicht doch nicht
ganz so perfekt geworden ist (siehe unten) . . . Und dann webt man doch ganz
automatisch den Zauber ein, der unverwundbar macht… ;-) Gerade jetzt, vor Weihnachten, mal eine gute Zeit zum Reflektieren. Heute Morgen, als ich beim Bäcker eingekauft habe, groß in der BAMS: „Geschenkideen für jeden“ (zumindest sinngemäß). Also ehrlich, wenn ich nicht mal eine Idee habe, was ich einem anderen Menschen schenken soll (und der mir ja vermutlich etwas bedeutet, sonst würde ich ja nichts schenken wollen) – vielleicht sollte ich es dann besser lassen??
Ich habe also am Wochenende (leider sehr laienhaft) zur Japansäge, Stechbeitel und Feile gegriffen (die Schleiferei und Ölerei erwähnen wir am Rande) und mich an den „Tierformen für Einsteiger“ versucht („DAS GROSSE BUCH DER HOLZARBEITEN“ von Chris Simpson), nachfolgend in verschiedenen Stufen der Fertigstellung zu betrachten (als Unter-/Hintergrund übrigens die selbstgenähte, unverkäufliche, Neid hervorrufende von meiner Schwester genähte Krabbeldecke, um beim Thema zu bleiben *g*):
Zweifellos,
im Handel befindliche Exemplare sehen deutlich besser aus. Einmal im CAD
konstruiert, tausende Male unverändert produziert.
Aber
ehrlich, ich erinnere mich zwar noch an die Geschichte, wie ich meinen ersten
BH gekauft habe – aber nicht mehr exakt daran, wie ich was-auch-immer für
wen-auch-immer gekauft habe. Hier möchte ich auf Pirsig („ZEN und die Kunst ein
Motorrad zu warten“) verweisen, von dem ich gelernt habe, dass Qualität ein
EREIGNIS und keine Sache ist. (Wobei eins meiner Lieblingszitate auch aus diesem
Buch stammt: „You want to know how to paint a perfect painting? It’s easy. Make
yourself perfect and then just paint naturally. That’s the way all the experts
do it.“ *grins*)
Warum
wir basteln?! Weil’s
einfach Spaß macht?!?!?!?!? J Weil man in einen „Flow“ gerät und es
einfach ein Gefühl ist, wie zum ersten Mal alleine aus einem Wasserglas zu
trinken, wenn am Ende des Tages etwas dasteht, das man selbst gebaut hat
(selbst wenn es viel individueller ist als geplant weil der Mann jemand
die Vorlage des Hundes falsch kopiert hat *hüstel*)? Eine autotelische
Tätigkeit, die Aktivität als Ziel, die Handlung des Bastelns rechtfertigt das
Basteln… Ich meine, wir haben keinen Fernseher – aber mir hat bisher auch noch
niemand wirklich erklären können, was es einem bringt, Zeit davor zu verbringen
(außer Zeit davor verbracht zu haben).
Ein
Freund von mir hat in seiner Jugend Fliesenleger gelernt, dann Architektur
studiert, ein paar Jahre als Architekt gearbeitet – um nun wieder als
Fliesenleger tätig zu sein, weil er das Gefühl am Abend, wenn er auf x m² neues
Bad schaut, so unendlich viel befriedigender findet…
Ach
ja – zu Weihnachten wünsche ich mir eine Laubsäge… J Die Pläne was ich mit der so alles realisieren
möchte sind schon in meinem Kopf! Und der Mann kriegt das Okay für eine
kleine Bandsäge, wenn ich mal Blasen an den Fingern habe.
Warum wir basteln?! Weil heute Sonntag ist und die Läden
folglich geschlossen sind, was bedeutet, ich kann keine schönen Tiere für Rike
kaufen! ;-)
Um
auf die Eingangsfrage zurück zu kommen: Klar lohnt es sich!
Oder auch: Genug philosophiert, hinunter in den Keller! J
Abonnieren
Posts (Atom)



























