Sonntag, 10. Mai 2020

Kästchen Nummer 8

Ein Experimentalkästchen (Experimentierkästchen ?)

Das Kästchen an sich ist nichts besonderes, ganz einfache Handarbeit: Paar Holzreste, die Seiten mit Schwalbenschwänzen verbunden, der Boden aus Sperrholz eingefalzt und genagelt. In der Art wird's in nächster Zeit ein paar geben, ich will mal wieder ein bisschen grain painting probieren. Früher (also im 18. und 19. Jahrhundert) waren nur die Luxusmöbel der Elite aus vornehmem Holz (Mahagoni oder so), normale Menschen konnten sich nur Weichholz leisten. Das sieht nicht schön aus und wurde deshalb angemalt. Oft einfarbig, aber wer es etwas vornehmer haben wollte, malte eine Struktur, die Edelhölzern ähnlich sah. Da ich das Kästchen zusammen mit meiner Tochter gebaut hatte, sind die Hälfte der Seiten eher bunt.



Die andere Hälfte ist meine. Hier etwas, was in Richtung Mahagoni oder Rosewood (Palisander) geht. Als Untergrund ein stumpfes Violett, darüber mit einem alten Pinsel etwas Schwarz. Auf dem Foto kommt das nicht so gut raus, in echt sieht das aus einem Meter Abstand ziemlich echt aus. Das werde ich demnächst bei einem etwas hübscheren Kästchen mit einer anständigen Oberfläche probieren. Vielleicht ein kleines Schmuckkästchen für meine Tochter ...


Till

Sonntag, 3. Mai 2020

Kästchen Nummer 7

Eigentlich sollte der Hund im Kästchen sitzen ...

irgendeine Übung, was genau, hab ich nicht ganz verstanden. Aber Frau, Tochter und Hund haben lieber Reitstunde gespielt.

Da der Zweck zumindest die umgehende Verschmutzung, wahrscheinlich mittelfristig auch die Zerstörung des Kästchens beinhaltet, diesmal etwas "relaxtere" Ausführung: Holzreste (Paulownia und HDF, geklebt).

Till


Sonntag, 26. April 2020

Kästchen Nummer 6

Dieses Mal keine Handarbeit, jedenfalls nicht bei der Konstruktion (Sperrholz, der Rahmen mit Gehrung verleimt, Deckel und Boden in einen gefrästen Falz gesetzt). Dafür von Hand furniert ;-)


Die Seiten mit Limba, einem eher einfachen Holz, das eine unspektakuläre, gleichmässige Maserung hat, deren Struktur vielleicht am ehesten mit Mahagoni vergleichbar ist (das könnte ein neues Projekt werden, Limba furniertes Kästchen, mit farbiger Beize in Mahagoni-Optik). Der Deckel ist mit, tja, das weiss ich auch nicht mehr so genau, furniert. Davon hab ich vor Jahren einen Restposten gekauft, weil mir die Maserung so gut gefiel. Im fertigen Zustand natürlich noch viel krasser, als unbehandelt.


Könnte alte Zirbelkiefer sein (so, wie's rechts oben aussieht) oder Maserbirke (so wie's links unten aussieht). Hmmmm ... falls jemand eine Idee hat, bitte melden.

Oberfläche mit Schellack behandelt, das kommt leider im Foto nicht so gut raus, man siehts hauptsächlich an der Tiefenwirkung. Der weiche Glanz einer Schellack-Politur ist zwar aufwendig, optisch und haptisch aber nicht zu schlagen. Das Kästchen war so eine Art Versuch, ich hab schon jahrelang weder furniert noch Schellack poliert. Vielleicht trau ich mich demnächst mal an ein komplizierteres Objekt ... Aber das kostet halt reichlich Zeit.

Sonntag, 19. April 2020

Kästchen Nummer 5

Diesmal nichts zum aufbewahren, sondern zum verpacken:


Nachdem meine aktuelle Lieblings-Phono-Vorstufe, ein Entwurf von Douglas Self, 2012 in der Elektor veröffentlicht, ein Jahr lang nackt neben dem Plattenspieler lag, hat sie jetzt endlich ein (provisorisches) Zuhause bekommen. Nussbaum, Alu und Plexiglas.

Die Schaltung ist eigentlich ziemlich gradlinig auf minimales Rauschen ausgelegt, kein High-End-Vodoo mit der vielleicht einzigen Extravaganz, dass die frequenzgangbestimmenden Kondensatoren eng tolerierte Styroflex-Typen sind. Klingt auch auf den ersten Blick unspektakulär. Mein erster Gedanke war: Klingt ein bisschen langweilig. Nachdem ich den Pre jetzt aber einige Monate ausgiebig mit meinen anderen Vorstufen verglichen habe, bin ich mir ziemlich sicher: Der ist es !

Klarer, entspannter Klang, sehr transparent, gute Dynamik, kaum Rauschen. Keine Dramatik irgendwelcher Art, aber eben deshalb langstreckentauglich. Und schlägt damit meinen bisherigen Favoriten, eine Röhren-RIAA mit der ECL86 von Gerhard Haas, letztlich ein Röhren-OP, ebenfalls aus der Elektor. Die rauscht und brummt erheblich mehr (damit könnte ich an sich leben), im direkten Vergleich klingt sie aber etwas "verhangen". Vielleicht versuche ich hier irgendwann nochmal ein bisschen zu tunen, die Kondensatoren (Elkos) sind schon 20 Jahre alt und haben vermutlich Potential ...

Aber jetzt bleibe ich erstmal bei dem 2012er Self-Preamp. Da ich ohnehin die Platinen für die komplette Vorstufe habe (und die ein paar ganz interessante Schaltungsdetails hat), hab ich mich entschlossen, das Projekt jetzt endlich komplett in Angriff zu nehmen und ordentlich, also auch mit einem soliden Gehäuse und Netzteil aufzubauen. Das wird aber mindestens noch bis zum Winter dauern und ich wollte deshalb den "fliegenden Aufbau" zumindest optisch etwas ordentlicher haben. Voila.

Till

Montag, 13. April 2020

Kästchen Nummer 4

Eher ein Kasten. Für den Kram, den man beim basteln auf der Hobelbank immer griffbereit braucht. Da ich (Gewölbekeller) keinen Werkzeugschrank an der Wand hinter der Bank habe, liegt das immer irgendwo rum. Lag. Denn jetzt gibt's einen ordentlichen Platz dafür.


Auffallend daran ist der schräge Deckel:

Die Idee hab ich von Peter Follansbee, der ein ähnliches Kästchen in einem Artikel im PWM beschrieben hat. Der Vorteil ist, dass man nichts drauflegen kann ... man also jederzeit an den Inhalt kommt, ohne erstmal andere Sachen wegräumen zu müssen. Sowas ähnliches, etwas kleiner und feiner, baue ich mir demnächst auch für den Schreibtisch ...

Die Konstruktion ist eher simpel: Eichenholzbretter (für den Deckel verleimt, alles andere aus einem Brett, das noch von der Renovierung unserer Haustür übrig war). Vorder- und Rückseite sitzen in Falzen in den Seitenbrettern (sieht man auf dem ersten Bild ganz gut) verleimt und zusätzlich genagelt. Ein Lederriemen hindert den Deckel an wenig förderlichen Bewegungen nach hinten. Diesmal wieder komplett ohne Maschinen gebaut ;-)

Der Kasten steht hier übrigens auf meiner Outdoor-Hobelbank. Es gibt nichts schöneres, als bei Wetter wie es dieses Wochenende war, draussen zu sitzen und in der Ruhe zu basteln.

Till

Sonntag, 5. April 2020

Kästchen Nummer 3

Dank Corona haben nicht nur die Friseure für Zweibeiner, sondern auch die für Vierbeiner geschlossen. Da es aber bei langhaarigen Hunden eine, nun ja, haarige Sache ist, mit dem Scheren zu lange zu warten, habe ich letzte Woche ein Schergerät bestellt und dann ging's ans Werk.

Ein Bild des Ergebnisses zu zeigen, verbietet das Mitgefühl mit dem Schamempfinden der armen Kreatur ... aber immerhin ging es ohne Blessuren ab.

Aber die Bastelzeit war deshalb etwas knapper und das Ergebnis (ein kleines Kästchen aus Resten von Kästchen 2) entsprechend. Daher dieses Mal nicht in poliertem Naturholz, sondern (mehr oder weniger) farbig (illustriert):


Das Reittier der Illustratorin ist im Hintergrund zu erkennen ;-)

Till

Sonntag, 29. März 2020

Kästchen Nummer 2

Diesmal was ganz anderes, mit Maschinen *brrr* gemacht. Aber das Wetter war zu schön, um viel Zeit im Keller zu verbringen ...



Eine klassische Konstruktion: Das ganze Kästchen wird am Stück gebaut: Die 4 Seiten auf Gehrung gesägt, unten eine Nut, die den Boden trägt, oben ein Falz abgesetzt, in den der Deckel eingeleimt ist.

Ist der Leim trocken, wird der Deckel abgesägt (auf der Kreis- oder Bandsäge). Das Kästchen ist mit dünnen Leisten ausgefüttert, die oben ein paar Millimeter überstehen und den Deckel halten.

Ich wollte mal Lindenholz (normalerweise zum Schnitzen verwendet) probieren. Die geschnitzten Holzfiguren aus Linde, die ich habe, altern sehr schön. Mal schauen ...

Nächstes Mal wieder Handarbeit, versprochen ;-)

Sonntag, 22. März 2020

Corona challenge

Was macht man den ganzen Tag, wenn man nicht raus kann, die Tochter unterhalten werden will und man keinen Fernseher hat ?

Richtig, basteln !



Inspiriert durch das Buch 52 Kästen in 52 Wochen (wer sich wundert, warum der Link zu Dictum geht und nicht zu amazon: Dort habe ich das Buch vor ein paar Wochen entdeckt) starte ich jetzt mal die Corona-challenge: Solange der Spuk dauert, wird jeden Samstag ein Kästchen gebastelt. Oben seht ihr Nummer 1.

Nachdem ich schon lange mal was mit Eichenholz machen wollte und noch ein paar Reststücke im Keller liegen hatte, war das die Gelegenheit. Die Konstruktion ist simpel, die kurzen Seiten sind eingenutet, um bei dem dünnen Material (12mm für die Seiten, 6 für Deckel und Boden) ein bisschen Stabilität zu bekommen. So ganz genau grade ist es aber nicht geworden. Da der Boden einfach nur aufgeleimt ist, sind die Seiten etwas gebogen —> nächstes Mal besser ;-)

Till

Sonntag, 26. Juli 2015

Zu einem Tisch...

… gehören üblicherweise ein paar Beine. Klingt trivial. Ist aber relativ verhängnisvoll, diese Kleinigkeit zu vergessen. Zum Beispiel wenn man sich großzügig zum Tische „schmirgeln“ in der Kiga-Liste einträgt. Weil – mit dem Exzenterschleifer ist das ja keine Aktion.

Ja-a. Was die Platten betrifft. Exakt an diese hatte ich beim Eintragen in die Liste gedacht… Blöder- und vollkommen unerwarteterweise stehen die Tische auf Beinen. Auf – runden Beinen *seufz* 



Die Lackreste waren auch eher ungeplant. Nun gut, so ist es halt gewesen. Den ganzen Freitag geschliffen – Beine von Hand, Platten mit dem Festool – und am Abend das erste Mal geölt (mit einem Hartöl von AURO, auch Premiere).
Samstag überschliffen, zweites Mal geölt.
Heute gewachst.
Fertig.



Morgen zurück.

Sehen wieder schön aus :-) Das ist einfach das Gute an Massivholzmöbeln :-)

Sonntag, 12. Juli 2015

Toskana

Zumindest so’n Hauch davon…

Ich habe mal gesucht. Der Duden sagt zu PLAN: „Absicht, Bestreben, Gedanke, Intention, Vorhaben, Vorsatz, Wille, Wollen, Ziel, Zielsetzung, Zielvorstellung

Wollen?!?!?!?

Naja, Wollen wollten wir etwas anderes, aber das Gewitter in der letzten Woche hat leider bei der Schwiegermutter den herrlichen, über viele viele viele Jahre am Haus gewachsenen Wein herunter gerissen :-( Deshalb mussten wir gestern Hand anlegen: 



Das gibt nächstes Jahr ein nettes Grillfeuer :-( :-) 

Aber wir hatten Glück – wir hatten Angst, dass die große Pflanze noch weiter herunter kracht, aber das war – aktuell – nicht der Fall. Wahrscheinlich wird jetzt leider noch einiges absterben :-(

Bei uns habe ich heute noch Lavendel gepflanzt – sehr spontan, gab es gestern bei ALDI, so 6 Pflänzchen für 3,49 Euro. Und ich liebe Lavendel. Der Duft ist Sommer pur. Ich liebe ihn!!! 



Die Orte, an den ich ihn gepflanzt habe, sind sicherlich nicht besonders freundlich, mal schauen…

Sonntag, 5. Juli 2015

Ein Traumhaus ....


zumindest so, wie es das neuronale Netz von google sieht ;-)

Das ist ein faszinierendes Spielzeug: Es prägt Bildern die Elemente ein, die es aus anderen, gelernten Bildern kennt. So könnte man sich, laut den google Entwicklern, die Mechanik des Träumens vorstellen. Und in der Tat, ein bißchen sieht das aus wie die Illusionen meiner Kindheit, kennt eigentlich noch jemand Serafin ?

Es hat jedenfalls Spass gemacht, auch mal mit was anderem als Holz, Zement oder Elektronik rumzuspielen, das ist in den letzten Jahren ein bisschen kurz gekommen ....

Eigentlich wäre das ein schöner Abschluß für diesen Blog, das Bild ist jedenfalls das gleiche wie im ersten Beitrag, irgendwie geträumt halt ;-)

Mal schauen ....

Sonntag, 21. Juni 2015

Hauptsache rosa

Der Mann ist auf einer Konferenz in Athen. Sprich: Hier wird nicht gerockt. Allerdings wollte das Kind auch spachteln, so wie Papa am Hocker. Aber natürlich – rosa… *seufz*
Im Keller lässt sich ja glücklicherweise so einiges finden (lila Abtönfarbe?!?!?!?!?), heißt:



Und schließlich braucht der Hund ja eh


ein Namensschild für seine Hütte J


Senf. Genauer: Gelbsenf – Sinapsis alba. Unkrautunterdrücker, Tiefwurzler, Bodenverbesserer. Gründüngung Klappe die zweite.

Allgemein (Quelle: Dehner Samentütchen): „Gründüngungen erfüllen vielfältige nützliche Funktionen. Die Pflanzen schützen mir ihrer Blattmasse den Boden vor Verschlämmung durch Regen, die intensive Durchwurzelung lockert den Boden auf. Blatt- und Wurzelmasse können eingearbeitet werden und bilden Humus, der das Bodenleben fördert und die Bodenstruktur positiv beeinflusst. Gründüngungen sind also ideal, um die Bodenfruchtbarkeit zu verbessern. Leguminosen (z. B. Klee und Lupinen) reichern Stickstoff im Boden an, der Folgekulturen ernährt. Blühende Gründungspflanzen sind außerdem hervorragende Bienenweiden.“

Eigenschaften: „Gelbsenf ist eine der schnellwüchsigsten Gründüngungen. Es bildet sich rasch eine dichte, bodendeckende Blattmasse, die den Boden beschattet und heranwachsendes Unkraut unterdrückt. Die tiefreichenden Wurzeln lockern den Boden. Die im Gelbsenf enthaltenen Öle regulieren das Pilz- und Bakterienleben im Boden und liefern so einen wesentlichen Beitrag zur Bodengesundheit. Als Folgekulturen keine Rettich- und Kohlarten.“

Auf keinen Fall! Wir reden hier ja von unserem „Hochbeet“. Es gibt zwar eine Einigung mit dem Nachbarn und dessen Landschaftsgärtner wird das Beet selbstverständlich auch neu anlegen, aber nachdem der Carport nach aktuellem Stand erst im nächsten Frühjahr verputzt werden soll, macht es wenig Sinn, das Beet vorher anzulegen. 

Tatsächlich habe ich mich auch erfolglos bemüht, das Verhältnis Samenmenge zu Beetgröße einzuhalten ;-)

Ich wollte ja mal unser Schattenbeet beleben. Nachdem die Bienenweide seinerzeit im besten Fall als halbmittelprächtig beurteilt werden kann – dieses Mal sieht es besser aus :-)

Tag 0:



Heute:




Kein Unkraut, viele Insekten und hoffentlich auch die Bodenverbesserung :-)

Sonntag, 14. Juni 2015

Stelzen

Kann auch bedeuten, sich mit steifen, großen Schritten irgendwohin zu bewegen. Oder eben auf Stelzen laufen. Spielgerät meiner Jugend. Und aus der Jugend meiner Eltern. Und eigentlich gab es die schon im Mittelalter. Und immer noch aktuell! Im Kindergarten gibt es Stelzen. Was die Tochter schwer enttäuscht hat, denn sie kann nicht auf Stelzen laufen. Ach?!? Üben?!? Die Mama wieder mit ihren vollkommen abstrusen Konzepten… Trotzdem hat die Mama, nachdem Till gestern Vorlesung halten durfte, beschlossen ein Paar Stelzen zu bauen. Weil – ist ja nicht schwer.

Wenn man dann nachdenkt (was man eigentlich besser vorher tun sollte) wird einem doch klar, dass es zwei, drei Punkte gibt, die Beachtung verdienen. Ich wollte das Fußteil sehr tief anbringen und möglichst klein halten – aber die Befestigung muss natürlich ziemlich mittig und gerade sein, kein Verzug etc. Beim Recherchieren ist mir eine Variante aufgefallen, die ich nicht kannte, aber durchaus Sinn macht: Stelzen ohne Handgriff, wobei die Stelzen von vorne umfasst werden. Hat den Vorteil (dachte ich mir, aber das war VOR dem Verleimen), dass man nach der Lernphase vielleicht den Fußtritt einfach 10 cm höher nochmals anbringen und die Stelzen damit wiederverwenden kann.

Überhaupt war mein Ansatz ja, das geht alles ganz einfach und kann sogar ich. ABER dann ging es damit los, dass ich mich für o. g. Variante entschieden habe, was eine Gesamtlänge von rund 140 cm ergibt. Vierkant- und Rundhölzer gibt es im Bauhaus in den Varianten 100 und 240 cm. Und bei letzteren hat meine schwäbische Seele entsetzt zurück gezuckt. Wunderbarerweise hatten wir noch ein 6 cm dickes, 200 cm und 50 breites langes Fichtenbrett. Was wir mit unserer Kreissäge nicht mehr auftrennen können… Der Leser merkt, die Aktion wurde größer und größer und größer. Der Brennholzhaufen im Laufe des Nachmittags auch ;-)

Nun, sie sind tatsächlich fertig geworden. Und die ersten Runden sind auch schon gegangen:



Erstens: eindeutig zu lang! Kürzen bzw. vermutlich doch ein Handgriff darauf.

Zweitens: gelernt ist gelernt! J

Sonntag, 7. Juni 2015

Zum Tischchen ein Stühlchen ...


würde die Kindergarten-Tante Erzieherin meiner Tochter vermutlich sagen. Nach dem Erfolg mit dem Tisch wurde leider schnell klar, dass ein Tisch allein nicht wirklich hilft: Die vorhandenen Stühle/Hocker waren entweder viel zu niedrig oder viel zu hoch. Schade eigentlich.

Da ich ein überzeugter Fan der Ulmer Hocker bin (und deshalb auch eine ganz ansehnliche Zahl davon besitze, übrigens zum erheblichen Missfallen meiner ansonsten geliebten Gattin ;-)  kam natürlich kein anderes Design in Frage. Aber halt kleiner.

Also (man kann es nicht oft genug betonen): Mal wieder Eigenbau nötig. Da ich erstens mir das Leben und zweitens meiner Tochter das tragen leicht machen wollte, hab ich Paulownia verwendet, ein von mir ansonsten (sic !) hochgeschätztes Material, siehe etwa hier und hier.

Aber dieses Mal wollte ich das von Hand bearbeiten (zu faul, wegen zwei Brettchen die Zinkenfräseinrichtung aufzubauen). Also eine einfache Verbindung, ein einzelner Schwalbenschwanz. Eben schnell angerissen, gesägt und dann ausgestemmt. Äh ja. Das Problem bei Paulownia ist, dass die Faserbündel sehr zäh sind, aber kaum zusammen halten. Heisst: Wenn man quer zur Faser mit dem Stecheisen arbeiten will, dann reisst es und schneidet nicht.

Kein Thema, wozu hab ich meine japanischen Wassersteine. Eben das Eisen geschärft. Besser. Aber reisst trotzdem WIE SAU. NIE WIEDER PAULOWNIA VON HAND BEARBEITEN. NIE WIEDER !

Till

Sonntag, 31. Mai 2015

Dinge im Wandel der Zeit

Meine Schwester ist letztes Wochenende 50 Jahre alt geworden! :-) 

Folglich waren wir dort und nicht hier. Folglich war es deshalb letztes Wochenende still im Blog.

Wir haben aber „Hausaufgaben“ mitgenommen: ein Hochzeitsgeschenk, das den Originalzustand weit verlassen hat – nein, NICHT die Braut ;-)

Damals – es war ein heißer Julitag – wurde eine prächtige Blumenschale überreicht, vom Brautpaar insgeheim belächelt, aber dann doch drei Mal umgezogen und die letzten 16 Jahre konstant an dekorativer Stelle im Wohnzimmer des Eigenheimes platziert.

Und jetzt ging der Lack ab. Und die Frage kam auf, ob wir jemanden kennen, der Sandstrahlen kann. Ja, kennen wir. Und zwar der Till selber, die Steffi könnte das zwar auch, aber das ist ihr zu schmutzig !

Gestern gestrahlt (und zum Glück fast keine Löcher in die rostigen Stellen hinein geschossen) und dann mit Rostumwandler, den wir noch vom letzten Jahr hatten, bearbeitet.

Das ist schon cooles Zeug. „Rostumwandler sind flüssige Stoffgemische, die zur Umkehrung oder Beendigung des Oxidationsprozesses von Eisen eingesetzt werden. Durch den chemischen Prozess wird der Rost in stabile Eisen(III)-verbindungen umgewandelt. Der umgewandelte Stoff bildet insbesondere keine porösen Strukturen mehr, die Feuchtigkeit halten und damit weitere Korrosion fördern.“ (http://de.wikipedia.org/wiki/Rostumwandler)

Auch optisch ist der Umwandlungsprozess reizvoll:


Die nächsten Tage wird neu lackiert (schwarzer Hammerschlaglack) und dann, wenn das Geburtstagsgeschenk am nächsten Wochenende eingelöst wird, kann die Schale die nächsten 25 Jahre in Angriff nehmen… 

Sonntag, 17. Mai 2015

Wer Kunststoff kennt nimmt Stahl

Spielerfrau, Waffenhändlerin, Unterwäschemodel – in meinem nächsten Leben werde ich einen anständigen Beruf lernen!

Seltsamerweise habe ich noch nie jemanden getroffen, der auf „Ich habe Kunststofftechnik studiert!“ mit „Wow! Cool!“ geantwortet hat. Wohlwollende Worte klingen meist „Ehrlich – das kann man studieren?!?!?!?“, weniger wohlwollende gehen häufig in Richtung des Titels. Damit wächst der normale Maschinenbauer auf. Das ist sein Mantra, von dem er nie mehr abrücken wird. In seltenen Fällen kommt Aluminium in Frage, in anderen, wenn’s denn nicht rosten darf, Edelstahl. Das war’s dann auch schon.

Wenn ich jetzt hier ein Plädoyer für Polymere halte, könnte ich mich dem – natürlich korrekten – Vorwurf der Befangenheit aussetzen. Also sage ich nur so viel: Kunststoffe sind tolle Werkstoffe, ABER man muss sie halt richtig einsetzen. Und ihren manchmal schlechten Ruf haben sie, weil genau dieser letzte Punkt häufig nicht berücksichtigt wird. Am Anfang muss immer die genaue Definition der Anforderungen stehen: Temperatur, Bauteiltoleranz, Umgebung, sonstige Anforderungen (z. B. chemische Beständigkeiten) usw.

Was das in einem Bastelblog zu suchen hat? Eigentlich wenig, wenn ich nicht gestern die Bastelzeit damit verbracht hätte, Grundlagen aus dem Grundstudium anzuwenden – denn solange ich noch dieses Leben und nicht das nächste lebe, werde ich damit wider Erwarten doch ab und an mal konfrontiert… :-) 

Aufgabenstellung: Ändere den Grad der Sorgenfalten auf des Mannes Stirn.

Im Rahmen eines Projektes gibt es ein paar unerwartete Messdaten, deren Ursachenfindung nicht einfach ist. Unter anderem wurde ein nicht spezifiziertes Polymer in einer recht anspruchsvollen Umgebung eingesetzt, woraufhin mein Ehrgeiz natürlich geweckt war.

Kunststoffe identifizieren geht am einfachsten in einem dafür spezialisierten Labor mit feinster Analytik. Blöderweise leider auch der zeit- und insbesondere geldintensivste Weg, zu einer Antwort zu gelangen. Es geht in Teilen, die weiter sind als man denkt, auch anders, und insbesondere DIE Laborpraktika habe ich nicht vergessen :-) 

Erster Eindruck: Es handelt sich um ein graues Polymer, das als Rundmaterial vorliegt. Oberfläche nicht paraffinartig, kann mit dem Fingernagel nicht eingeritzt werden, klingt beim Fallenlassen nicht metallisch sondern eher dumpf und geht in Wasser unter. Damit können Polyethylen sowie Polypropylen schon mal ausgeschlossen werden.

Die Probe lässt sich spanend bearbeiten, wobei der Span nicht bricht:


Und die Dichte des schön abgedrehten Zylinders wird mit 1,37 g/cm³ bestimmt. Was auf PET, PVC, PES oder irgendeinen anderen Kunststoff, der als Copolymer/Blend oder mit Füllstoffen vorliegt, hindeutet…

Weiter zur Brandprobe, der Teil, an den ich mich noch sehr gut aus meinem Studium erinnern kann. Bei der Beurteilung geht es um das Brennverhalten an sich: brennt, brennt nicht, brennt nur in der Flamme, brennt auch außerhalb, rußt, schmilzt, tropft dabei, zersetzt sich und so weiter. Ein ganz wichtiges Indiz ist dann der Geruch, da dieser sehr häufig sehr typisch ist.


In unserem Fall lässt sich die Probe entzünden, brennt auch außerhalb der Flamme selbständig mit gelblicher Flamme weiter, schmilzt tropfend UND stinkt nach verbranntem Horn (einfach mal Hufspäne anzünden – vergisst man nie im Leben ;-) ). Letzteres ist ein ziemlich deutlicher Hinweis auf Polyamid. Hmmm…

Polyamid lässt sich mit Ameisensäure kleben. Wäre ein Versuch wert, um die Vermutung verifzieren zu können. Blöderweise keine Ameisensäure im Haus (?!?!?!?). Aber es gibt eine Apotheke, die am Samstag Nachmittag geöffnet hat. Während der Mann sich überlegt, ob man mir wohl ne 30%-ige Lösung anvertraut, komme ich zu seinem Entsetzen mit reiner, wasserfreier Ameisensäure nach Hause (verhandeln kann ich *g*). Das Zeug ist in höchstem (!) Maße ätzend, da sollte man so konzentriert wie die Lösung sein und selbstverständlich mit Sicherheitsbrille und Handschuhen arbeiten (und möglichst keine Kunstfasern tragen…). Schöner Gag am Rand: Ich hole meine Sicherheitsbrille aus dem Etui und stelle fest, dass der Metallbügel gebrochen ist… Daher die dunkle Alternative:


Folgendes Ergebnis:



Der Kunststoff wird angelöst / schmilzt!

Der Verdacht erhärtet sich und ich tippe stark auf ein gefülltes / verstärktes PA. Da gibt es gängige Typen, die mit Glasfasern gefüllt sind. Und – Bingo – PA 6 GF30 hat zufällig auch die passende Dichte mit 1,36 - 1,37 g/cm³. Da muss man immer ein bisschen vorsichtig sein, weil viele Eigenschaften natürlich herstellerspezifisch sind.

Eine 200-fache Vergrößerung der abgedrehten Fläche zeigt, yep, könnte sein:  


Polyamid ist ein toller Werkstoff, der auch häufig im Maschinenbau Anwendung findet. Besonders weil er eine gute Festigkeit und thermische Beständigkeit aufweist, schlagzäh ist, über ein gutes Gleitreibungsverhalten verfügt und sich gut verarbeiten lässt. Bisschen blöd ist allerdings die Wasseraufnahme. Die kann je nach Typ und Modifikation fast bis zu 10 % bei Wasserlagerung betragen und bei Normklima schon so bis zu 3 %. Heißt für die Verwendung / Konstruktion: DAS muss berücksichtigt werden. Bei unverstärktem PA (z. B. Ultramid A und B) beträgt die Volumenänderung max. 0,9 % und die mittlere Längenzunahme 0,2 – 0,3 % pro Gewichts% aufgenommenem Wasser. Glasfaserverstärkte Varianten sind deutlich maßstabiler, hier hängt es allerdings ganz stark von der Verteilung der Faser im Kunststoff ab, wie sich die Maße ändern.

Wie auch immer: Wasseraufnahme ist ebenfalls ein Indikator für PA und natürlich für den spezifischen Einsatzzweck sehr wichtig.

Um die Messung zu beschleunigen (Geduld ist nicht meine Stärke) knapp 5 g Späne genommen, gewogen, 90 min im Backofen bei 70°C getrocknet und wieder gewogen, auf eine Differenz von ziemlich genau 2 % gekommen und dann die Späne für 2 h in Hahnawassa gelagert. Das ist dann der Punkt, wo man sich denkt: So weit, so gut – aber wie kriege ich jetzt das verdammte Wasser heraus??? Mit Druckluft abpusten dürfte zu hohem Materialverlust führen. Also Späne ins Sieb der Teekanne gestopft, zwei Mal mit Spiritus übergossen und dann trocknen / abdampfen lassen.


Ich gebe zu, hier leidet die Präzision, aber ein Wert von 6,5 % Wasseraufnahme bei Wasserlagerung stimmt recht gut mit der Kern-Datenbank überein.

Fazit: Vieles deutet darauf hin, dass es sich bei dem betrachteten Material um ein PA 6 mit 30 % Glasfasern handelt. Es kann natürlich auch irgendein anders verstärkter PA oder gar ein verstärktes Copolymer oder was vollkommen exotisches sein, aber man darf sich auch gerne an Wahrscheinlichkeiten orientieren ;-) 

Sonntag, 10. Mai 2015

Eine Erdbeere, ein Blättchen Basilikum und ein Gläschen Champagner

Klingt nach Sommerfreuden.

Dauert also noch ein bisschen…

ABER die Basis ist geschaffen :-)

Wir haben ja hauptsächlich Hof und Urwald schönen Steilhang, bisschen Rasen, bisschen Nennen-wir-es-Beet-in-Warteposition und das war’s. Kein Gärtnergarten. Was, wenn man kein Gärtner ist und keine Zeit für’s Gärtnern hat, definitiv ein Vorteil ist. Aber so ein bisschen was ist anderseits schon nett. Und unter „so ein bisschen was“ fallen Tomaten (noch sonnenwarm und blutrot zum Naschen – mmmmhhhh) – lässt sich durch zwei Töpfe lösen – sowie Kräuter.

In einer Garten-„Selbermachen“ bin ich neulich auf etwas gestoßen, was mir von der Idee her gefallen hat: Grow-Bags und ein passendes Arrangement. Heißt: Direkt in einen Sack pflanzen. Auch wenn ich noch nie davon gehört habe, ist das mittlerweile wohl eine gar nicht so unübliche Methode. Mit ein paar Vorteilen: Anzuchterde ist sehr gut für’s Wachstum von Kräutern und Saatgut (zwingt zur Wurzelbildung), direkt in den Sack pflanzen ist unproblematisch in der Handhabung, sparsam im Wasser, hält Unkraut fern und kann am Ende der Saison supereinfach im Kompost entsorgt werden (wenn man denn einen schönen Komposthaufen hat…). Hörte sich irgendwie attraktiv an. Dazu wurde ein Kräuterregal vorgestellt: http://www.selbst.de/garten-balkon-artikel/gartenmoebel-gartenausstattung/pflanztisch/kraeuterbeet-regal-bauen-149831.html

Nun gibt es „echte“ Floragard Grow Bags vielleicht in München oder Hamburg oder Berlin, wo Menschen diese für die Dachterrasse ihrer Penthouse-Wohnung benötigen. Hier in Schwaben ist die Idee als solche natürlich vollkommen widersinnig – hier ist die Liebe zum Sparen genetisch verankert! Also halt drei Säcke verfügbare Kräuter-Anzucht-Erde gekauft und bei der Terrassen-Dielen Aktion vom Bauhaus zugeschlagen (Sparen, gell!). Die generelle Idee des Kräuterregals wurde übernommen, die Maße nicht. Führt demzufolge zu folgendem Ergebnis:


Zu den Bewohnern:

Oben „Englische Minze“ (es geht im Sommer doch nichts über einen Pfefferminztee mit frischer Minze), Walderdbeere „Fontaine“ („… es ist beim Dünger darauf zu achten dass der Kaliumanteil größer ist als der Stickstoffanteil…), Koriander.

Mitte: Estragon, Thymian, hängender Rosmarin.

Unten: Schnittlauch, Kerbel, Basilikum.

Richtig – Salbei fehlt. Der hat doch tatsächlich den Winter im Topf überlebt und treibt wie noch mal was :-)

Ob sich das Konzept nun als tauglich herausstellen wird?! Wird sich zeigen! 

Sonntag, 3. Mai 2015

Sie sind wieder da!

Verhext. Zumindest fühlt es sich fast so an. Nach einem elenden Winter hatten wir eigentlich die Hoffnung, schon eher den festen Glauben, dass diese verdammt miese Erkältungszeit nun dem Frühling weicht. Was soll ich sagen? Die ganze letzte Woche lag Till flach, an einem Tag sogar mit 39,8 °C Fieber. Bestätigt wurde die Messung durch die Halluzination, dass er mich für eine Blumenelfe gehalten hat. Zumindest war das meine Interpretation ;-) Verseucht hat er sich vermutlich in der Woche davor direkt beim Kind oder bei den Besuchen in der Kinderarztpraxis und der Kinderstation. Also seit zwei Wochen Krankenlager in der Villa Z. Ich bevorzuge zur Virenbekämpfung ein paar Einsätze in Papiermaschinen (am besten mit geschlossenen Kreisläufen), und bisher *toitoitoi* Aber Frickeln war nicht drin…

Im Klartext: Kleine Tiere können bei mir aktuell auf eins mit Sicherheit zählen – Gnadenlosigkeit. Insbesondere, wenn es sich um eine alte Feindschaft handelt. Die rostet bekanntlich nicht. Pünktlich zum 1. Mai hat mich morgens beim ersten Gang in die Küche, noch im Morgengrauen, eine Armee Ameisen begrüßt, die schon ihre sechsspurige Autobahn von einem 1 x 1 mm großen Loch am Fensterbrett zum Biomüll planiert hatten. Was dazu geführt hat, dass ich noch vor dem Spaziergang mit dem Hund den Biomüll entsorgt und die Küchenarbeitsplatte aufgeräumt habe. Mit dieser sehr erzieherischen Maßnahme, der sogenannten Null-Toleranz-Strategie, sind wir schon im letzten Jahr recht gut gefahren. Nachdem wir wiederum im Jahr davor schon die Nummer eines Kammerjägers herausgesucht hatten. Spätestens am Abend den Biomüll hinausbringen, die Küchenplatte abwischen, Brot in die Kammer räumen, paar Köder an harmlosen Stellen platzieren etc. Also einfach das tun, was eigentlich in den meisten Haushalten so üblich ist. Da habe ich dann morgens immer erst mal die Ameisenstraßen aufgesaugt, die schon deutlich weniger als im Jahr davor waren, und die eigentliche Überlegung war die Wahl, ob ich mich erst um die Ameisen oder die Mäusedärme kümmern soll. Dieses Jahr gilt: aktiver statt passiver Widerstand!! Denn sofort, noch vor dem Aufräumen, habe ich zwei Köder direkt auf die Arbeitsplatte gestellt: Den Ameisenköder von Celaflor, mit dem wir letztes Jahr schon positive Erfahrungen gemacht haben, sowie zusätzlich das Loxiran Ameisen-Buffet von Neudorff. Die Ameisen in der Küche haben beide Köder gut angenommen und waren sehr aktiv, und tatsächlich sind sie nach diesem einmaligen Auftritt nicht mehr erschienen.

Vorhin habe ich zwei kleine Ameisen in der Nähe der Haustür gesehen und SOFORT einen Köder aufgestellt, und nach kurzer Zeit sah das wirklich aus wie bei einem kostenlosen All-you-can-eat-Buffet im Studentenheim:


Sprich, das Zeug hat wohl durchaus eine Lockwirkung (und ehrlich, zwei kleine Ameisen sind halt zwei kleine Ameisen, aber wenn plötzlich eine Nation unter der Haustür durchrennt, schluckt man schon und hofft, dass sich auch wirklich alle satt fressen…) Bin ich gespannt, wie die Lage morgen sein wird, aber neben der Null-Toleranz-Strategie in der Küche wird in diesem Jahr bei jeder Ameise sofort dort ein Köder aufgestellt. Basta.
Bisschen frustrierend ist die Erkenntnis, dass das wohl jeden Sommer so sein wird :-( Altes Haus mit Holzdecken und Trilliarden Verstecken und Löchern, mit einem Garten, der prädestiniert für Ameisensiedlungen jeglicher Art und Größe ist.

Sonntag, 26. April 2015

Die Sache mit dem Kreuz

Also dem symmetrischen. Nicht dass hier irgendwelche falsche Bilder in den Köpfen freigesetzt werden ;-) So ein symmetrisches Kreuz wie auf Rot-Kreuz-Krankenwagen, Verbandskästen und … Medikamentenschränkchen. Oder: Wohin mit dem Dope? Kochsalz für die Nasenspülung, Kochsalzlösung für den PariBoy zum Inhalieren, Kochsalzlösung + Kamille als Nasenspray, Bepanthen-Nasensalbe, Aspirin + C, ACC, Hustensaft für Kinder und ein bisschen was vom üblichen Magen-Darm-Kram für den überempfindlichen sensiblen Magen-Darm-Trakt des Gemahls. Lagert neben Nutella, Schotten-Müsli und Honig. Also eigentlich nicht schlecht. Aber man hat ja immer das Gefühl, „man“ müsste „das“ irgendwie sicher und so weiter verstauen.

Es gab mal den Plan, nachdem Till eine schöne Ladung einheimischer Hölzer erstanden hatte, daraus ein derartiges Werkstück zu basteln. Aber dann kam ein erfolgreicher Abschuss dazwischen und wir hatten ein nettes Schränkchen, das „nur“ etwas aufgearbeitet werden musste… Mit kleinen Schäden:


und insgesamt nicht mehr so frisch,aber solide. Ich habe dann den Rahmen vorsichtig abgeschliffen und anschließend mit Schellack behandelt und die Seitenflächen vorsichtig mit Stahlwolle gestreichelt, ansonsten wieder zum Renuwell gegriffen und damit gereinigt und dann noch gewachst und poliert:  


Taugt :-)

Sonntag, 19. April 2015

Die wachsen sooo schnell ....


kaum schaut man zweimal hin, ist der alte (der stammte noch von der großen Schwester meiner geliebten Gattin, hat also gut 40 Jahre auf dem Buckel) Mal-Tisch zu klein. Da kam ein Artikel in der Selbermachen gerade recht: Ein höhenverstellbarer Tisch zum Malen (den gibt's in leicht abgewandelter Form an verschiedenen Stellen, kostenlos etwa hier).

Dazu gibt's verschiedene Meinungen:

Erstens natürlich der begeisterte Selbermacher: Ein Stück Kiefer-Leimholz im Sonderangebot für 24,99 und ein bisschen Holz von Zuschnitt ergibt für etwa 50 Euro einen richtig stabilen, durchaus ansehnlichen Tisch, der auch nicht wackelt, wenn sich der Papa mit seinen 100 Kilo mal drauf setzt. Das Ganze ökologisch korrekt, unbehandeltes Holz, biologischer Leim usw. etc. tralala. War auch nicht mal wirklich viel Arbeit, gut ein halber Tag etwa.

Aber: An dieser Stelle will ich mich mal über die Bauvorschläge dieser ganzen Bastel-Postillen auslassen. Da liest man dann immer: "Mit der Stichsäge sägt man ...." und dann sieht das alles wunderschön aus. Nur, dass das so halt nicht stimmt. Zumindest für einen mit nur durchschnittlichen Fähigkeiten gesegneten Bastler wie mich. Macht man das so, wie angegeben, dann wird alles krumm und schief, die Lackierung sieht auch bei weitem nicht so aus, wie im Hochglanzmagazin. Ich musste jedenfalls ziemlich weit in die Trickkiste greifen, um den Tisch ordentlich und stabil hinzukriegen.

Ich frage mich immer, ob die ihre Demo-Stücke anders bauen (also hier etwa die Füße mit der Bandsäge aussägen, dann sieht das nämlich auch ohne lange Schleif-Orgien schön aus), oder ob das einfach mit Photoshop schön gemacht wird. Vielleicht reicht auch ein genügend grosser Abstand beim Fotografieren und man sieht die ausgerissenen Stellen und die krummen Kanten nicht mehr ;-)

Andererseits ist das letztlich egal: Meine Tochter stört sich nicht daran, dass die Füße links und rechts nicht exakt gleich aussehen und die Macken sieht man eigentlich auch nur, wenn man sich hinkniet oder auf den Boden legt. Es hat jedenfalls keine fünf Minuten gedauert, bis sie die eigentliche Bestimmung dieses Möbels entdeckt hatte: 60x100 perfekte Ablagefläche ;-)

Till